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USA: Wahlbeamte kündigen wegen Drohungen und Beleidigungen ihre Jobs

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Von: Erkan Pehlivan

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Im US-Bundesstaat Arkansas kündigen immer mehr Wahlbeamten ihren Job, weil sie beleidigt und bedroht werden.

Little Rock – Immer mehr Wahlbeamte kündigen in den USA ihre Arbeit. Das liegt offenbar an dem Umgang vieler Wähler mit den Beamten. „Die Rhetorik und das Klima bei den Wahlen sind sehr, sehr heiß geworden. Wir standen unter großem Druck“, sagte Leslie Hoffman von der Wahlbehörde in Yavapai County im US-Bundesstaat Arizona abc.com. Auch sie wolle ihren Job an den Nagel hängen, erzählte sie.

USA: Sheriff muss bei Haus von Wahlbeobachterin patrouillieren

Die Beamtin sagte, dass sie die Beleidigungen und Drohungen der Wähler:innen satthabe. Nächsten Monat wird die Wahlbeobachterin einen neuen Job haben, der nichts mehr mit Wahlen zu tun hat. „Die Drohungen, die ich erhalte, führen dazu, dass der Sheriff regelmäßig in meinem Haus patrouilliert. Das wird langsam zu viel, und als das Jobangebot kam, habe ich es angenommen“, sagte Hoffman.

USA: Wahlbeamte versuchen Vertrauen wiederherzustellen

Ihre Behörde arbeitet derzeit in der Entwicklung und Umsetzung neuer Verfahren wie einem aktualisierten Unterschriftenprüfungssystem. Die Wahlgeräte wurden am Freitag in den Bezirken Yavapai, Coconino, Mohave und Pima im Vorfeld der Vorwahlen im August getestet. Damit soll das Vertrauen der Wähler:innen wiederhergestellt werden.

US-Präsidentenwahl 2008 - Wähler in Kansas City
US-Präsidentenwahl 2008 © epa Larry W. Smith/dpa

„Wir sind vorbereitet und bereit, am Mittwoch mit der vorzeitigen Stimmabgabe zu beginnen, und alle neuen Verfahren sind eingeführt. Wie ich schon sagte, denke ich, dass die Parteien und die Öffentlichkeit mit dem, was wir getan haben, sehr zufrieden sein werden“, sagte die Wahlbeamtin Virginia Ross.

Yavapai County ist stark republikanisch geprägt. Hier hatten 2020 sowohl Donald Trump als auch die ehemalige US-Senatorin McSally die meisten Stimmen für sich verzeichnet. Dennoch ist die Unzufriedenheit bei einigen Wählern unter den Republikanern groß. Auch in den anderen Bezirken in Arizona sieht die Lage nicht besser aus. Deswegen will die Wahlleiterin von Yuma County, Robyn Stallworth Pouquett, zum am 18. Juli zurücktreten. Die Wahlleiterin von Coconino County, Patty Hansen, wird sich nach Ablauf ihrer Amtszeit im Jahr 2024 nicht zur Wiederwahl stellen.

USA: Erfahrene Beamte verlassen ihre Ämter

Damit verlieren die Bezirke erfahrene Wahlbeobachter, die sie nicht einfach ersetzen kann. „Es gibt eine steile Lernkurve. Ich sage jedem, dass es etwa 1700 Gesetze oder so gibt, die mein Büro betreffen“, sagt Virginia Ross aus Pinal County. So eine Menge an institutionellem Wissen sich anzueignen brauche Zeit. (Erkan Pehlivan)

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