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Van der Bellen bleibt Präsident

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Von: Patrick Guyton

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Hat Grund zur Freude: Alexander Van der Bellen.
Hat Grund zur Freude: Alexander Van der Bellen. © Georg Hochmuth/dpa

Der Amtsinhaber in Wien holt 56,2 Prozent und hängt damit seine sechs Konkurrenten klar ab.

In Österreich ist der alte auch der neue Bundespräsident: Bei der Wahl am Sonntag setzte sich Alexander Van der Bellen mit 56,2 Prozent klar gegen seine sechs Konkurrenten durch. Laut der Hochrechnung des Österreichischen Rundfunks ORF von 19.10 Uhr erreichte Walter Rosenkranz, Kandidat der rechtspopulistischen FPÖ, 17,9 Prozent. Von den weiteren fünf Bewerbern kam keiner über zehn Prozent.

Einen Achtungserfolg erreicht der 35-jährige Punkmusiker und Arzt Michael Wlazny mit seiner „Bierpartei“. Mit 8,4 Prozent kommt er auf den dritten Platz. In Wien ist er sogar der zweitstärkste Kandidat, ebenso bei den jungen Wählern unter 20 Jahren.

Van der Bellen lässt seine Grünen-Mitgliedschaft seit seiner letzten Wahl vor sechs Jahren ruhen. Die beiden großen Volksparteien, die konservative ÖVP und die Sozialdemokraten von der SPÖ, waren nicht mit Kandidat:innen angetreten. Am Sonntagabend feierten die Anhänger:innen des 78-jährigen Van der Bellen ausgelassen bei der Wahlparty in Wien, noch bevor er an die Öffentlichkeit ging. „Sascha, Sascha!“, riefen sie seinen Spitznamen sowie „VDB, VDB“.

Die Deutungen der Wahl fallen je nach Kandidat und Partei sehr unterschiedlich aus. Sigrid Maurer, Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Bundesparlament, spricht von einem „tollen Ergebnis“. Die Österreicher hätten einen „besonnenen Bundespräsidenten“ wiedergewählt. FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz argumentiert, dass vier Parteien im Bundesparlament Van der Bellen unterstützt hätten – und er dennoch kaum über 50 Prozent gekommen sei. Die „Freiheitlichen“ jedenfalls würden sich „weiter bemühen, dieses System zu Fall zu bringen“. Auch der Kandidat Michael Brunner, der als Gegner einer Corona-Impfpflicht angetreten ist, ruft auf, „Flagge zu zeigen gegen das System“.

Van der Bellen selbst wendet sich erst per Video an die Bevölkerung. Er dankt für die Stimmen und meint: „Ich werde sorgfältig damit umgehen.“ Es sei nun wichtig, sich „ohne Verzögerung den wichtigen Themen zu widmen, die vor uns liegen“. Österreich wird ebenso wie Deutschland vom Krieg in der Ukraine, Inflation und Energieknappheit umgetrieben.

Im Bund regiert ein Bündnis aus ÖVP und Grünen. Alexander Van der Bellen blickt schon, so sagt er am Wahlabend, auf die Termine und Themen in den nächsten Wochen. Am Montag werde er aber „etwas ausschlafen, bevor die Arbeit weitergeht.“

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