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Verkaufspersonal nach der Evakuierung in Manchester: Die Wachsamkeit der Sicherheitsbehörden dürfte auch in Deutschland noch einmal zunehmen.

Terror in Manchester

Verletzliche Großveranstaltungen

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Vor dem Kirchentag und dem DFB-Pokalfinale sind auch die deutschen Sicherheitsbehörden in höchster Alarmbereitschaft.

Das Entsetzen über das unbegreifliche Attentat von Manchester war am Dienstag auch hierzulande größer als sonst, weil es so viele junge Menschen traf. „Es ist unbegreiflich, dass jemand ein fröhliches Popkonzert ausnutzt, um so vielen Menschen den Tod zu bringen oder ihnen schwere Verletzungen zuzufügen“, sagte Kanzlerin Angela Merkel.

„Den Menschen in Großbritannien versichere ich: Deutschland steht an Ihrer Seite.“ Bundesinnenminister Thomas de Maizière (beide CDU) erklärte: „Unschuldige Kinder und Jugendliche heimtückisch in den Tod zu bomben, ist so niederträchtig, dass einem dafür die passenden Worte fehlen.“ Unmittelbare Auswirkungen auf die Sicherheitslage in Deutschland sind bislang nicht erkennbar. Allerdings dürfte die Wachsamkeit der Sicherheitsbehörden noch einmal zunehmen – zumal Taten wie diese oft Nachahmer auf den Plan rufen.

Die Zahl der islamistischen Gefährder wurde vom Bundeskriminalamt zuletzt mit 657 angegeben – bei steigender Tendenz. Die islamistische Szene in Deutschland ist noch um einiges größer. Freilich hat auch die Zahl der Razzien zugenommen. Immer öfter rückt die Polizei bundesweit zu Durchsuchungen und Festnahmen aus.

Das hat unter anderem mit dem Umstand zu tun, dass Syrien-Rückkehrer auspacken und Informationen liefern. Gerade erst wurde Anil O. vom Düsseldorfer Oberlandesgericht zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Der 23-Jährige Aussteiger soll als Kronzeuge unter anderem dazu beigetragen haben, den mutmaßlichen Kopf des „Islamischen Staates“ in Deutschland, Abu Walaa, hinter Gitter zu bringen. Zugleich wollen die Sicherheitsbehörden mit den Razzien sowohl den Bürgern als auch potenziellen Tätern Stärke demonstrieren.

Gerade in diesen Tagen bieten sich den Islamisten wieder Angriffsflächen genug: da sind der Evangelische Kirchentag in Berlin, das DFB-Pokalfinale ebenfalls in Berlin und der Abschlussgottesdienst des Kirchentags in der Lutherstadt Wittenberg. Allesamt hochgradig verletzliche Veranstaltungen. Hunderttausende Bürger werden unterwegs sein und Tausende Polizisten werden versuchen, sie zu schützen.

Dabei gilt: Die Sicherheitsbehörden müssen Glück haben, um Anschläge zu verhindern. Potenzielle Attentäter brauchen „nur“den Umstand, dass niemand sie vorher stoppt – so wie der Tunesier Anis Amri, der am 19. Dezember 2016 auf dem Berliner Breitscheidplatz zwölf Menschen tötete und 60 verletzte.

Lehren für Deutschland

Dass der Schutz gegen islamistischen Terror bei Polizei und Nachrichtendiensten oberste Priorität hat, wird in der kommenden Woche abermals deutlich werden. Beim 14. Symposium des Bundesamtes für Verfassungsschutz lautet das Thema ähnlich wie im vergangenen Jahr: „Antworten westlicher Demokratien auf die Bedrohungen durch den islamistischen Terrorismus.“ Neben vielen anderen ist Andrew Parker, Direktor des britischen Inlandsgeheimdienstes MI5, geladen.

Er wird, sollte er durch die jüngsten Ereignisse nicht verhindert sein, gewiss über die entsetzliche Tat von Manchester sprechen und etwaige Lehren auch für Deutschland ziehen.

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