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Aleksandar Vucic (r.) macht auf freundlich mit Viktor Orbán.
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Aleksandar Vucic (r.) macht auf freundlich mit Viktor Orbán.

EU-Beitritt

Viktor Orbáns Bärendienst

  • VonThomas Roser
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Ungarns Anzeigenoffensive für Serbiens EU-Beitritt löst in Belgrad Sorgen aus.

Über mangelnde Medienpräsenz im internationalen Blätterwald hat Ungarns streitbarer Premier Viktor Orbán eigentlich kaum zu klagen. Doch weil der Rechtsausleger mit seinen Tiraden gegen das Diktat aus Brüssel bei den EU-Partner:innen immer weniger Gehör findet, versucht er sich dieses eben zu erkaufen.

Ob mit ganzseitigen Anzeigen in der deutschen „Bild“-Zeitung, dem französischen „Le Figaro“, der spanischen Zeitung „ABC“, dem kroatischen „Vecernji List“ oder dem dänischen „Jyllands-Posten“: Mit einer europaweiten Anzeigenoffensive versucht Orbán, seine zunehmende Isolation zu durchbrechen – und auch für den EU-Beitritt Serbiens die Werbetrommel zu schlagen.

Feldzug gegen den „Superstaat“

Das von ihm verkündete „Nein“ zum „europäischen Imperium“ ist bekannt. Doch mit seinem Feldzug gegen den „Superstaat“ und die von ihm gezeichnete Gefahr der „Massenmigration“ ist Orbán selbst als Anzeigenkunde nicht überall gefragt:

Die belgischen Zeitungen „De Morgen“, „De Standaard“ und „La Libre Belgique“ haben die Veröffentlichung der Anzeige genauso abgelehnt wie Schwedens „Dagens Nyheter“, die „Irish Times“ oder „The Times of Malta“. Nur auf den ersten Blick scheint derweil der EU-Anwärter Serbien ein Nutznießer der ungarischen PR-Offensive zu sein. Zwar wird Serbiens EU-Beitritt als siebter und letzter „Vorschlag“ in dem von Orbán unterzeichneten Anzeigenpamphlet aufgeführt. Doch uneingeschränkte Begeisterung löst die vermeintliche Nachbarschaftshilfe in Serbien keineswegs aus. „Orbáns Anzeige ist eine schlechte Reklame für Serbien“, titelt düster die Belgrader Zeitung „Danas“.

Mehr Einfluss auf dem gesamten Westbalkan?

„Orban brüskiert Brüssel erneut – und zieht Serbien mit hinein“, konstatiert besorgt der „Blic“. Gerade wegen Politikerinnen und Politikern wie Orbán, die sich offen gegen die europäischen Werte stellten, sei die EU „in der Krise“, warnt die Belgrader Historikerin Dubravka Stojanovic vor zu engen Banden Serbiens mit den „rechtsextremen“ Parteien im Europaparlament: „Mit solchen Fürsprechern wird uns die EU niemals aufnehmen.“

Tatsächlich pflegen Ungarns Premier und Serbiens ähnlich autoritär gestrickter Präsident Aleksandar Vucic auch persönlich sehr enge Kontakte. Mit dem verstärkten Engagement in Serbien hofft Ungarn seinen Einfluss auf dem gesamten Westbalkan zu vergrößern.

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