Präsidentenwahl

Verkehrte Welt in Taiwan

Kuomintang-Favorit will mehr Nähe zu China.

Bei der Präsidentenwahl in Taiwan will die Kuomintag-Opposition mit dem 62-jährigen Han Kuo-yu gegen Präsidentin Tsai Ing-wen antreten. Der Bürgermeister der Hafenstadt Kaohsiung setzte sich in einer parteiinternen Umfrage gegen gleich vier Konkurrenten durch und kam auf 44 Prozent der Stimmen.

Der Aufstieg Hans zum Spitzenkandidaten für die Wahl am 11. Januar ist in mehrfacher Sicht bemerkenswert: Dass er überhaupt Bürgermeister von Kaohsiung wurde, hätte zuvor kaum wer erwartet, denn die Millionenmetropole war immer eine Hochburg der regierenden Fortschrittspartei. Noch ungewöhnlicher – zumindest für Außenstehende – aber ist, dass der Ex-Abgeordnete Han für eine Annäherung an China steht. Und seine Kuomintang-Partei auch.

Hans Vater war Offizier der nationalchinesischen Truppen unter Führung des Kuomiontang-Chefs Tschiang Kai Tschek, die 1949 nach verlorenem Bürgerkrieg gegen die Kommunisten auf die Insel flüchteten. Nachdem die „Festländer“ Taiwan lange beherrscht hatten, dominieren seit der Demokratisierung in den 90er Jahren die Taiwanesen, die als Kernwählerschaft der Fortschrittspartei gesehen werden. (dpa)

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