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Thae Yong Ho, ehemaliger nordkoreanischer Diplomat, gewann als erster Überläufer ein Direktmandat bei der Parlamentswahl in Südkorea.
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Thae Yong Ho, ehemaliger nordkoreanischer Diplomat, gewann als erster Überläufer ein Direktmandat bei der Parlamentswahl in Südkorea.

Südkorea

Überläufer aus Nordkorea gewinnt Direktmandat bei Wahl in Südkorea

Beflügelt durch ihr Corona-Krisenmanagement holt Südkoreas Regierungspartei die absolute Mehrheit – in Seoul gewinnt überraschend ein Überläufer.

Ein Überläufer aus Nordkorea hat bei der Wahl in Südkorea einen Sitz im Parlament erobert: Thae Yong Ho, ehemaliger nordkoreanischer Diplomat, gewann als erster Überläufer ein Direktmandat. Als Kandidat der wichtigsten konservativen Oppositionspartei Vereinte Zukunftspartei (UFP) gewann er im Wahlbezirk Gangnam 58,4 Prozent der Stimmen. Das wohlhabende Viertel der Hauptstadt Seoul wurde mit dem Hit „Gangnam Style“ des südkoreanischen Rappers Psy weltberühmt. 

Thae vergoss eine Träne, als er nach Verkündung seines Wahlergebnisses die südkoreanische Nationalhymne sang. "Heute ist ein sehr historischer Tag nicht nur für mich, sondern auch für die koreanische Geschichte", sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Sein Wahlsieg werde den Menschen und der Führung in Nordkorea Hoffnung geben und die "wahre Natur freier Demokratie in Südkorea" demonstrieren.

 Thae hatte einen Posten an der Botschaft Pjöngjangs in London bekleidet, als er sich - desillusioniert von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un - im August 2016 nach Südkorea absetzte. Er gilt inzwischen als prominenter und deutlicher Kritiker Pjöngjangs sowie der Annäherungspolitik von Südkoreas Präsident Moon Jae In. 

Trotz Corona hohe Wahlbeteiligung

Moons Demokratische Partei gewann bei der Parlamentswahl am Mittwoch die absolute Mehrheit. Sie sicherte sich zusammen mit ihrer Schwesterpartei 180 von 300 Sitzen in der Nationalversammlung. Die UFP und ihre kleineren Verbündeten kamen auf 103 Sitze. Die Wahlbeteiligung betrug 66,2 Prozent und war so hoch wie zuletzt vor 28 Jahren. 

In den vergangenen zwei Jahrzehnten sind rund 33.000 Nordkoreaner in den Süden geflohen. Ranghohe Überläufer sind jedoch selten. Nordkoreanische Staatsmedien bezeichneten Thae als "menschlichen Abschaum" und beschuldigten ihn der Veruntreuung von Staatsgeldern, des Missbrauchs Minderjähriger und der Spionage für Südkorea gegen Geld.

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