Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Die Parteien haben viele Ideen wie Familien in Deutschland besser leben können in ihre Wahlprogramme aufgenommen.
+
Die Parteien haben viele Ideen wie Familien in Deutschland besser leben können in ihre Wahlprogramme zur Bundestagswahl aufgenommen.

Parteiprogramme

Zur Bundestagswahl: Parteien versprechen Familien mehr Zeit und mehr Geld

  • VonTheresa Dräbing
    schließen

Zur Bundestagswahl Ende September umwerben alle Parteien die Familien im Land mit Vorschlägen: Von mehr Kinderkrankentagen bis zu besseren Kreditkonditionen.

Frankfurt/Berlin - Während der Corona-Krise wurde Familien einiges abverlangt – Homeschooling und geschlossene Kitas stellten Eltern nicht nur vor organisatorische Herausforderungen. Auch die finanzielle Belastung war hoch – wenn Vereinbarkeit von Familie und Beruf wieder einmal hieß, Arbeitszeit und somit Gehalt zu reduzieren, um die fehlende Kinderbetreuung aufzufangen.

Die Politik will Familien nun entlasten und hat dafür vor der Bundestagswahl 2021 einiges an Plänen geschmiedet. Die FR hat einen Blick in die Wahlprogramme der Parteien geworfen:

Wahlprogramm von CDU und CSU: Familienphase mithilfe von Zeitwertkonten im Job

CDU und CSU wollen Beschäftigten flexible Arbeitszeiten ermöglichen. Allerdings soll mobiles Arbeiten nicht gesetzlich festgeschrieben werden, sondern auf Basis sozialpartnerschaftlicher Regelungen stattfinden. Bezogen auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf spricht die Union in ihrem Wahlprogramm auch davon die sogenannten Zeitwertkonten praktikabler gestalten zu wollen. Das bislang eher rar genutzte Instrument ermöglicht Beschäftigten die Abweichung der geleisteten von der vertraglichen vereinbarten Arbeitszeit festzuhalten. „Eltern sollen angesparte Zeit einsetzen können, um in der Familienphase ohne finanzielle Nachteile weniger zu arbeiten“, heißt es im Wahlprogramm.

Wie auch andere Parteien, will die Union das Elterngeld weiter stärken. Wenn sowohl Vater als auch Mutter Elternzeit nehmen, sollen die Partnermonate um weitere zwei auf insgesamt 16 Monate ausgeweitet werden können. Perspektivisch möchte die Union außerdem den Steuerfreibetrag für Alleinerziehende erhöhen und Familien mit dem vollen Grundfreibetrag für Kinder fördern. Das KfW-Wohneigentumsprogramm für Familien will sie ausweiten. Wer Kinder hat, soll stärker davon profitieren, indem Darlehen, Tilgungszuschüsse oder Zinsverbilligungen nach Anzahl der Kinder gestaffelt werden.

Wahlprogramm der SPD: Geförderte Elternteilzeit und Kindergrundsicherung

„Arbeitszeiten sollen besser zum Leben passen und Menschen mehr selbstbestimmte Zeit haben – etwa für Familie, soziales Engagement und Weiterbildung“, heißt es im Wahlprogramm der SPD. Anders als die Union, will die SPD einen Rechtsanspruch auf mobiles Arbeiten einführen. Vollzeitbeschäftigte sollen mindestens 24 Tage im Jahr mobil oder im Homeoffice arbeiten können, wenn es die Tätigkeit erlaubt. Außerdem hat die Partei ein Vier-Säulen-Modell für mehr Familienzeit erarbeitet. Die erste Säule: Zwei Wochen voll bezahlte Elternschaftszeit direkt nach der Geburt des Kindes für den Partner oder die Partnerin. Die zweite Säule: Das jetzige Elterngeld-Plus soll ausgebaut und zu einer geförderten Elternteilzeit nach dem ersten Lebensjahr des Kindes werden. Wenn beide Elternteile gleichzeitig oder Alleinerziehende etwas weniger als Vollzeit arbeiten, sollen sie zukünftig je zehn Monate Elterngeld-Plus erhalten – mindestens 200 und höchstens 900 Euro.

Die dritte Säule: Die pandemiebedingte Verdopplung der Kinderkrankentage soll beibehalten werden. Mit der vierten Säule sollen Arbeitnehmer, die Angehörige pflegen, finanziell mehr unterstützt werden. Für Kinder strebt die SPD eine Kindergrundsicherung an, die beitragsfreie Kitas, eine Ganztagsangebot für Schulkinder sowie freie Fahrt im Nahverkehr beinhaltet. Außerdem soll es nach Willen der SPD künftig ein Kindergeld von circa 250 Euro geben, das aber nach Einkommen der Familie gestaffelt ist. Darüber hinaus will die SPD jungen Familien den Weg zu den eigenen vier Wänden erleichtern. So soll es einfacher werden in angespannten Wohnlagen Genossenschaftsanteile zu erwerben.

Wahlprogramm der Grünen: 30 Tage Kinderkrankengeld für Alleinerziehende

Flexible Arbeitszeiten haben auch die Grünen im Wahlprogramm stehen. Gelingen soll dies mit Unterstützung der Sozialpartner – also ohne gesetzliche Regelung. Kindergeld, Kinderfreibeträge, Kinderzuschlag, das Sozialgeld für Kinder und die Bedarfe für Bildung und Teilhabe wollen die Grünen in eine neue, eigenständige Leistung zusammenfassen. Mit der Kindergrundsicherung bekommt jedes Kind einen festen Garantie-Betrag, Kinder in Familien ohne oder mit geringem Einkommen erhalten einen zusätzlichen Garantie-Plus-Betrag.

Das Elterngeld soll auf 24 Monate ausgeweitet werden: Pro Elternteil je acht Monate, weitere acht Monate können flexibel untereinander aufgeteilt werden. Ähnlich wie die SPD streben die Grünen direkt nach der Geburt eine zweiwöchige Freistellung für den zweiten Elternteil an. Den Anspruch auf ein Kinderkrankengeld wollen die Grünen auf 15 Tage im Jahr pro Kind und Elternteil erhöhen, Alleinerziehenden sollen 30 Tage zustehen.

Wahlprogramm der FDP: Steuerliche Förderung von betrieblichen Kitas

Mobiles Arbeiten soll nach dem Willen der FDP beim Arbeitgeber zumindest beantragt werden können, mit der Pflicht zur Prüfung. Zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf sollen Betriebskindergärten steuerlich gefördert werden und die steuerliche Absetzbarkeit von Betreuungskosten soll verbessert werden.

Im Wahlprogramm der FDP wird ein „Partnerschutz“ von zehn Tagen nach der Geburt analog zum „Mutterschutz“ für den anderen Elternteil vorgeschlagen. Darüber hinaus nennt sie ein Kinderchancengeld, das aus einem Grundbetrag, einem Flexibetrag und einem nichtmateriellem Chancenpaket bestehen soll. Die Angebote für bessere Chancen, Bildung und Teilhabe sollen ausgeweitet werden. Die Partnermonate beim Elterngeld will die Partei auf drei Monate verlängern. Darüber hinaus soll der Kinder- und Auszubildendenfreibetrag sowie der Freibetrag für Alleinerziehende angehoben werden.

Wahlprogramm der Linken: Kindergrundsicherung und Recht auf Homeoffice

Ein Recht auf Homeoffice findet sich auch im Wahlprogramm der Linken. Ebenso eine Kindergrundsicherung in Höhe von 328 bis 360 Euro. Das Kindergeld soll für alle Kinder einkommensunabhängig auf 328 Euro monatlich steigen. Ärmere Familien erhalten einen Zuschlag. Zudem plant die Linke gebührenfreie öffentliche Kinderbetreuung für Kinder aller Altersgruppen.

Das Elterngeld soll zwölf Monate je Elternteil (24 Monate für Alleinerziehende) gezahlt werden. Außerdem fordert auch die Linke zehn Tage bezahlte Freistellung für den zweiten Elternteil nach der Geburt eines Kindes. Die Anzahl der Kinderkrankentage soll dauerhaft erhöht werden.

Die AfD plant ein steuerliches Familiensplitting und eine Anhebung des Kinderfreibetrages. Kinderbezogene Ausgaben sollen vollständig steuerlich absetzbar sein, außerdem soll für Artikel des Kinderbedarfs der verminderte Mehrwertsteuersatz gelten.

Bei der Geburt jedes Kindes sollen Eltern eine Rückzahlung bereits entrichteter Rentenbeiträge in Höhe von 20.000 Euro erhalten. Für die ersten drei Lebensjahre eines Kindes soll es außerdem ein Betreuungsgeld für Eltern beziehungsweise Großeltern geben. Bei Wiedereinstieg in den Job soll der Arbeitgeber Lohnsubventionen erhalten. Außerdem will man Bauland vergünstigt an Familien abgeben und die KfW-Konditionen je nach Zahl der Kinder verbessern. (Theresa Dräbing)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare