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ETA-Attentat

Die verwundete Bestie

  • Martin Dahms
    VonMartin Dahms
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Die ETA ist auf dem Rückzug, schlägt aber noch blutig zu. Von Martin Dahms

Es soll am 31. Juli des Jahres 1959 gewesen sein, dass sich in Bilbao ein paar unzufriedene baskische Studenten trafen, um eine Organisation mit dem Namen "Baskenland und Freiheit" zu gründen. Über das genaue Datum gibt es Zweifel, aber die Organisation existiert: Sie hat es unter ihrem baskischen Kürzel ETA zu einiger Bekanntheit gebracht. Ihre Markenzeichen sind Nackenschuss und Autobombe, ihre Ideologie ist nationalistisch und leninistisch, ihr Ziel die staatliche Unabhängigkeit des Baskenlandes.

"Es gibt uns noch"

Alles spricht dafür, dass sie hinter dem Mord an zwei Guardia-Civil-Polizisten auf Mallorca und hinter dem Bombenattentat gegen die Guardia-Civil-Kaserne am Vortag in Burgos steckt.

War denn die ETA nicht schon so gut wie am Ende? In den vergangenen Monaten haben französische und spanische Polizisten Erfolg um Erfolg im Kampf gegen die baskischen Terroristen feiern können. Sie nahmen eine Führungsfigur nach der anderen fest, einen Kollaborateur nach dem anderen, entdeckten ein Waffenlager nach dem anderen. Wie zum Hohn schlägt die ETA nun mit spektakulären Attentaten zurück, und sie schlägt nicht blindlings um sich, sondern nimmt sich ihren Intimfeind vor, die Guardia Civil, Spaniens kasernierte Polizei, die unter anderem für den Antiterrorkampf zuständig ist.

Die ETA stellt mit diesen Attentaten ihre eigene Existenz unter Beweis. Das ist die wichtigste Botschaft jedes ETA-Attentats: Es gibt uns noch! Ein Mordmotiv, das in Zeiten wie diesen, wo die Terroristen einen Rückschlag nach dem anderen verkraften müssen, umso bedeutsamer wird. Die ETA ist auf dem Rückzug. Aber auch eine Organisation auf dem Rückzug kann dem Gegner noch heftige Schmerzen bereiten.

Unabhängigkeit? Nein danke

Ihre Ziele wird die ETA nie erreichen. Allein schon, weil die Mehrheit der Basken, bei aller Vaterlandsliebe, von der staatlichen Unabhängigkeit nichts wissen will. Und von einem leninistischen Regime schon gar nichts.

Schließlich wird sich auch der spanische Staat nicht von der ETA in die Knie zwingen lassen. Eine spanische Regierung nach der anderen hat sich mit der ETA an einen Tisch gesetzt, um über das mögliche Ende des Terrors zu reden. Und jedes Mal sprangen die ETA-Vertreter irgendwann beleidigt auf, weil sie die andere Seite nicht als politische Vertreter des Baskenlandes akzeptierte.

Der Letzte, der den Dialog mit der ETA wagte, war der sozialistische Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero. Aber auch er, der allzeit gesprächsbereite, der geborene Optimist, gab auf, nachdem ihm die ETA mit einem Bombenanschlag am Madrider Flughafen Barajas gezeigt hatte, dass ihr an Verhandlungen nicht gelegen ist.

Die ETA ist 50 Jahre alt und hat in dieser Zeit nichts gelernt. Das Bakenland hat sich in diesen fünf Jahrzehnten radikal verändert, nur die ETA hat sich nicht verändert. Sie glaubt noch immer, gegen eine Diktatur zu kämpfen, als wäre Franco nicht vor 34 Jahren gestorben. Das einzige, was die ETA in diesen 50 Jahren gelernt hat, ist die Bombe zu lieben. Ohne Terror ist die ETA nichts. Sie lebt vom Blut der anderen. Solange es die ETA gibt, wird sie versuchen zu töten. Aber ihre Kraft lässt nach. Die gestrigen Morde und die Bombe vom Mittwoch sind nur das Aufbäumen einer schwer verwundeten Bestie.

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