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Wilde Verschwörungstheorien

„Wahlbetrug“: Donald Trump feuert Anwältin Sidney Powell

  • vonMirko Schmid
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Donald Trump und sein Märchen vom „Wahlbetrug“ - eine schier unendliche Geschichte. Mit besonders wilden Vorwürfen tat sich zuletzt Sidney Powell hervor. Jetzt ist sie ihren Job los.

  • Donald Trump räumt nach der Niederlage gegen Joe Biden weiter in seinem Team auf.
  • Jetzt hat es Sidney Powell, Mitglied des Rechtsteams um Rudy Giuliani und Jenna Ellis erwischt.
  • Trump News: Alle Informationen zum abgewählten Präsidenten der USA

Washington, D.C. – Das „Legal Team“, die Truppe aus Anwälten um Donald Trump, welche die unbewiesenen Betrugsvorwürfe rund um die Präsidentschaftswahl 2020 juristisch untermauern sollen, um dem abgewählten Präsidenten doch noch eine zweite Amtszeit im Weißen Haus zu ermöglichen, dünnt sich weiter aus. In einem unterkühlten Statement teilte die Trump-Kampagne mit, dass Sidney Powell, die sich zuletzt mit besonders wilden Anschuldigungen hervorgetan hatte, nicht mehr länger für den Mann im Weißen Haus arbeitet.

Sidney Powell: Ihren Job bei Donald Trump ist die Anwältin nach wilden Vorwürfen los.

Donald Trump lässt Sidney Powells Stuhl von Rudy Giuliani und Jenna Ellis vor die Tür stellen

Wörtlich ließ Donald Trump seinen „Mann fürs Grobe“ Rudy Giuliani und seine Rechtsberaterin Jenna Ellis, die Donald Trump noch vor wenigen Jahren als „Tyrann“ und „Idiot“ beschimpft hatte, mitteilen: „Sidney Powell ist selbstständig als Anwältin tätig. Sie ist kein Mitglied des Trump Legal Teams. Sie ist auch keine Anwältin des Präsidenten in seiner persönlichen Eigenschaft.“

US-Medien sehen darin einen Versuch, Sidney Powell, die bis zuletzt über ein eigenes Büro im Hauptquartier der Trump-Kampagne verfügte, quasi rückwirkend aus dem Rechtsteam von Donald Trump zu streichen. Eine wenig glaubwürdige Volte, war Powell doch gemeinsam mit Gliuliani und Ellis noch am vergangenen Donnerstag (19.11.2020) eine der Protagonistinnen der denkwürdigen und bizarren Pressekonferenz, mit der das Team Trump seine Wahlbetrugsvorwürfe untermauern wollte – und dabei von allen großen US-Medien abgesehen von Fox News ignoriert wurden.

Die „Kapitäne“ des Rechtsteams um Donald Trump: Rudy Giuliani, Jenna Ellis und Sidney Powell

Worüber die Medienlandschaft der USA in den nächsten Tagen sprach, das war zum einen das Haarfärbemittel, das dem schwitzenden Rudy Giuliani im Eifer des Gefechts über die Wange geronnen war, die Medienschelte („ich kann mir ihre Schlagzeilen schon vorstellen“) von Jenna Ellis und die mit brüchiger Stimme vorgetragenen, verzweifelt wirkenden und an den Haaren herbeigezogenen Ausführungen von Sidney Powell. Noch im Anschluss dieses von den meisten US-Medien als peinlich wahrgenommenen Auftritts betonte Giuliani, dass Powell im Namen der Kampagne um Donald Trump sprach.

Und auch Jenna Ellis bezeichnete Sidney Powell noch in der letzten Woche als Mitglied des „Rechtsnationalteams des Präsidenten“. Donald Trump soll nach weitläufigen Beschwerden aus den Kreisen seiner Kampagne über die Erfolglosigkeit seiner drei juristischen „Teamkapitäne“ Rudy Giuliani, Jenna Ellis und Sidney Powell zunehmend unzufrieden gewesen sein, berichtet „The Daily Mail“. Als ein Gericht in Pennsylvania die Bemühungen des Trump-Rechtsteams, Millionen legal abgegebener Stimmen für ungültig erklären zu lassen, eine Absage erteilt hatte, soll Powell de facto als Sündenbock „unter den Bus geworfen“ worden sein, wie die „Daily Mail“ schreibt.

Sidney Powell, ehemalige Anwältin im Team um Donald Trump, verdächtigt Republikaner

Sidney Powell könnte auch eine weitere Begebenheit zum Verhängnis geworden sein. So hatte sie sich im Kampf um das Ergebnis in Georgia, das Donald Trump als erster Republikaner seit Jahrzehnten an seinen demokratischen Rivalen verloren hatte, öffentlich gegen dortige Spitzenbeamte aus den Reihen der Republikaner gewandt. Besonders hart ging sie Gouverneur Brian Kemp an und warf ihm vor, Bestechungsgelder für sein Mitwirken an der „Anti-Trump-Verschwörung“ genommen zu haben. Strategisch ungünstig, werden doch im Januar in Georgia die letzten beiden und entscheidenden Senatsplätze vergeben – eine gespaltene Partei wäre im Wahlkampf weit weniger schlagkräftig.

Und so bat der Donald Trump und den Republikanern wohlgesonnene Fox-Moderator Tucker Carlson Sidney Powell einen Tag nach der denkwürdigen Pressekonferenz live im US-Fernsehen um Beweise für diesen Angriff auf den Gouverneur aus den eigenen Reihen. Powell weigerte sich, diese vorzulegen, obwohl Carlson ihr den Ball zuvor zugespielt hatte, als er sagte: „Was Powell beschrieb, würde das größte Verbrechen in der amerikanischen Geschichte darstellen. Millionen von Stimmen wurden am Tag gestohlen. Demokratie zerstört, das Ende unseres jahrhundertealten Selbstverwaltungssystems, keine Kleinigkeit.“

Sidney Powell verweigert Beweise, weil Fox-Moderator Tucker Carlson „unhöflich“ gewesen sein soll

Doch Sidney Powell, die laut „Business Insider“ als der rechten Verschwörungssekte Q-Anon freundlich gesinnt gilt, behielt ihre „Beweise“ bei sich. Ihre Begründung: Tucker sei „sehr beleidigend, fordernd und unhöflich“ gewesen. (Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © Drew Angerer

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