Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Katholische Kirche

Vatikan verschärft Strafrecht: Sexueller Missbrauch und Weihe von Frauen sind künftig Straftaten

  • VonMirko Schmid
    schließen

Der Vatikan hat nach rund vierzehn Jahren Vorbereitung sein Strafrecht aktualisiert. Unter anderem stehen nun Missbrauchsverbrechen an Minderjährigen unter Strafe.

Vatikanstadt - Seit Langem hatten Missbrauchsopfer, an denen sich Geistliche der katholischen Kirche vergangen hatten, gefordert, Missbrauchsverbrechen auch im Kirchenrecht des Vatikan unter Strafe zu stellen. Unter Papst Franziskus wurde nun eines der sieben Bücher des kanonischen Rechts von 1983 novelliert. Die Änderungen sollen laut Vatikan im Dezember in Kraft treten.

Dort heißt es unter anderem, dass ein Kleriker bestraft werden soll, welcher „mit Gewalt oder durch Drohungen oder Missbrauch seiner Autorität eine Straftat gegen das sechste Gebot des Dekalogs begangen oder jemand gezwungen hat, sexuelle Handlungen vorzunehmen oder zu ertragen.“

Sexueller Missbrauch gilt nach Kirchenrecht aktuell lediglich als Verstoß gegen das Zölibat

Außerdem solle „härter als Gesetz oder Verwaltungsbefehl es bestimmen“ bestraft werden, wer „sich in einer höheren Würde befindet oder der seine Autorität oder sein Amt zum Begehen einer Straftat missbraucht hat“. In dieser Deutlichkeit waren Straftaten wie sexueller Missbrauch und Misshandlungen bisher durch kirchliches Recht nicht abgedeckt.

Papst Franziskus: Unter dem Argentinier wird sexueller Missbrauch zur kirchlichen Straftat.

Somit wird sexueller Missbrauch nach katholischem Kirchenrecht nicht mehr wie bisher lediglich als ein Verstoß gegen das Zölibat behandelt, sondern gilt ab dem Inkrafttreten der Novelle als Straftat gegen „Leben, Würde und Freiheit des Menschen“ – in einer Reihe mit Mord und Abtreibung.

Allerdings wird ab voraussichtlich Dezember auch schon der reine Versuch, eine Frau zu weihen, als Straftat „gegen die Sakramente“ der katholischen Kirche geahndet. Wörtlich heißt es, dass sich „die Tatstrafe des Interdikts oder, falls es sich um einen Kleriker handelt, auch der Suspension“ zuziehe, wer „einer Frau die heilige Weihe zu spenden versucht“.

Geistlicher NamePapst Franziskus
Bürgerlicher NameJorge Mario Bergoglio
Alter84 Jahre (17. Dezember 1936)
GeburtsortFlores, Buenos Aires, Argentinien

Die Ehe bleibt katholischen Geistlichen weiter verwehrt, die Weihe von Frauen steht nun unter Strafe

Zusätzlich zieht sich auch „die Frau, welche die heilige Weihe zu empfangen versucht“ die dem „Apostolischen Stuhl vorbehaltene Exkommunikation als Tatstrafe“ zu. Ein Kleriker, der eine Frau zu weihen versucht, kann nach neuer Lage des katholischen Kirchenrechts aus seinem Stand entlassen werden.

Weiterhin verboten bleibt entgegen aller Kritik gemäß des kanonischen Rechts die Heirat Geistlicher. Wörtlich heißt es: „Ein Kleriker, der eine Eheschließung, wenn auch nur in ziviler Form, versucht, zieht sich (...) die Tatstrafe der Suspension zu.“ Sollte dieser „trotz Verwarnung nicht zur Einsicht“ kommen, drohen der Entzug kirchlicher Rechte bis hin zur Entlassung aus dem Klerikerstand. (Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © Evandro Inetti via www.imago-images.de

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare