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Nahostkonflikt

Vergeltungsaufrufe in Israel

  • Inge Günther
    VonInge Günther
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Todesschüsse auf Siedler verschärfen Lage.

Nach einer tödlichen Schussattacke auf einen jüdischen Religionsstudenten hat Israel drei zusätzliche Infanteriebataillone und Spezialkräfte des Inlandgeheimdienstes Schin Beth ins Westjordanland entsandt. Der 25-jährige Jehuda Dimentman war in der Nacht zum Freitag auf dem Heimweg nahe der Homesch-Jeschiwa im Norden der Westbank erschossen worden. Mutmaßlich hatten zwei palästinensische Attentäter aus einem Hinterhalt mehrere Salven auf sein Auto abgefeuert. Zwei Mitfahrer wurden durch Glasscherben verletzt.

Razzien im Zuge der israelischen Großfahndung führten zu mehreren Festnahmen von Verdächtigen. Der Anschlag trage die Handschrift der islamistischen Hamas, hieß es in israelischen Medien. Zu der Tat bekannte sich bislang keine Organisation. Man werde die Terroristen, denen zunächst die Flucht gelang, schnellstmöglich fassen, versprachen Premier Naftali Bennett und Verteidigungsminister Benny Gantz.

Zu Hunderten folgten aufgebrachte Nationalrechte der Beisetzung des Opfers am Freitagmittag in Jerusalem. Auch ultrarechte Knesset-Abgeordnete wie Itamar Ben-Gvir von der Partei „Jüdische Macht“ nahmen daran teil. In der Menge kursierten Forderungen nach Vergeltung und Aufrufe, am Samstag in Homesch im Namen des Getöteten wieder eine Siedlung zu gründen. Homesch ist eine von zwei Westbank-Siedlungen, die Israel 2005 beim Abzug aus Gaza hatte räumen lassen. Heute steht dort eine ungenehmigte Jeschiwa. In einer Ansprache an die Trauergemeinde machte sich der Likud-Abgeordnete Nir Barkat dafür stark, sich überall im biblischen Land Israel niederzulassen. „Unser Ziel ist, zwei Millionen Juden herzubringen.“

Radikale Siedler:innen hatten unmittelbar nach dem Anschlag einen neuen Außenposten, benannt nach dem Opfer, unweit von Hebron errichtet. Noch in der Nacht überfielen Siedler-Militante ein palästinensisches Ehepaar daheim. Die Angreifer gaben sich an der Tür als Soldaten aus, griffen nach dem Eindringen aber Mohammed Makbal, 55, und seine Frau Amiha tätlich an und verwüsteten deren Wohnung. Beide mussten wegen teils erheblicher Verletzungen ins Krankenhaus. Bei weiteren Vorfällen wurden palästinensische Häuser mit Steinen attackiert.

Angriffe von Siedlern haben sich in jüngster Zeit gehäuft, aber auch Anschläge auf Israelis. Allein im Dezember gab es drei palästinensische Messerattacken mit Verletzten. Ein Zusammenhang zu den tödlichen Schüssen sei aber nicht erkennbar, so ein Armeesprecher.

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