1. Startseite
  2. Politik

Vorbereitung für nächste Offensive

Erstellt:

Kommentare

Großangriff im Donbass erwartet

Das hat Moskau nun davon: Israel liefert der Ukraine 2000 Helme und 500 Schutzwesten für zivile Regierungsdienste. Lange waren die Israelis betont neutral geblieben – bis hin zum Ignorieren des nun 84 Tage währenden Krieges –, dann fantasierte der russische Außenminister Sergej Lawrow etwas vom „jüdischen Blut“, das in Hitler geflossen sei. Mindestens undiplomatisch und schädlich war das, denn die jetzige Lieferung für Kiew hat nur symbolischen Wert, aber sie hat einen Wert. Und vielleicht ist sie auch ein Signal der vom Westen, zu dem Israel eigentlich auch zählt, herbeigesehnten Kriegswende. Wer will schon auf der Verliererseite stehen?

Kriegswende muss aber noch lange nicht Kriegsende sein. Alles deutet darauf hin, dass die russischen Streitkräfte im Raum Severodonetsk sich für eine Schlacht in Position zu bringen suchen. Das US-amerikanische „Institute for the Study of War“ interpretiert zumindest dahin die nur sehr geringfügigen Frontbewegungen im zentralen Donbass-Abschnitt, während die in den vergangenen Tagen intensivierten Artillerieschläge gegen Sumy und Tschernihiw weiter nördlich Ablenkungsmanöver sein könnten.

Zehntausende Tote?

Wie viel Offensivkraft die Russen derzeit tatsächlich haben, bleibt unklar. Nach westlichen Schätzungen sollen sie ein Drittel ihrer Mannschaftsstärke eingebüßt haben, die meisten durch Tod oder Verwundung, aber manche auch durch Desertion und durch für russische Verhältnisse bemerkenswert häufigere Verweigerung des Kriegsdienstes in der Truppe.

Zahlen diesbezüglich sind von zweifelhafter Qualität: Selbst wenn die von der Ukraine genannten russischen Verluste von um die 28 500 wahrscheinlich zu hoch gegriffen sind, bedeutet das noch nicht, dass der Krieg wie zuletzt erwartet, zu einem wenig intensiven Stellungskrieg verebbt. Und auch der wäre noch lange kein Friedensschluss.

Auch interessant

Kommentare