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Klitschko mit harten Worten an Selenskyj: „Er zahlt für die Fehler!“

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Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko kritisiert in einem Interview den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Er wirft ihm Fehler vor.

Kiew – Vitali Klitschko, der Bürgermeister von Kiew, hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gegenüber einem schweizerischen Medium heftig kritisiert. Insbesondere die mangelnden Kriegsvorbereitungen werden vom ehemaligen Boxweltmeister beanstandet. Darüber berichtet unter anderem die dpa.

Ukraine-Krieg: Klitschko übt heftige Kritik

„Die Leute fragen sich, wieso wir auf diesen Krieg nicht besser vorbereitet waren. Wieso Selenskyj bis zum Schluss verneinte, dass es dazu kommen werde“, erklärte Klitschko gegenüber dem schweizerischen Nachrichtenportal 20 Minuten. Er bemängelte die Diskrepanz zwischen Information und Realität und betonte die Notwendigkeit von Ehrlichkeit angesichts der ernsten Lage in der Ukraine.

Vitali Klitschko
Vitali Klitschko, Bürgermeister von Kiew, in seinem Büro im Rataus der ukrainischen Hauptstadt. © Kay Nietfeld/dpa

„Selenskyj zahlt für die Fehler, die er gemacht hat“, erklärte Klitschko. „Selbstverständlich können wir euphorisch unser Volk und unsere Partner anlügen. Aber das kann man nicht ewig machen“, sagte Klitschko im Interview. Ebenso unterstützte er die Aussagen des ukrainischen Oberkommandierenden, Walerij Saluschnyj, der zur Verärgerung Selenskyjs, eine Pattsituation im Krieg angedeutet hatte. „Manchmal wollen die Menschen die Wahrheit nicht hören. Aber letztlich ist er verantwortlich. Er hat erklärt und begründet, wie die Lage heute ist.“, so der ehemalige Boxweltmeister.

Klitschko: Keine politischen Spielchen betreiben

„Er spricht die Wahrheit“, betonte Klitschko in Bezug auf Saluschnyjs Aussagen. Gleichzeitig mahnte er, angesichts des seit fast zwei Jahren andauernden Krieges keine politischen Spielchen zu betreiben. Kiews Bürgermeister Klitschko sicherte Selenskyj aber ebenso Unterstützung zu – bis zum Kriegsende: „Der Präsident hat heute eine wichtige Funktion, und wir müssen ihn bis zum Kriegsende unterstützen. Aber am Ende dieses Krieges wird jeder Politiker für seine Erfolge oder Misserfolge zahlen.“

Klitschko betonte, dass am Ende des Krieges jeder Politiker für seine Taten einstehen muss. Außerdem dankte er Deutschland für die Bereitstellung von Flugabwehrsystemen, kritisierte jedoch die Zurückhaltung bei der Lieferung von Marschflugkörpern des Typs Taurus. Erst im September forderte Klitschko bei seinem Besuch auf der „Westfälischen Friedenskonferenz“ weitere militärische Unterstützung für die Ukraine. (maku mit dpa)

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