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Der „Händler des Todes“ – Wer ist Viktor Bout und was will Russland mit ihm?

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Von: Stefan Krieger, Moritz Serif

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Viktor Bout, ein verurteilter Waffenhändler mit dem Spitznamen „Händler des Todes“, wird von den USA im Austausch gegen Brittney Griner an Russland übergeben.

Moskau/Washington D.C. – In den russischen Staatsmedien war seit Monaten spekuliert worden, dass Brittney Griner, die wegen des Besitzes von Cannabisöl in Russland zu neun Jahren Haft verurteilt worden war, gegen Viktor Bout ausgetauscht werden könnte. Dessen Freilassung aus US-amerikanischer Haft hatte Moskau seit langem gefordert. John Bolton, Ex-Sicherheitsberater der Trump-Regierung, bezeichnete den Gefangenenaustausch als „eine Kapitulation“.

Bout, ein ehemaliger Dolmetscher des sowjetischen Militärs, der zum internationalen Waffenhändler wurde, war mehr als zehn Jahre lang inhaftiert, nachdem er im Rahmen einer drei Kontinente umspannenden verdeckten Operation der Drogenbekämpfungsbehörde nach Thailand gelockt und dort festgenommen worden war. „Viktor Bout ist in meinen Augen einer der gefährlichsten Männer der Welt“, wird Michael Braun, der ehemalige Leiter der US-Anti-Drogenbehörde, vom Nachrichtensender CBS zitiert.

Der „Todes-Händler“: Bout kam mit 18 Jahren in dei Armee

Bout, der Sohn eines Buchhalters und einer Automechanikerin, wurde mit 18 Jahren in die sowjetische Armee eingezogen, nachdem er als Teenager Volleyball gespielt hatte, wie die Zeitung New Yorker in einem 2012 veröffentlichten Profil berichtet. Er diente zwei Jahre lang in einer Infanteriebrigade in der Westukraine und bewarb sich dann am Militärinstitut für Fremdsprachen in Moskau, wo er Portugiesisch studierte.

Bout betonte gegenüber dem New Yorker, er sei nie ein Spion gewesen, aber andere, darunter sein früherer Geschäftspartner und ein ehemaliger CIA-Offizier, sagten, er habe einst für den GRU, den sowjetischen militärischen Auslandsgeheimdienst, gearbeitet. Der Mann soll 15 Jahre lang Waffen an Warlords geliefert haben. Laut ntv habe er sich verschworen, Amerikaner:innen zu töten und eine terroristische Vereinigung zu unterstützen, was Bout abstritt. Ebenso habe er nicht mit Waffen gehandelt. Die Geschworenen an einem New Yorker Gericht sahen das anders und sprachen ihn schuldig. Dafür gab es 25 Jahre Haft und eine Geldstrafe in Höhe von 15 Millionen Dollar.

Waffenhändler Wiktor But
Waffenhändler Wiktor But wurde frei getauscht.  © Narong Sangnak/dpa

Darum wollte Putin Bout unbedingt zurückhaben

Doch wieso wollte Wladimir Putin ihn unbedingt zurückhaben? Laut CNN ist der Waffenhändler eine so wichtige Person, die man nicht einfach zurücklassen könne. Putin wolle sich nämlich bei russischen Eliten beliebt machen. Gerade zu diesen Menschen pflegt Russlands Präsident nämlich enge Beziehungen. Als Bout in Afrika diente, soll er zu jenem Kreis Kontakte gepflegt haben. 2005 entstand eine Hollywood-Verfilmung, die lose an das Leben von Viktor Bout angelehnt ist. In „Lord of War“ spielt Nicolas Cage die Hauptrolle. In dem Film spielt Cage die Rolle des Yuri Orlov, der den Händler des Todes verkörpert. (skr/mse)

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