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In den Aussagen des Angeklagten der Sauerland-Gruppe, Atilla S., wird der türkische V-Mann Mevlüt K. schwer belastet.
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In den Aussagen des Angeklagten der Sauerland-Gruppe, Atilla S., wird der türkische V-Mann Mevlüt K. schwer belastet.

Sauerland-Gruppe

V-Mann unter Beschuldigten

Die Sauerland-Gruppe erhielt die Zünder zum Bombenbau offenbar von einem Mann mit Geheimdienstkontakten. Die Spur führt in die Türkei. Jetzt droht ein diplomatischer Streit.

Im Verfahren um die sogenannte Sauerland-Gruppe verdichten sich die Hinweise, dass ein V-Mann eine wichtige Rolle in der Gruppe der Täter gespielt hatte. Nach einem Bericht des Stern (Donnerstag) sieht das Bundeskriminalamt in einem V-Mann des türkischen Geheimdienstes MIT eine Schlüsselfigur in den Vorbereitungen der Gruppe zu Anschlägen in Deutschland.

Bereits vorher wurde berichtet, dass in den Aussagen der Angeklagten der Sauerland-Gruppe der türkische V-Mann Mevlüt K. schwer belastet wird, unter anderem hatte Attila S. gegen ihn ausgesagt.

Laut dem Magazin-Bericht kommt wohl auch das BKA unabhängig von den Aussagen der Beschuldigten zu dem Schluss, dass der V-Mann innerhalb der Terrorzelle als "zentraler Ansprechpartner" für die Beschaffung von 26 Sprengzündern gedient habe. Ohne ihn wäre es den anderen Terrorverdächtigen nicht möglich gewesen, "an die Sprengzünder heranzukommen und den Transport nach Deutschland zu organisieren", heißt es in einem BKA-Bericht vom Mai 2009 aus dem der Stern zitiert. Auf FR Anfragen wollte das BKA den Bericht weder bestätigen noch dementieren. "Wir äußern uns bei einem laufenden Prozess nicht zu dem Fall", sagte ein BKA-Sprecher.

Bereits 2004 soll zudem der Bundesnachrichtendienst (BND) über die frühere Geheimdiensttätigkeit von Mevlüt K. Bescheid gewusst haben. So soll der türkische Geheimdienst MIT damals an den BND herangetreten sein und den Deutschen eine gemeinsame Operation vorgeschlagen haben. So sollte nach Darstellung des Stern Mevlüt K., der lange in Ludwigshafen lebte und Kontakte zu El-Kaida-Kadern hatte, in die deutsche Islamistenszene als gemeinsamer V-Mann eingeschleust werden.

Diplomatisches Gezerre zwischen Berlin und Ankara?

Unklar ist, warum Mevlüt K. bisher nicht verhaftet wurde. Ob er sich in Deutschland oder in der Türkei aufhält, ist unklar. Laut Stern wollen Bundesanwälte in den kommenden Tagen Haftbefehl gegen Mevlüt K. beantragen. Sollte er sich in der Türkei aufhalten, steht an diplomatisches Gezerre zwischen Berlin und Ankara an. Laut einem früheren Medien-Bericht soll der türkische Geheimdienst den Informanten in Kooperation mit der CIA geführt haben. Die deutschen Behörden seien über das Projekt schon früh informiert gewesen.

Die Rolle von K. würde dem Fall eine unangenehme politische Note geben. Die Frage ist, ob ein möglicher Täter mit engen Kontakten zum Geheimdienst in die Beschaffung wichtiger Sprengstoff-Komponenten involviert gewesen war. Sowohl der BND wie auch andere Sicherheitsbehörden der Bundesanwaltschaft meldeten: Es lägen "keine Hinweise" vor, wonach bei der Beschaffung der Zünder ein Geheimdienst involviert gewesen sei.

Vier Mitglieder der "Sauerland Gruppe" waren im Herbst 2007 festgenommen worden. Der Prozess gegen sie läuft seit 22. April vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf. Beim nächsten Termin am Montag sollen die Angeklagten befragt werden. (vf)

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