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Lauterbach kritisiert Precht-Vorschlag: „Sind nicht Putins Psychotherapeuten“

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Von: Moritz Serif

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Karl Lauterbach zeigt sich im Interview fassungslos angesichts einiger Aussagen von Richard David Precht. (Montage)
Karl Lauterbach und Richard David Precht sind nicht immer einer Meinung. (Montage) © Fotos: Rolf Vennenbernd/dpa, Michael Kappeler/dpa | Montage: IPPEN.MEDIA

Philosoph Precht ist gegen eine Nato-Mitgliedschaft für die Ukraine. Gesundheitsminister Lauterbach widerspricht. Doch dann äußert sich Lambrecht.

Berlin – Richard David Precht äußert sich von Zeit zu Zeit zum Ukraine-Krieg. „Einen europäischen Staat in einem Krieg direkt mit Waffen zu beliefern, ist und bleibt ein Tabubruch“, schrieb der Philosoph im März in einem Gasbeitrag für den „Stern“. Mittlerweile hat Kiew die Aufnahme in das Nato-Bündnis beantragt – für Precht keine gute Idee.

Um eine weitere Eskalation zu vermeiden, sollten einzelne Nato-Staaten Russland verbindlich garantieren, nicht für einen Beitritt der Ukraine zu stimmen, so sein Vorschlag, der im RND erschienen ist. „Nützen würde vielleicht ein verbindliches Abkommen von ein, zwei oder drei Nato-Staaten mit Russland, dass die Ukraine nicht in die Nato aufgenommen wird. Ich glaube, in dem Moment hätte man zumindest einen Horizont für weitere Verständigung“, so Precht. „Fakt ist, die Russen hätten dadurch überhaupt mal ein Ergebnis erreicht. Denn ohne das werden sie den Krieg nicht beenden“, ergänzte der Philosoph.

Precht ist gegen Nato-Mitgliedschaft für die Ukraine

Andrij Melnyk, ukrainischer Botschafter, reagierte verärgert auf Prechts Vorschlag. „Herrn Precht als ‚Philosophen‘ zu bezeichnen klingt wie Hohn & Beleidigung für Hegel oder Kant, die sich im Grab umdrehen würden. Dass dieser egomane Typ uns seine schäbigen Ratschläge für die Nato-Mitgliedschaft der Ukraine erteilt, grenzt an Schizophrenie“, schrieb Melnyk bei Twitter.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) reagierte ebenfalls kritisch. „Mal ehrlich: Was sollen denn jetzt Kniefälle vor Putin bringen? Wir sind im Krieg mit Putin und nicht seine Psychotherapeuten. Es muss weiter konsequent der Sieg in Form der Befreiung der Ukraine verfolgt werden. Ob das Putins Psyche verkraftet, ist egal“, so Lauterbach, der auch bei Corona-Diskussionen mit Precht nicht immer einer Meinung war.

Lauterbach widerspricht Precht – und kassiert Konter von Lambrecht

Das wiederum rief eine Reaktion von Deutschlands Verteidigungsministerin Christine Lambrecht hervor. „Es ist ganz klar – sowohl für die deutsche Bundesregierung als auch für die gesamte Nato: Wir werden keine Kriegspartei“, so die SPD-Politikerin. Dass man nicht Kriegspartei werde „hat uns von Anfang an geleitet. Und daran hat sich auch nichts geändert“, sagte sie in der ARD. (mse)

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