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Feinstaub-Messgerät: Die Werte sind hoch, das haben auch die Umweltzonen nicht geändert.
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Feinstaub-Messgerät: Die Werte sind hoch, das haben auch die Umweltzonen nicht geändert.

Feinstaub

Zu viel Staub in der Luft

  • Steven Geyer
    VonSteven Geyer
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Umweltverbände fordern die Bundesregierung wegen der hohen Feinstaubbelastung zum Handeln auf.

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Es begann in Köln und Hannover: Pünktlich zum 1. Januar 2008 durften in bestimmten Stadtgebieten, die die Rathäuser als „Umweltzone“ auserkoren hatten, nur noch Autos fahren, die als schadstoffarm gekennzeichnet waren. Die gesetzliche Grundlage dafür hatte die rot-grüne Bundesregierung knapp zwei Jahre zuvor mit der „Feinstaubverordnung“ geschaffen. Sie sollte helfen, dass deutsche Städte die EU-Grenzwerte für die Feinstaub-Belastung der Luft einhalten können: Zurzeit sind 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft erlaubt, an maximal 35 Tagen im Jahr. In Deutschland haben inzwischen knapp 50 Städte und Regionen in elf Bundesländern Umweltzonen eingerichtet, EU-weit mehr als 300.

Da klingt es schon fast wie eine Hiobsbotschaft, was das Umweltbundesamt da an diesem Dienstag in Form einer langen Zahlen- und Ortstabelle im Internet veröffentlicht hat. Kernaussage: Schon jetzt können an etlichen Messstellen die Grenzwerte für dieses Jahr nicht mehr eingehalten werden. In Stuttgart war dieser Jahreswert mit 36 Tagen bereits Mitte März erreicht. Berlin und Frankfurt (Oder) sind mit 33 und 32 Tagen kurz davor, dicht gefolgt von Halle und Leipzig mit 30 Tagen.

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Dass die Feinstaubwerte in Deutschland zwischen Januar und April anstiegen, sei allerdings nicht ungewöhnlich, sagte Arno Graff, UBA-Experte für Luftqualität. Das liege neben den üblichen Emissionen durch Industrie und Verkehr vor allem an der Heizperiode und an der Witterung. Bei kühlen und stabilen Hochdrucklagen ohne viel Wind sammelten sich mehr Luftschadstoffe in der unteren Atmosphäre. Entscheidend dabei ist aber immer die Konzentration. Nicht aller Feinstaub kommt dabei aus Kohlekraftwerken, Autoabgasen oder häuslichen Kaminen. Insbesondere Ostdeutschland bekommt die Partikel bei Ostwind auch importiert – aus Polen und Tschechien.

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Insgesamt hat sich die Belastung der deutschen Ballungszentren so auch durch all die Umweltzonen nicht grundlegend verbessert. Die Gesundheit der Großstädter ist durch die unsichtbar kleinen Partikel aus Verkehr, Heizungen, Kraftwerken und Industrie gefährdet wie eh und je. Die Umweltverbände sehen die Politik um so mehr in der Pflicht. „Die alarmierenden Werte müssen für die Bundesregierung Anlass zum sofortigen Handeln sein“, erklärte etwa Jens Hilgenberg, Verkehrsexperte des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

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Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) müssten schnellstmöglich dafür sorgen, dass der Autoverkehr in den Innenstädten reduziert und der Rad- und Fußverkehr sowie der öffentliche Nahverkehr deutlich ausgebaut werden. Allerdings müsse nicht nur in den Städten gehandelt werden: „Die besten Regelungen in den Städten nützen nichts, wenn durch Emissionen aus Kohlekraftwerken und industrieller Massentierhaltung Unmengen an Schadstoffen in die Städte gelangen“, sagte Hilgenberg. Lücken gebe es zudem bei Filtern für Dieselloks und Binnenschiffe.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt mahnte eine Filterpflicht für Baumaschinen an. Veraltete Modelle arbeiteten oft stundenlang und verpesteten die Luft mit Ruß.

Dieses Anliegen unterstützt auch der Feinstaubexperte Marcel Langner vom Umweltbundesamt. „Bewährt haben sich auch Durchfahrtsverbote für Lkw“, sagte er der „Welt“. Davon könnten Kommunen in den Gebieten, wo die Luft besonders schlecht ist, noch mehr Gebrauch machen. Von den Umweltzonen ist der Experte aber trotzdem überzeugt. „Ohne die Umweltzonen“, sagte Langner, „hätten wir eine deutlich schlechtere Situation.“

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