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Max Otte, Bundesvorsitzender der Werte-Union, sitzt gekleidet in Anzug in einem Fernsehstudio.
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Personalie mit Sprengkraft: Max Otte steht der konservativen unionsnahen Gruppierung Werte-Union vor.

Konservative Gruppierung

Verfallserscheinungen bei der Werte-Union – „Wie ein totes Pferd“

  • Matthis Pechtold
    VonMatthis Pechtold
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Die Werte-Union gilt als Plattform für besonders konservative Politiker:innen von CDU und CSU. Ihr neuer Vorsitzende Max Otte sorgt zunehmend für Konflikt.

Update vom 04.07.2021, 17.28 Uhr: Max Otte, Bundesvorsitzender der Werteunion, hat sich zu den Entscheidungen der Landesverbände in Bayern und Baden-Württemberg geäußert. Der CDU-Politiker räumte ein, dass, „etliche“ Mitglieder ausgetreten seien. Zugleich könne die Werteunion „aber mehr Eintritte verzeichnen“, so Otte. Laut dem ehemaligen Funktionär der AfD-nahen Erasmus-Stiftung werde die Werteunion „gestärkt aus diesem Prozess hervorgehen“.

In der Pressemitteilung des Bundesvorstandes der Werteunion wird darauf verwiesen, dass Otte „im ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit“ zum Vorsitzenden gewählt worden sei. Dieser strebe eine „partizipative Basisbewegung“ für CDU- und CSU-Mitglieder an.

Verfallserscheinungen bei der Werte-Union – „Wie ein totes Pferd“

Erstmeldung vom 04.07.2021, 11.49 Uhr: In der Werte-Union wird das spalterische Potenzial der Wahl Max Ottes zum neuen Bundesvorsitzenden immer sichtbarer. Mehrere Landesverbände protestieren gegen den Wechsel an der Spitze der konservativen Gruppierung von Politiker:innen von CDU und CSU. Der Ökonom war Ende Mai auf Alexander Mitsch gefolgt. Das knappe Votum hatte bereits damals für großen Streit gesorgt. Der Fondsmanager Otte war noch bis Januar 2021 Kuratoriumsvorsitzender der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung. Zur Bundestagswahl 2017 soll er bekundet haben, er wähle die AfD. Anfang Juni dieses Jahres ließ er dann wissen, der Grund dafür sei die erneute Kandidatur Merkels gewesen. Jetzt, wo sie nicht mehr zur Wahl stünde, sei das Thema vom Tisch. Den Landesverbänden geht es aber längst nicht nur um Ottes Wahlpräferenzen.

Der Vorstand der rheinland-pfälzischen Werte-Union hatte seine Ämter bereits im Juni mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Peter Scholze, bis dahin noch Landesvorsitzender, begründete dies mit der „toxischen“ Wirkung Ottes auf die Wahrnehmung und Akzeptanz der Werteunion. Scholze befürchtet die Herausbildung einer „Bunkermentalität“. „Eine zielführende politische Arbeit im Sinne unseres Gründungsgedankens ist aus unserer Sicht unter diesen Vorzeichen unmöglich geworden“, hieß es in der entsprechenden Erklärung vom 6. Juni.

Auflösungserscheinungen bei der Werte-Union: Neuer Vorsitzender Otte erhitzt die Gemüter

Auch der Vorstand der Werte-Union Baden-Württemberg kündigte nach der Wahl Ottes fast geschlossen seinen Rücktritt an. Gegenüber der dpa sagte der baden-württembergische Vizelandeschef Oliver Kämpf, die von Mitsch gegründete Werte-Union gebe es praktisch nicht mehr. „Der Name ist zerstört.“ Er prognostiziert eine langsame Auflösung der Gruppierung, vor allem im Süden Deutschlands habe es zahlreiche Rück- und Austritte gegeben. 

„Die Werte-Union ist wie ein totes Pferd, von dem man absteigen muss“, ließ er wissen. Die Rücktrittserklärung attestiert der Werte-Union habe sich an „völkische und nationalistische Themen“ angenähert, was dem „wertkonservativen und wirtschaftsliberalen Kurs der Unterzeichner“ zuwiderlaufe. Mit dem Abwenden vieler einflussreicher Christdemokraten habe die Gruppierung ihre Gestaltungsmacht verloren

Zwist in der Werte-Union: Zwei Landesvorstände lösen sich auf, ein Landesverband spaltet sich ab

In Bayern verließ der Landesverband den Bundesverband gleich komplett, wie die neu gewählte Landesvorsitzende Juliane Ried bei einer Mitglieder:innenversammlung am Samstag (03.07.2021) sagte. Hier heißt man jetzt wieder „Konservativer Aufbruch für Werte und Freiheit“, also so, wie zur Gründung des Landesverbandes 2014, fünf Jahre vor dem Zusammenschluss mit der Werte-Union. Den Austritt begründet sie damit, sich wieder auf die CSU konzentrieren zu wollen. Von der Trennung erhoffe man sich mehr politische Schlagkraft, heißt es auf der Facebookseite des „Konservativen Aufbruchs“ – gegen „grünlinke Themenschwerpunkte“ innerhalb der CSU. (mp/dpa)

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