Poesie

Was uns das Virus sagen will

Thomas Gsella beschäftigt sich in Reimen mit dem Corona-Virus.

Dass dem wahren Glanz aus Innen
Falsches Außen nichtig ist
Und wir uns auf das besinnen,
Was im Tiefsten wichtig ist:

Dass der Mensch dem Mensch begegnet
Mit humaner Menschlichkeit
Und dem andern, wenn es regnet,
Einen Schirm schenkt oder leiht;
Dass ein gutes Miteinander Lieben heißt, nicht Hass, nicht Gier;

Dass Baum, Sau und Salamander
Gleichen Rechtes sind wie wir;
Dass das Ich sein wahres Selber
Findet nur im Ich-und-Du
Und wir Kühen nicht die Kälber Und die Milch stibitzen, buh –

All das will das Virus sagen.
Aber kann es leider nicht.
Und so bleiben halt doch Fragen,
Wenn es grunzt: „Kch pff kzrrr!“

Das Gedicht hat Thomas Gsella verfasst. In seiner Lyrik beschäftigt er sich häufig mit aktuellen Themen, nimmt sie satirisch in den Blick. Kein Wunder, war er doch von 2005 bis 2008 Chefredakteur des Satiremagazins „Titanic“. Heute schreibt er unter anderem für unser Wochenendmagazin FR7 sowie für den „Stern“ und „Spiegel Online“.

Zahlreiche Bücher mit komischen Texten hat Gsella veröffentlicht – meist in Reimform. Über seine Gedichte sagt er selbst: „Es ist keine komplizierte Angeberlyrik, Sie müssen nichts interpretieren, nur lesen oder zuhören, und wenn Sie nicht vollkommen blöd sind, verstehen Sie alles sofort und können befreit loslachen oder -weinen, je nach Intention des Autors.“ osk

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