Wahlkampf in den USA

US-Wahl: Trump-Tochter mit denkwürdigem Auftritt vor LGBTQ-Community

  • Daniel Dillmann
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Tiffany Trump, das vierte Kind von Donald Trump, schaltet sich in den US-Wahlkampf ein. Sie soll ihrem Vater Stimmen aus der LGBTQ-Community besorgen.

Tampa (Florida) - Die ganze Präsidentenfamilie befindet sich im Wahlkampf-Modus. Tiffany Trump, das vierte Kind von Donald Trump, reiste unlängst nach Tampa, Florida*, um im hart umkämpften und vielleicht wichtigsten Swing State der USA für ihren Vater zu werben. Auf einer Wahlkampfveranstaltung bemühte sich Tiffany Trump um Stimmen aus der LGBTQ-Bewegung.

Tiffany Trump spricht auf „Trump Pride“ über ihren Vater Donald

Tiffany Trump stellte auf dem Event ihren Vater Donald Trump als Mitstreiter und Verteidiger der Rechte von sexuellen Minderheiten dar. „Ich weiß, woran mein Vater glaubt. Er unterstützt die schwule und lesbische und ganze LGBTQIA+-Gemeinschaft“, sagte Tiffany vor rund 150 Personen. Zwar habe auch sie Bedenken gehabt, nachdem ihr Vater im Jahr 2016 seine Kandidatur für die Präsidentschaft* bekannt gegeben hatte. Doch die richteten sich offenbar nur gegen das republikanische Establishment, nicht gegen die Überzeugungen ihres Vaters. „Er lässt sich nicht kaufen. Er unterstützt Euch alle und wir sind hier, um für mehr Gleichheit zu kämpfen“, so Tiffany zu den Teilnehmer:innen der „Trump Pride Rally“ in Tampa.

Tiffany Trump, hier unterwegs im Weißen Haus, macht Wahlkampf in Florida für ihren Vater Donald Trump.

Tiffany Trump berichtete auch von viel Kritik, die sie sich wegen der Kandidatur ihres Vaters habe anhören müssen. „Die Leute kamen zu mir und sagten: Tiffany, Du hast doch schwule und lesbische Freunde. Wie kannst Du Deinen Vater dann unterstützen?“ Die Geschichten rund um Donald Trumps angebliche Feindschaft zur LGBTQIA-Community seien aber alle erfunden, sagte Tiffany. „Die Leute denken sich das nur aus“, versicherte sie ihrer Zuhörerschaft. „Ich würde Euch niemals anlügen“, unterstrich die Tochter von Donald Trump.

Auch Richard Grenell wirbt für Donald Trump: „Mr. Präsident, die Schwulen lieben sie“

Auf derselben Veranstaltung sprach auch Richard Grenell. Das einzige, wenn auch ehemalige, offen schwule Mitglied der Trump-Regierung sagte: „Donald Trump fragt mich regelmäßig: Wie stehen wir da bei den Schwulen und Lesben. Und ich sage ihm: Mr. Präsident, die Schwulen lieben Sie!“ Grenell war 2020 kommissarisch amtierender Direktor der US-Nachrichtendienste. Am 01. Juni 2020 hatte er seinen Rücktritt von dem Posten erklärt. Trotz seiner Nichtberücksichtigung für andere Ämter engagiert sich Grenell seitdem weiter im Wahlkampf für Donald Trump.

Zur Person
NameTiffany Ariana Trump
geboren am:13. Oktober 1993 (27 Jahre alt)
ElternDonald Trump, Marla Maples
GeschwisterDonald Trump Jr., Ivanka Trump, Eric Trump, Barron Trump

Tiffany, die zweite Tochter des Präsidenten nach Ivanka Trump*, ist nicht das erste Familienmitglied des Trump-Clans, das für Donald auf Stimmenfang in der LGBTQIA-Community geht. Auf einer anderen Veranstaltung der „Trump Pride“-Kampagne in Philadelphia trat bereits Lara Trump auf, Ehefrau von Eric Trump* und Schwägerin von Tiffany. Philadelphia ist die größte Stadt des US-Bundesstaates Pennsylvania* - wie Florida ein zwischen Republikanern und Demokraten hart umkämpfter, so genannter „Battleground State“.

GLAAD widerspricht der Darstellung von Donald Trump als Kämpfer für sexuelle Minderheiten

Zahlreiche Gruppierungen, die sich für die Rechte von LGBTQIA-Personen einsetzen, widersprachen der Darstellung Donald Trumps als Kämpfer für sexuelle Minderheiten. Die einflussreiche Gruppierung GLAAD („Gay and Lesbian Alliance Against Defamation“) zählte insgesamt 181 Angriffe Donald Trumps auf die Rechte von schwulen, lesbischen und anderen sexuellen Minderheiten auf. Darunter zählen unter anderem:

  • Kurz nachdem Donald Trump und Mike Pence die Amtsgeschäfte in Washington übernommen hatten, wurden sämtliche Erwähnungen der LGBTQIA-Community von der Internetpräsenz des Weißen Hauses gelöscht.
  • 2019 erließ die Trump-Regierung einen Aufahmestopp für Transgender-Personen im US-Militär*
  • Ebenfalls 2019 ließ Donald Trump eine Regelung der Regierung von Barack Obama außer Kraft setzen, die sich gegen die Diskriminierung schwuler und lesbischer Paare bei der Adoption gerichtet hatte. Die Stadt Philadelphia reichte Klage ein, Trumps Justizminister William Barr brachte die Sache vor den Obersten Gerichtshof.
  • 2020 beschloss die Regierung von Donald Trump, den Schutz von Transgender-Personen in Obdachlosen-Einrichtungen aufzuheben. Den Einrichtungen wird nach der neuen Regelung erlaubt, Personen nach ihrem Geburtsgeschlecht in Unterkünfte einzuteilen, nicht nach dem von der Person angegebenen.

Tiffany Trump wiederum sprach keine der oben genannten Punkte an. Konkrete Themen, die die LGBTQIA-Community betreffen, hörten die Zuschauer:innen auch nicht von ihr. (Von Daniel Dillmann) *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © AFP

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