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Martin Winterkorn
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Martin Winterkorn, ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Volkswagen. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Abgasaffäre

VW will im Dieselskandal Schadenersatz von Winterkorn und Stadler

  • Friederike Meier
    vonFriederike Meier
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Die damaligen Chefs von VW und Audi sollen nach Willen des VW-Aufsichtsrats wegen des Dieselskandals Schadensersatz zahlen. Über die Höhe ist noch nichts bekannt.

Wolfsburg – Über fünf Jahre nach Bekanntwerden des Dieselskandals verlangt der Autokonzern Volkswagen nun Schadensersatz vom früheren Konzernchef Martin Winterkorn und von Ex-Audi-Chef Rupert Stadler. Wie VW am Freitag (26.03.2021) in Wolfsburg mitteilte, beendete der Aufsichtsrat des Konzerns seine Prüfung von Haftungsansprüchen und kam dabei zu dem Schluss, dass Winterkorn und Stadler im Zuge des Abgasskandals ihre Sorgfaltspflichten verletzten. Auf welche Summe sich die Forderungen belaufen könnten, blieb zunächst unklar.

Im Fall anderer VW-Vorstandsmitglieder seien dagegen keine Verstöße festgestellt worden. Der Dieselskandal bei Volkswagen war im September 2015 bekannt geworden. VW hatte damals eingeräumt, bei bestimmten Dieselmotoren eine Software verbaut zu haben, die den Ausstoß von Stickoxid nur auf dem Prüfstand senkt, nicht aber im Straßenverkehr.

Dieselskandal: Nach Ansicht des VW-Aufsichtsrat hat Winterkorn Sorgfaltspflicht verletzt

Eine „umfassende Untersuchung“ habe nun ergeben, dass Martin Winterkorn seine Sorgfaltspflichten als damaliger Vorstandsvorsitzender verletzt habe, teilte der Konzern nach einer Sitzung des Aufsichtsrats mit. In der Zeit ab dem 27. Juli 2015 habe er es unterlassen, die Hintergründe des Einsatzes unzulässiger Softwarefunktionen in TDI-Dieselmotoren, die von 2009 bis 2015 in Nordamerika vertrieben wurden, „unverzüglich und umfassend aufzuklären“. Zudem habe Winterkorn nicht dafür gesorgt, dass in diesem Zusammenhang gestellte Fragen der US-Behörden „umgehend wahrheitsgemäß und vollständig beantwortet werden“.

Ex-Audi-Chef Stadler habe nach Überzeugung des Aufsichtsrats seine Sorgfaltspflichten verletzt, indem er es in der Zeit ab dem 21. September 2016 unterlassen habe, dafür zu sorgen, dass von Audi entwickelte Dieselmotoren, die in EU-Fahrzeugen von Volkswagen, Audi und Porsche verbaut waren, „im Hinblick auf unzulässige Softwarefunktionen untersucht werden“.

Dieselskandal: Sowohl Winterkorn als auch Stadler verantworten sich vor Gericht

Laut der Süddeutschen Zeitung erklärten die Rechtsanwälte von Winterkorn, er bedaure die Entscheidung des Aufsichtsrats. Er weise den gegen ihn erhobenen Vorwurf zurück und sei überzeugt, alles getan zu haben, um den Schaden zu mindern.

Sowohl Winterkorn als auch Stadler müssen sich wegen des Dieselskandals auch vor Gericht verantworten. Der Prozess gegen Winterkorn in Braunschweig wurde wegen der Coronavirus-Pandemie verschoben. Ex-Audi-Chef Stadler steht bereits seit dem vergangenen Herbst vor dem Münchener Landgericht. Der Vorwurf gegen ihn lautet „Betrug, mittelbare Falschbeurkundung sowie strafbare Werbung.“ (Friederike Meier, afp)

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