Mehrere Szenarien möglich

US-Wahl 2020: Die Swing States, die Joe Biden jetzt noch zum Wahlsieg benötigt

  • Christian Stör
    vonChristian Stör
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Noch immer ist die US-Wahl 2020 nicht entschieden. Joe Biden gilt derzeit als Favorit, aber auch Donald Trump kann noch gewinnen. Welche Wege zum Sieg beiden Kandidaten jetzt noch offenstehen.

Washington – Der Kampf ums Weiße Haus ist noch immer nicht vorbei, die US-Wahl noch immer nicht abgeschlossen. Nach Auszählung der bisherigen Stimmen liegt Joe Biden derzeit knapp vor Donald Trump. Entscheidend ist hier wieder die Zahl der Wahlleute. Zwar hat Joe Biden landesweit insgesamt bisher knapp 3,5 Millionen Stimmen mehr erhalten als Donald Trump (Stand 11.45 Uhr), doch darauf kommt es bei dem umstrittenen Wahlsystem der USA ja nicht an. Wichtig ist einzig die Zahl der Stimmen im Wahlgremium (Electoral College). Auch hier liegt Biden derzeit in Führung.

Doch um zum 46. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt zu werden, muss Joe Biden noch nachlegen. Auf welchem Wege kann Biden diese Stimmen aber erreichen? Und welche Chancen hat Donald Trump, das Ruder noch herumzureißen? Ein Überblick.

US-Wahl 2020: Siege in den Swing States Wisconsin und Michigan waren für Joe Biden eminent wichtig

Für Joe Biden waren die beiden Comeback-Siege in den Swing States Wisconsin und Michigan Gold wert. Mit diesen beiden Erfolgen schraubte Biden die Zahl der Wahlleute auf 253. Da es insgesamt 538 Stimmen im Electoral College gibt, benötigt ein Kandidat mindestens 270 Stimmen zum Sieg, Biden fehlen also noch 17 Stimmen. Donald Trump hat zuletzt noch eine Stimme in Maine gewonnen und steht nun bei 214 Wahlleuten. Sein Weg zurück ins Weiße Haus ist also deutlich dornenreicher als der von Biden.

Sechs Bundesstaaten sind im Augenblick noch nicht entschieden, fünf davon gehören zu den alles entscheidenden Swing States. Alaska, Arizona (obwohl Fox News und die Nachrichtenagentur AP dort schon Biden den Sieg zugesprochen haben), Georgia, Nevada, North Carolina und Pennsylvania.

BundesstaatWahlleute
Alaska3
Arizona11
Georgia16
Nevada6
North Carolina15
Pennsylvania20

US-Wahl 2020: Joe Biden braucht Siege in den noch ausstehenden Swing States

Der leichteste Weg für Joe Biden liegt auf der Hand. Er müsste einfach nur in Pennsylvania die Oberhand behalten. Die 20 Wahlleute dort würden ihn allein schon über die Schwelle von 270 bringen. Allerdings dürfte die Auszählung in dem Swing State am meisten Zeit in Anspruch nehmen.

Alternativ würden Joe Biden auch Siege in Arizona und Nevada reichen. In beiden Bundesstaten liegt Biden derzeit hauchdünn vorne. Vielleicht kommt auch North Carolina noch ins Spiel, wo Trump noch immer einen knappen Vorsprung verteidigt. Auch in diesem Fall müsste Biden noch einen zweiten Bundesstaat gewinnen, egal welchen.

Joe Biden muss sich bei der US-Wahl noch gedulden.

US-Wahl 2020: Es ist immer noch möglich, dass Donald Trump gewinnt

Alaska wird ganz sicher an Donald Trump gehen, womit er sein Konto auf 217 Stimmen erhöht. Um die anderen 53 Stimmen zu erhalten, die er für den Sieg benötigt, müsste er mindestens vier der verbleibenden Swing States gewinnen: Nevada, North Carolina, Georgia und Pennsylvania zum Beispiel. Oder Nevada, Arizona, Georgia und Pennsylvania – dann käme er exakt auf 270.

Und dann ist da noch die Variante, die vorher kaum einer für möglich gehalten hat. Sollte nämlich Joe Biden in Georgia gewinnen, alle anderen Staaten aber verlieren, käme es im Electoral College zu einem Patt. Auch für diesen Fall hat die Verfassung der USA vorgesorgt. (Christian Stör)

Rubriklistenbild: © afp/ANGELA WEISS

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