1. Startseite
  2. Politik

Vierte Corona-Impfung nicht nötig? Forscher nennt „wunderbare“ Alternative

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Tobias Utz

Kommentare

Coronavirus
Eine Illustration des Coronavirus Sars-CoV-2. (Symbolfoto) © Bihlmayer Fotografie/Imago Images

Noch ist unklar, ob es eine flächendeckende zweite Booster-Impfung geben wird. Gesundheitsminister Lauterbach verknüpft das mit der Impfpflicht, ein Forscher mit Durchbruchsinfektionen.

Berlin – Inmitten der Debatte um eine allgemeine Corona-Impfpflicht hat sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach zur möglichen vierten Impfung geäußert. Der Rheinischen Post sagte der 58-Jährige: „Wer heute oder künftig über drei Impfungen mit mRNA-Impfstoffen oder einem ähnlich wirksamen Impfstoff verfügt, verfügt über eine gute Grundimmunisierung.“

„Die heutige Dreifachimpfung würde somit jeder Impfpflicht Genüge tun“, ergänzte er im Interview. Eine vierte Dosis eines Corona-Impfstoffs wäre damit im Falle einer Impfpflicht nicht notwendig. Ein Nachlassen des Schutzes durch die Booster-Impfung sei bislang noch nicht festgestellt worden, sagte Lauterbach. Wichtig sei jedoch, „dass die Menschen jetzt für die Boosterung nicht auf die neuen Impfstoffe warten“. Man solle sich am besten „sofort“ boostern lassen, um sich vor der hochinfektiösen Omikron-Variante zu schützen.

Vierte Corona-Impfung: Forscher nennt Alternative

Zuletzt wurden neue Daten aus Israel veröffentlicht, wo bereits das zweite Mal geboostert wird. Für alle Menschen im Alter über 60 und Angehörige von Risikogruppen wird in Israel bereits die Auffrischung der Auffrischung angeboten. In einer ersten Studie zeigte sich allerdings, dass der Schutz vor Omikron nicht maßgeblich zunahm.

Karl Lauterbach
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. © Xander Heinl/Photothek/Imago Images

Fachleute sehen jedoch neben der vierten Corona-Impfung auch eine weitere Möglichkeit, sich weiterhin vor Sars-CoV-2 zu schützen: eine Durchbruchsinfektion. „Sie kriegen einen wunderbaren Booster-Effekt durch eine Durchbruchsinfektion, die sie aber klinisch gar nicht erkranken lässt. Und das wird dann, glaube ich, bei großen Teilen der Bevölkerung passieren“, betonte Leif Erik Sander, Impfstoffforscher an der Berliner Charité, gegenüber dem ZDF.

Leif Erik Sander
Leif Erik Sander, Forscher an der Charité Berlin, auf der Bundespressekonferenz. © Frederic Kern/Imago Images

Wer bereits eine gute Grundimmunisierung mit drei Impfdosen und kein erhöhtes Krankheitsrisiko habe, für den könne der Kontakt mit der Omikron-Variante als weitere Auffrischung ausreichen, so der Wissenschaftler weiter. Auf diese Weise solle der Antikörper-Spiegel als Immunantwort ansteigen.

Corona-Impfpflicht

Ist das rechtlich überhaupt möglich?

Bei Risikopatienten könne eine vierte Impfung hingegen sinnvoll sein, so der Forscher: „Aber das ist jetzt nichts, was man der allgemeinen Bevölkerung empfehlen sollte. Ich glaube, mit drei Impfungen ist man super geschützt“, sagte Sander dem ZDF.

(tu)

Auch interessant

Kommentare