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Verdi fordert Hitzefrei

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Einen gesetzlichen Anspruch auf früheren Feierabend bei hohen Temperaturen gibt es nicht. Doch laut Verdi haben Angestellte Anspruch auf Getränke und gelockerte Kleidungsvorschriften. Von Anna Westkamper.

Im Hinblick auf die erwartete Hitzewelle in der kommenden Woche fordern die Gewerkschaften Verdi und IG Metall Entlastungen für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Auch wenn es darauf keinen gesetzlichen Anspruch gebe, fordere Verdi ein früheres Ende der Arbeit – also Hitzefrei, sagte der Leiter der tarifpolitischen Abteilung, Norbert Reuter, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Wie heiß es am Arbeitsplatz werden darf, regelt die Arbeitsstättenverordnung. Darin wird eine „gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur“ festgeschrieben. Wie die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) erklärt, soll die Zimmertemperatur grundsätzlich eine Marke von 26 Grad nicht überschreiten. Wenn die Außentemperatur über 26 Grad steigt, greift ein Stufenmodell, das ermöglicht, dass bis zu einer Raumtemperatur von 35 Grad gearbeitet werden kann. Bei über 26 Grad soll der Arbeitgeber Getränke zur Verfügung stellen, bei über 30 Grad muss er es sogar. Bei über 30 Grad müssen die klimatischen Belastungen für die Beschäftigten weiter verringert werden.

Nur: „Trotz dieser Regelungen gibt es für Beschäftigte keinen direkten Rechtsanspruch etwa auf klimatisierte Räume oder Hitzefrei“, teilt die Bundesanstalt mit.

Wenn der Arbeitgeber keine Anstrengungen unternimmt, die Temperaturen zu senken, sollen sich die Beschäftigten laut der Gewerkschaft IG Metall wehren. „Gute Karten haben Beschäftigte mit einem Betriebsrat: Er kann über geeignete Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten mitbestimmen – auch schon über den häufigen Streitfall, wo Temperaturen überhaupt gemessen werden“, so Walther Schneeweiß von der IG Metall. Innerhalb eines Raumes können die Temperaturen teils stark schwanken.

Grundsätzlich sollten bei Hitze Kleidungsvorschriften gelockert und Gleitzeitregelungen genutzt werden, um die Arbeit in die früheren Morgen- oder in die Abendstunden verlegen zu können.

„Bei diesen Regelungen sind die Betriebsräte unbedingt zu beteiligen“, sagt Norbert Reuter von Verdi. „Es darf dabei nicht zu unzumutbaren Arbeitszeiten oder gar einer Arbeitszeitverlängerung kommen.“ Die Gewerkschaft kann sich aber auch einen früheren Feierabend vorstellen. „Bei extremer Hitze fordern wir längere Pausen oder ein früheres Ende der Arbeit (Hitzefrei), auch wenn darauf kein rechtlicher Anspruch besteht“, so Reuter. Arbeitgeber und Betriebsrat könnten dann gemeinsam Regelungen dazu treffen, wann die ausgefallene Arbeitszeit nachgeholt werden könne.

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