Virologe Christian Drosten spricht über das Coronavirus (Archivbild).
+
Virologe Christian Drosten spricht über das Coronavirus (Archivbild).

Coronavirus

Virologe Christian Drosten warnt: „Sind jetzt wieder im Anstieg“

  • Moritz Serif
    vonMoritz Serif
    schließen

Die Corona-Fallzahlen erreichen wieder Stände vom April. Deshalb meldet sich nun auch der Virologe Christian Drosten zurück - samt einer Strategie.

  • Aktuell verbreitet sich das Coronavirus über unbekannte Cluster in Deutschland.
  • Der Virologe Christian Drosten hat Superspreader im Blick.
  • Auffällig ist auch, dass ältere Menschen vermehrt erkranken.

Deutschland - 2.200 Neuinfektionen meldet das Robert Koch-Insitut (RKI) am Donnerstag, 17. September. Damit haben die Neuinfektionen in Deutschland wieder die Höhe vom April erreicht. Der Virologe Christian Drosten sieht sogar Unterschiede im Vergleich zum August.

Die nun gemeldeten Corona-Zahlen seien keine beliebige Schwankung. „Wir sind jetzt wieder im Anstieg“, sagte der Charité-Wissenschaftler in Berlin beim Kommunikationskongress des Bundesverbands der Kommunikatoren, wo er für seine Aufklärungsarbeit in der Pandemie mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet wurde.

Christian Drosten: Coronavirus verbreitet sich über unbekannte Cluster - Superspreader im Blick

Im August sei das kurze An- und Abschwellen der Zahl der Neuinfektionen mit großer Sicherheit auf aus dem Ausland importierte Fälle zurückzuführen gewesen. Die jetzt neu diagnostizierten Fälle seien hingegen in Deutschland aufgetretene Infektionen und in erster Linie Hinweise auf unerkannte Cluster im Hintergrund.

Ein Cluster kann eine Gruppe von Menschen bei einer Familienfeier sein. „Das heißt wir müssen uns eigentlich jetzt so drauf einstellen, dass das, was wir sehen, der Beginn einer Inzidenzzunahme ist, die man irgendwann auch dann wieder kontrollieren muss“, sagte Drosten. Vor allem Superspreader können unter Umständen sehr viele Corona-Fälle auslösen - beispielsweise in einem Cluster. „Wir zählen viel empfindlicher“, verkündete Drosten. Es dürften mehr der Infektionen erkannt werden als im Frühjahr. Außerdem infizieren sich immer mehr jüngere Menschen, die nicht schwer erkranken. Das sei jedoch keine Entwarnung.

RKI meldet: Auch ältere Menschen stecken sich wieder vermehrt an

„Seit der vergangenen Woche ist ein leichter Anstieg der Fallzahlen in den höheren Altersgruppen zu sehen, dieser Verlauf sollte aufmerksam beobachtet werden“, hieß es vom RKI. Deshalb müsse man verhindern, dass sich ältere und besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen anstecken. Die Situation auf den Intensivstationen ist laut DIVI-Intensivregister allerdings entspannt. (mse mit dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare