1. Startseite
  2. Politik

Wahl in Schleswig-Holstein: Ausgerechnet Günther könnte Merz retten

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Julius Fastnacht

Kommentare

Bei der Wahl in Schleswig-Holstein sieht alles nach einem klaren Sieg für Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) aus. Ein Erfolg, der auch Friedrich Merz guttun würde.

Berlin – SPD-Chef Lars Klingbeil gibt sich kämpferisch. "Viele Menschen sind noch unentschieden", sagt Klingbeil vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein an diesem Sonntag. Doch sieht es für SPD-Herausforderer Thomas Losse-Müller angesichts der Popularität von CDU-Ministerpräsidenten Daniel Günther kurz vor dem Urnengang nicht nach Sieg aus.

Neuesten Umfragen zufolge, die auch eine große Zufriedenheit mit der Arbeit der Landesregierung sowie sehr hohe persönliche Zustimmungswerte für Ministerpräsident Günther zeigen, kommen die Christdemokraten auf 36 bis 38 Prozent. Laut ARD-Deutschlandtrend ist er sogar bundesweit der beliebteste Ministerpräsident.

Konkurrent Losse-Müller werden lediglich 18 bis 20 Prozent zugetraut. Der SPD könnten damit sogar die Grünen mit Spitzenkandidatin Monika Heinold noch Platz 2 streitig machen. So dürfte dann auch eher CDU-Chef Friedrich Merz als die SPD-Spitze gut lachen haben am Sonntagabend.

Ministerpräsident Daniel Günther, hier im Wikinger-Museum Haithabu, hat gute Chancen, aus der Wahl in Schleswig-Holstein als Sieger hervorzugehen.
Ministerpräsident Daniel Günther, hier im Wikinger-Museum Haithabu, hat gute Chancen, aus der Wahl in Schleswig-Holstein als Sieger hervorzugehen. © dpa/Frank Molter

Vor Wahl in Schleswig-Holstein: Merz versucht Scholz vor sich herzutreiben

Ob bei der Corona-Impfpflicht oder beim 100-Milliarden-Euro-Sondervermögen für die Bundeswehr – Oppositionschef Friedrich Merz versucht den Spagat zwischen Ampelkritik und staatspolitischer Verantwortung. Mit seiner Reise nach Kiew dürfte er Olaf Scholz weiter vor sich herzutreiben versucht haben.

Der Kanzler war wegen seines vielen als dröge und verklausuliert geltenden Kommunikationsstils und seines Ukraine-Kurses zuletzt wiederholt in der Defensive. Kommt die Union mit der Landtagswahl in Schleswig-Holstein wieder in Fahrt? Das wäre auch wichtig für die Wahl in Nord-Rhein-Westfalen nur eine Woche später.

CDU in Schleswig-Holstein können für Wahlabend mit Jubelstimmung sorgen

Der Union insgesamt stecken ihre 24,1 Prozent bei der Bundestagswahl noch in den Knochen, der CDU zudem ihr 28,5-Prozent-Desaster bei der Landtagswahl im Saarland vom März. Die Christdemokraten im Norden könnten nun mal wieder für einen Wahlabend mit Jubelstimmung sorgen – und ein Ergebnis möglicherweise klar über 35 Prozent. Ausgerechnet Günther, der im CDU-Machtkampf vor der Bundestagswahl nicht als Merz-Fan galt, dürfte dem CDU-Chef im Bund Auftrieb geben.

An der Ostsee bleibt wohl alles beim Alten: Ministerpräsident Daniel Günther gilt als klarer Favorit der anstehenden Landtagswahl.
An der Ostsee bleibt wohl alles beim Alten: Ministerpräsident Daniel Günther gilt als klarer Favorit der anstehenden Landtagswahl. © dpa/Daniel Bockwoldt

Wahl in Schleswig-Holstein: Grüne und FDP rückt in den Fokus

In Schleswig-Holstein rücken angesichts des Vorsprungs für Günther die Grünen, die laut neuesten Umfragen 16 bis 18 Prozent der Stimmen erhalten werden, und die FDP (7 bis 8 Prozent) wohl schon direkt am Wahlabend in den Fokus. Anstatt erneut Grün und Gelb zu benötigen, könnte der CDU im wahrscheinlichen Fall eines Wahlsiegs womöglich auch ein Zweierbündnis reichen, eventuell mit Unterstützung des Südschleswigschen Wählerverbands. Ob er das stabile Bündnis der vergangenen Jahre ersetzen will, gilt noch als unsicher.

Gar keinen Rückenwind kann sich die krisengeschüttelte Linke nach dem Rücktritt ihrer Co-Chefin Susanne Hennig-Wellsow und der Debatte über Sexismus-Vorwürfe wohl von der Landtagswahl erwarten. In den Umfragen lag sie zuletzt bei 3 Prozent. Die AfD, die einen Dauerstreit über ihre inhaltliche Ausrichtung führt und über ihren Russlandkurs, ist seit 2017 in Schleswig-Holstein im Landtag vertreten – bei ihr deuten sich auch in den jüngsten Umfragen weder große Zugewinne noch große Verluste an. (juf/dpa)

Auch interessant

Kommentare