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Im Mordfall Nemzow wurden die Festnahme von drei Verdächtigen bekanntgegeben.
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Im Mordfall Nemzow wurden die Festnahme von drei Verdächtigen bekanntgegeben.

Mordfall Boris Nemzow

Verdächtige in Moskau festgenommen

Die russischen Ermittler melden Fortschritte bei der Aufklärung des Mordfalls Nemzow. Doch es ist wie in der Vergangenheit. Wieder stammen die Verdächtigen im Mordfall aus dem Nordkaukasus. Und die Opposition hat Zweifel.

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Eine Woche nach der Ermordung des Kremlkritikers Boris Nemzow hat die russische Polizei als ersten Fahndungserfolg die Festnahme von drei Verdächtigen bekanntgegeben. Es handle sich jeweils um Männer aus der islamisch geprägten Unruheregion Nordkaukasus. Präsident Wladimir Putin sei informiert worden, hieß es am Samstag. In ersten Stellungnahmen hatten Ermittler noch gesagt, alles deute auf einen Auftragsmord aus möglicherweise nationalistischen oder extremistischen Motiven hin.

Es gebe nun gute Hinweise, dass zwei der Männer an der «Organisation und Ausführung des Mordes beteiligt» waren, sagte Wladimir Markin von der Ermittlungsbehörde in Moskau. Darüber hinaus teilten die Behörden in der Teilrepublik Inguschetien mit, zwei der Verdächtigen seien Brüder. Ansor und Schagid G. hätten länger in Moskau gelebt, der dritte Verdächtige, Saur D., sei einige Zeit in Tschetschenien gewesen, meldete die Agentur Interfax.

Theorien der Behörden

Der 55-jährige Oppositionspolitiker Nemzow war am 27. Februar auf einer Brücke in Sichtweite der Kremlmauer von einem Unbekannten hinterrücks erschossen worden. Nemzows 23-jährige Begleiterin Anna Durizkaja blieb unverletzt. Als Hauptzeugin durfte die Ukrainerin Russland nach intensiver Befragung der Ermittler verlassen. Am Dienstag wurde Nemzow auf einem Moskauer Friedhof beerdigt.

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Im Nordkaukasus kommt es immer wieder zu Anschlägen von Extremisten. Eine der Theorien der Behörden zum Mordmotiv ist ein islamisch-extremistischer Hintergrund, weil Nemzow Drohungen aus diesem Milieu erhalten haben soll. Auch im Fall der 2006 ermordeten Journalistin Anna Politkowskaja gab es nach Angaben der Ermittlungsbehörden eine Spur in den Kaukasus.

Für die Opposition und auch die Familie Politkowskajas ist der Fall der Journalistin auch nach fast zehn Jahren nicht abschließend aufgeklärt. Ein Moskauer Gericht hatte fünf Männer wegen Verwicklungen in die Tat zu langen Haftstrafen verurteilt. Die Auftraggeber des Mordes sind weiterhin unbekannt.

Mutmaßlich Fluchtauto gefunden

Im Mordfall Nemzow verlautete aus Ermittlerkreisen, das mutmaßlich genutzte Fluchtauto sei relativ schnell gefunden worden. Spuren in dem Fahrzeug hätten bei der Suche nach den Verdächtigen geholfen. Zudem hätten die Ermittler aus dem Bildmaterial der Überwachungskameras in der Nähe des Tatorts scharfe Fotos filtern können.

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Dennoch sei es zu früh, von einem Durchbruch in dem Mordfall zu sprechen, warnten Beobachter und Oppositionelle. «Wir hoffen, dass Menschen festgenommen wurden, die tatsächlich etwas mit dem Mord zu tun haben, dass dies kein Fehler ist, sondern das Ergebnis einer guten und qualitativen Arbeit der Sicherheitsorgane», sagte der Oppositionspolitiker Ilja Jaschin. Die Hintermänner der Tat müssten gefunden werden, forderte er.

Kritiker vermuten die Verantwortlichen im Umfeld des Kremls. Nemzow galt als einer der wichtigsten Anführer der russischen Opposition und ein entschiedener Gegner von Präsident Putin. (dpa)

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