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Andrea Nahles soll die SPD in ruhigere Fahrwasser führen.

Deutschlandtrend

SPD verliert an Glaubwürdigkeit

Laut ARD-"Deutschlandtrend" steigt die "GroKo"-Zustimmung bei den Anhängern von Union und SPD. Die Bundesbürger insgesamt sehen die große Koalition mehrheitlich skeptischer.

Die große Koalition steigt bei Anhängern von Union und SPD im Kurs. Wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten ARD-“Deutschlandtrend“ hervorgeht, kletterte unter SPD-Anhängern die Zustimmung zur „GroKo“ seit der letzten Befragung vor zwei Wochen um 15 Prozentpunkte auf 66 Prozent. Auch 70 Prozent der Anhänger von CDU und CSU fänden eine große Koalition gut oder sehr gut (plus sechs Prozentpunkte).

Die Bundesbürger insgesamt sehen eine mögliche „GroKo“-Fortführung ebenfalls positiver, bleiben mehrheitlich aber skeptisch. 46 Prozent der Befragten befürworten laut „ARD“-Deutschlandtrend nun eine Koalition aus Union und SPD – vier Punkte mehr als Mitte Februar. 52 Prozent fänden ein solches Regierungsbündnis weniger gut oder schlecht.

Die SPD bekommt in der Umfrage schlechte Noten. Nur noch 18 Prozent halten die Partei für geschlossen; vor dreieinhalb Jahren waren es 34 Prozentpunkte mehr. Noch 35 Prozent erachten die Sozialdemokraten für glaubwürdig (minus 23 Punkte im Vergleich zum August 2014).

Auch inhaltlich überzeugte die Partei viele Befragte nicht. Nur 43 Prozent (minus 13 Punkte) waren der Ansicht, die SPD habe die richtigen Konzepte, um die wichtigen Probleme des Landes zu lösen. Fast 60 Prozent bezweifelten außerdem die Regierungsfähigkeit der SPD.

Dagegen hielten drei Viertel der Befragten die CDU für regierungsfähig, die Hälfte glaubte das auch bei der CSU. Dass sie die CDU für geschlossen erachten, gaben sechs von zehn Befragten an, bei der CSU waren es fast genauso viele. Mehr als die Hälfte hielt die CDU für glaubwürdig, die Christsozialen erachteten etwas weniger Befragte als glaubwürdig.

Die Unionsparteien überzeugten dafür weniger in Sachen Bürgernähe: Nur etwas mehr als 40 Prozent der Befragten gaben an, CDU und CSU würden die Sorgen und Nöte der Menschen verstehen.

Etwa die Hälfte der Befragten fände es gut oder sehr gut, wenn Angela Merkel (CDU) Kanzlerin bliebe (51 Prozent, plus eins im Vergleich zu Mitte Februar); fast genauso viele fänden eine erneute Kanzlerschaft Merkels allerdings weniger gut oder schlecht (49 Prozent, plus zwei).

Ob eine große Koalition zustande kommt, hängt vom Votum der SPD-Mitglieder ab. Das Ergebnis wird am Sonntag verkündet. Sollte es nicht zu einer „GroKo“ kommen, sprechen sich 45 Prozent der Befragten (plus fünf im Vergleich zum Vormonat) für eine Minderheitsregierung der Union aus. Der Anteil derer, die Neuwahlen befürwortet, sank um vier Punkte auf 52 Prozent.
Für den „Deutschlandtrend“ befragte das Meinungsforschungsinstitut Infratest Dimap am Montag und Dienstag 1002 Wahlberechtigte. Die Fehlertoleranz liegt bei 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten. (afp)

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