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Wahlhelfer zählen in der Alsterdorfer Sporthalle die Stimmen für die Bürgerschaftswahl in Hamburg aus.

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Wie kam es zur Wackelpartie am Wahlabend?

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Die AfD ist doch drin, die FDP vielleicht raus – die FR erklärt, warum.

Der Wind drehte sich etwas mehr als zwei Stunden nach der ersten Prognose. Zunächst sah es so aus, als würde die AfD den Wiedereinzug in die Hamburger Bürgerschaft verpassen und erstmals aus einem Landesparlament fliegen. Doch je länger der Abend wurde, je mehr Wahlbezirke ausgezählt waren, desto deutlicher schlug das Pendel in die andere Richtung aus: Mit 5,3 Prozent der Stimmen hat es die AfD letztlich doch geschafft. Auch die FDP musste zittern, und tut das immer noch. Hier ein Überblick, wie es zu den Wackelpartien kam, was die „Exit Polls“ damit zu tun haben und was die Besonderheit des Wahlrechts in Hamburg ist:

Wie entstehen Prognosen und Hochrechnungen?

Wahlforschungsinstitute wie „Infratest Dimap“ oder die „Forschungsgruppe Wahlen“ erheben ihre Daten für die erste Prognose um 18 Uhr direkt vor ausgewählten Wahllokalen, die möglichst einen Durchschnitt abbilden sollen. Die Befragung findet statt, nachdem die Wähler ihre Stimmen an der Urne abgegeben haben. Vor den Wahllokalen warten Mitarbeiter der Institute und führen die sogenannten Exit Polls durch. Hierbei erhalten die Bürger erneut Stimmzettel, die sie ausfüllen und anonym in eine spezielle Box werfen. Die Ergebnisse werden vor Ort ausgewertet und anschließend einer Plausibilitätsprüfung unterzogen. Briefwähler werden in der Wahltagsbefragung nicht erfasst, sondern durch ein Schätzverfahren in der Prognose berücksichtigt. Hochrechnungen basieren indes auf einer anderen Datengrundlage: den ersten amtlichen Auszählungsergebnissen, die im Laufe des Wahlabends nach und nach veröffentlicht werden. Je mehr Teilergebnisse zur Verfügung stehen, desto exakter können die Experten das Wahlergebnis hochrechnen.

Warum steht das vorläufige amtliche Endergebnis erst einen Tag nach der Wahl fest?

Das hat mit dem Hamburger Wahlrecht und dem Auszählungsprozedere zu tun. Jeder Wähler erhält zwei Wahlzettel – einen mit der Wahlkreisliste und einen mit der Landesliste – und vergibt insgesamt bis zu zehn Stimmen; fünf je Liste. Am Wahlabend selbst wird zunächst die Landesliste ausgezählt, um die voraussichtliche Sitzverteilung in der Bürgerschaft zu klären. Am Tag nach der Wahl folgt eine zweite Auszählung. Hierbei werden hauptsächlich die Wahlkreislisten ausgewertet, sodass anschließend feststeht, welcher Kandidat tatsächlich ein Mandat in der Bürgerschaft erhält. Eine weitere Besonderheit stellt die sogenannte „Heilungsregel“ dar. Wenn ein Wähler auf der Landesliste beispielsweise einer Partei sechs statt der maximal möglichen fünf Stimmen gegeben hat und sein Zettel dadurch eigentlich ungültig geworden ist, könnte diese Stimme in der zweiten Auszählung doch gewertet werden, weil der Wählerwille in diesem Fall eindeutig erkennbar ist.

Wie ist die Abweichung von Prognose und Ergebnis der AfD zu erklären?

In der ersten Prognose sah „Infratest Dimap“ die AfD am Sonntag um 18 Uhr bei 4,7 Prozent. Verglichen mit dem vorläufigen Auszählungsergebnis ergibt sich eine Abweichung von 0,6 Prozentpunkten. Eine solche Differenz könne „aus methodischen Gründen leider nicht ausgeschlossen werden“, heißt es in einem Schreiben von „Infratest Dimap“: „Dass wir mit unserer 18-Uhr-Prognose zur Hamburger Bürgerschaftswahl die AfD unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde sahen, bedauern wir.“

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass die FDP doch noch aus der Bürgerschaft fliegt?

Nach dem Bekanntwerden eines Auszählungsfehlers steht der knappe Wiedereinzug der FDP in die Hamburger Bürgerschaft auf der Kippe. Durch eine Verwechslung im Bezirk Langenhorn wurden dort versehentlich die 22,4 Prozent der Grünen den Liberalen zugeteilt. Das bestätigte der zuständige Bezirkswahlleiter Tom Oelrichs der Deutschen Presse-Agentur. Aufgrund der „Heilungsregel“ könnte die FDP aber auch noch Stimmen hinzugewinnen.

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