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Aufruhr in Antananarivo.

Kämpfe und Meuterei

Verhandlungen auf Madagaskar

Auf der vor Afrika gelegenen Tropeninsel Madagaskar wollen die Konfliktparteien nach einem wochenlangen blutigen Machtkampf nun eine Verhandlungslösung suchen.

Antananarivo. Auf der vor Afrika gelegenen Tropeninsel Madagaskar wollen die Konfliktparteien nach einem wochenlangen blutigen Machtkampf nun eine Verhandlungslösung suchen. Nach Angaben des Rates der christlichen Kirchen einigten sich die Konfliktparteien am Montag auf Verhandlungen vom 12. bis 14. März mit Vertretern aller gesellschaftlichen Ebenen. An ihnen sollen auch Präsident Marc Ravalomanana und sein politischer Widersacher Andry Rajoelina teilnehmen, der bis auf weiteres in einer ausländischen Botschaft wohnt und unter UN-Schutz steht. Bewaffnete Konflikte sollten vermieden werden.

In einer Kaserne im Süden der Hauptstadt Antanarivo, wo am Vortag Soldaten Ravalomanana den Gehorsam verweigert hatten, herrschte auch am Abend gespannte Ruhe. Die Militärführung habe durch die Zahlung von zuvor bereits in Aussicht gestellte Sonderprämien die Einheit wieder herstellen können, hieß es inoffiziell aus Militärkreisen. Überschattet waren die Krisengespräche der Konfliktparteien am Montag von Plünderungen an mehreren Stellen der Stadt. Im Gegensatz zu den vergangenen Tagen hielten sich die Ordnungskräfte jedoch diesmal auffällig zurück.

Die meisten Geschäfte im Stadtzentrum blieben geschlossen. Übergriffe wurden nach Informationen der französischen Botschaft aus Majunga im Nordwesten der Insel bekannt, wo Demonstranten die Stadtverwaltung besetzt hielten. Auf der Insel tobt seit Monaten ein blutiger Machtkampf zwischen Ravalomanana und Rajoelina, der ihm Machtmissbrauch vorwirft und sich selbst zum Präsidenten einer Übergangsregierung erklärt hat. Dem Konflikt fielen bisher mindestens 140 Menschen zum Opfer, zahlreiche weitere Menschen wurden verletzt. (dpa)

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