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Viele Worte, wenige Taten

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Von: Peter Rutkowski

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Fluchtaufruf für Menschen in Donezk

Es ist schwer, die Verwüstung und die Unmenschlichkeit der russischen Attacken (…) zu verstehen.“ Irlands Regierungschef Micheál Martin besuchte am Mittwoch, Tag 133 des Krieges in der Ukraine, die Trümmerhaufen, die einst Borodjanka, Butscha und Irpin waren und zeigte sich via Twitter einigermaßen fassungslos angesichts der Zerstörungen offensichtlicher ziviler Ziele durch die Invasoren.

Und das waren nur die Orte im Norden der Ukraine, an denen – zumindest bis auf weiteres – nicht mehr gekämpft wird.

Der Chef der Donezker Militärverwaltung, Pawlo Kyrylenko, rief die Bevölkerung der Oblast am Mittwoch auf, das Gebiet so schnell wie möglich zu verlassen. Nach dem Fall der Nachbar-Oblast Luhansk konzentriert sich das Kampfgeschehen in dem Dreieck Siwersk, Slowjansk und Bachmut. Zur Stunde noch können die Ukrainer die russischen Vorstöße weitgehend aufhalten. Sie warten auf die versprochene westliche Militärhilfe.

Und warten. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft unterhält den „Ukraine Support Tracker“, eine Datenbank, in der der Wert der finanziellen oder waffentechnischen Unterstützung, die gut 40 Staaten der Ukraine seit Kriegsbeginn zugesagt haben, erfasst wird. Der in Aussicht gestellte Gesamtwert ist hoch – 80,7 Milliarden Euro –, aber real verringert er sich, wie Forschungsdirektor Christoph Trebesch die Lage am Mittwoch beschrieb. Dem angegriffenen Land würde alles nur sehr zeitverzögert bereitgestellt, die Unterstützung bleibe deutlich hinter dem zurück, was zur Stabilisierung der Lage nötig wäre. Auffällig sei auch die große Lücke zwischen zugesagter und geleisteter Unterstützung. mit dpa

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