1. Startseite
  2. Politik

„Selenskyj den Hals umdrehen“ – Putins Vasall deutet Coup in Ukraine an

Erstellt:

Von: Karolin Schäfer

Kommentare

Alexander Lukaschenko hofft auf Frieden im Ukraine-Krieg. Doch die Unterstützung des belarussischen Machthabers für Russland hält an.

Kiew – In wenigen Tagen jährt sich der Ukraine-Krieg zum ersten Mal. Doch nach wie vor wüten heftige Gefechte in der Ukraine, ein Ende scheint vorerst nicht in Sicht. Der Putin-Verbündete und belarussische Staatschef Alexander Lukaschenko ist sich jedoch sicher, dass in der Ukraine ein Militärputsch bevorsteht.

„Es könnte zu dem Punkt kommen, an dem das Militär nach Kiew kommt und den Politikern den Hals umdreht – auch Selenskyj“, sagte Lukaschenko am Donnerstag (16. Februar) der Nachrichtenagentur Belta. Damit deutete der Staatschef an, dass das ukrainische Volk den Krieg satthabe. Das ukrainische Militär werde „alle auf ihre Plätze verweisen.“

Alexander Lukaschenko ist der Machthaber in Belarus und ein enger Verbündeter Wladimir Putins.
Alexander Lukaschenko ist der Machthaber in Belarus und ein enger Verbündeter Wladimir Putins. (Archivbild) © IMAGO/Russian Foreign Ministry Press O

News zum Ukraine-Krieg: Lukaschenko plädiert für Frieden

Eine Umfrage Ende November zeigte allerdings das Gegenteil. 85 Prozent der Befragten in der Ukraine befürworten Kiews Vorhaben, alle von Russland eroberten Gebiete zurückzugewinnen, berichtete die Kyiv Post. Lediglich neun Prozent wären breit, verlorene Territorien zu akzeptieren.

Wolodymyr Selenskyj würde „bis zum letzten Ukrainer kämpfen“, prognostizierte der belarussische Regierungschef. „Welcher Mensch würde das wollen?“ Statt im Westen „nach F-16 oder anderen Kampfjets und Langstrecken-MLRS“ zu fragen, solle der ukrainische Präsident „darüber nachdenken, wie der Krieg beendet werden kann“, so Lukaschenko.

Gleichzeitig plädierte er für Frieden in der Ukraine. „Jeder Krieg endet mit Frieden, also lasst ihn uns jetzt beenden. Jetzt sind die Bedingungen für die Ukraine viel günstiger“, hieß es weiter. Zudem betonte der Machthaber, einer der ersten zu sein, der die Ukraine am Verhandlungstisch unterstützen werde. Sollte der Westen die Ukraine jedoch weiterhin bei der Verteidigung ihres Landes mit militärischer Ausrüstung helfen, werde Belarus versuchen, die Ukraine zu „spalten“, warnte Lukaschenko.

Ukraine-Krieg: Lukaschenko steht „unter großem Druck“

Obwohl Lukaschenko auf Frieden hofft, scheint er Russlands Präsidenten Wladimir Putin nach wie vor zu unterstützten. „Ich bin bereit, wieder Territorium zur Verfügung zu stellen“, zitierte BBC den Regierungschef. Zuletzt hatte Russland tausende Streitkräfte in Belarus stationiert. Darüber hinaus sei Lukaschenko bereit, Belarus aktiver in den Krieg miteinzubeziehen, sollten ukrainische Soldaten oder eine andere Nation Aggressionen gegen sein Land begehen, berichtete The Daily Beast. Dann werde die „Antwort sofort erfolgen“.

Lukaschenko „steht offensichtlich unter großem Druck“, sagte Kenneth Yalowitz, ehemaliger US-Botschafter in Belarus, gegenüber The Daily Beast. Der belarussische Regierungschef versuche den Spagat zwischen der Unterstützung Russlands einerseits und der Unabhängigkeit seines Landes andererseits zu bewältigen. (kas)

Auch interessant

Kommentare