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Die Armee geht scharf gegen Demonstranten vor 

Venezuela

Maduro setzt auf unnachgiebige Härte 

Venezuelas Präsident Maduro hat sein Land hermetisch gegen humanitäre Hilfe für die hungernde Bevölkerung abgeriegelt. Es gibt Tote und Verletzte. Die USA kündigen „Maßnahmen“ an. 

Scharfe Waffen gegen Lebensmittel und Medizin: Venezuelas umstrittener Präsident Nicolás Maduro hat sein Land in eine Festung verwandelt und lässt keine humanitäre Hilfe für seine Bevölkerung ins Land. Mehrere Menschen sterben an den Grenzen, hunderte werden bei Zusammenstößen mit der Armee verletzt. 

US-Außenminister Mike Pompeo spricht von einem „kranken Tyrannen“ und droht „Maßnahmen“ gegen Gegner der Wiederherstellung der Demokratie in Venezuela an. Nun sei die "Zeit zum Handeln" gekommen, um dem "verzweifelten venezolanischen Volk" zu helfen, schrieb Pompeo im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Venezuelas selbst ernannter Interimspräsident Juan Guaidó kündigte am Samstagabend an, er werde am Montag mit US-Vizepräsident Mike Pence und den lateinamerikanischen Außenministern der sogenannten Lima-Gruppe in Bogota zusammenkommen, um nächste Schritte zu besprechen. 

Mindestens zwei Tote bei blutigen Zusammenstößen 

Unterdessen sind bei gewaltsamen Zusammenstößen an der Grenze zwischen Venezuela und Brasilien nach Angaben einer Nichtregierungsorganisation mindestens zwei Menschen getötet worden, darunter ein 14-jähriger Junge. Beide seien durch Schüsse der venezolanischen Armee in Santa Elena de Uairén gestorben, sagte der Sprecher von Foro Penal, Olnar Ortíz. Insgesamt sollen bei Zusammenstößen mit den venezolanischen Sicherheitskräften am Samstag rund 300 weitere Menschen verletzt worden sein. 

Die venezolanische Armee blockierte an der Grenze zu Brasilien ausländische Hilfslieferungen für die Bevölkerung in Venezuela. Der selbst ernannte Übergangspräsident Juan Guaidó hatte diese Hilfslieferungen angekündigt. Sein Widersacher, Venezuelas umstrittener Staatschef Nicolás Maduro, lehnt die Hilfslieferungen strikt ab und verurteilt sie als Vorwand, unter dem eine militärische US-Invasion vorbereitet werden solle.

Der umstrittene Staatschef Nicolás Maduro will die Beziehungen zu Kolumbien abbrechen.

Die Lebensmittel und Medikamente sollen von tausenden Freiwilligen an bedürftige Venezolaner verteilt werden. In dem südamerikanischen Land herrscht trotz seines Ölreichtums eine Wirtschaftskrise mit akuten Versorgungsengpässen. Nach Angaben von Guaidó gelangte am Samstag eine erste Hilfslieferung aus Brasilien nach Venezuela. "Das ist ein großer Erfolg, Venezuela!", schrieb der selbsternannte Interimspräsident im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Maduro verkündet Abbruch der Beziehungen zu Kolumbien

Venezuelas umstrittener Staatschef Maduro lehnt die Hilfslieferungen strikt ab. Er prangert sie als Vorwand an, unter dem eine militärische US-Invasion vorbereitet werden solle. Am Freitag schloss seine Regierung große Teile der Grenze zu Kolumbien.

Juan Guaidó (l.), selbst ernannter Interimspräsident von Venezuela, spricht neben Ivan Duque, Präsident von Kolumbien, vor einer Lagerhalle mit Hilfspaketen für Venezuela aus den USA.

Bei einer Kundgebung in der Hauptstadt Caracas kritisierte Maduro am Samstag die „faschistische Regierung von Kolumbien“ habe die vom selbsternannten Übergangspräsidenten Juan Guaidó initiierten ausländischen Hilfslieferungen nach Venezuela aktiv unterstützt. Deswegen müssten alle diplomatischen Vertreter des Nachbarlandes Venezuela binnen 24 Stunden verlassen, sagte Maduro.

Zu Maduros wichtigsten Stützen zählt die Armee, doch sein Rückhalt bröckelt auch hier. Die kolumbianische Einwanderungsbehörde erklärte am Samstag, elf weitere venezolanische Soldaten sowie zwei Polizisten seien desertiert und über die Grenze nach Kolumbien geflohen. Die Sicherheitskräfte, zu denen auch ein Major zähle, sollten nun befragt werden, hieß es in der Mitteilung. (AFP)

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