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Der kommende Präsident und seine Vizepräsidenten: Kamala Harris und Joe Biden gehen als Sieger aus der US-Wahl.
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Der kommende Präsident und seine Vizepräsidenten: Kamala Harris und Joe Biden gehen als Sieger aus der US-Wahl.

Entscheidung gefallen

US-Wahl 2020: Joe Biden und Kamala Harris siegen - Spekulation um Schattenkabinett beginnt

  • Daniel Dillmann
    vonDaniel Dillmann
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Die US-Wahl 2020 bringt den Wechsel im Weißen Haus. Joe Biden und Kamala Harris holen die Mehrheit. Donald Trump aber sieht das anders.

  • Wahlen in den USA: Joe Biden triumphiert über Donald Trump.
  • Ein neuer US-Präsident: Joe Biden wird als 46. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika eine neue Regierung zusammenstellen. Spekulationen um deren Besetzung gab es bereits vor der Wahl.
  • An der Seite von Joe Biden: Kamala Harris wird die erste Frau, die das Amt der Vizepräsidentschaft in den USA übernimmt, außerdem die erste Schwarze.

Washington - Vier Tage nach der US-Wahl 2020 sehen die Prognosen einen Sieger: Joe Biden hat laut mehreren Hochrechnungen die erforderliche Mehrheit von 270 Wahlleuten erreicht. Mit seiner Vizepräsidentschaftskandidatin Kamala Harris wird Biden als Sieger der 59. Präsidentschaftswahl für vier Jahre die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika anführen.

Bleibt es bei dem Ergebnis, Joe Biden wäre damit der 46. Präsident der USA. Seinen Erfolg verdankt er vor allem den Siegen in mehreren „Swing States“.´, darunter Arizona, Michigan, Wisconsin und Pennsylvania - allesamt Staaten, die bei der Wahl 2016 noch an Donald Trump gegangen waren.

US-Wahl 2020: Joe Biden geht als Sieger hervor, Donald Trump will das nicht akzeptieren

In einer Ansprache an das amerikanische Volk noch vor dem endgültigen Ergebnis hatte Joe Biden gesagt, er wolle das Land wieder zusammenführen und ein Vertreter aller US-Amerikaner:innen sein. „Ich kenne keine blauen Staaten oder roten Staaten. Ich kenne nur die Vereinigten Staaten“, so der kommende US-Präsident. In einer Stellungnahme seiner Kampagne erkannte Biden den Sieg bereits an.

Der noch amtierende US-Präsident wiederum zeigt sich bislang nicht bereit, seine Niederlage einzugestehen. Donald Trump und die Republikaner haben in mehreren Bundesstaaten Beschwerden gegen die Ergebnisse der US-Wahl eingereicht. In Michigan sollte die Auszählung der Stimmen gestoppt werden. In Wisconsin beantragt die Trump-Kampagne eine Neuauszählung der Stimmen. Noch eine Stunde bevor CNN, Fox News und weitere Medienhäuser die Wahl als entschieden werteten, twitterte Trump: „Ich habe diese Wahl gewonnen!“ Kurz danach veröffentlichte die Trump-Kampagne eine Stellungnahme, in der sie betonten, der amtierende US-Präsident werde die Wahlniederlage nicht eingestehen. „Diese Wahl ist längst nicht vorbei!“

Joe Biden wird sich um Sieger der US-Wahl erklären - Donald Trump will das nicht akzeptieren

Donald Trump bricht so mit einer alten Tradition bei den US-Wahlen, nach der ein unterlegener Kandidat seinem Konkurrenten telefonisch zum Sieg gratuliert, der daraufhin seinen Sieg verkündet.

Das fehlende Eingeständnis Trumps dürfte Joe Biden aber kaum davon abhalten, sich in Kürze von seinem Wohnort Wilmington zum Wahlsieger zu erklären. Biden wird am 20. Januar 2021 in die Präsidentenwohnung im Weißen Haus einziehen, gemeinsam mit seiner Ehefrau Jill Biden. Die Familie Trump, bestehend aus Donald, seiner Ehefrau Melania Trump und dem gemeinsamen Sohn Barron Trump, ziehen dann aus.

US-Wahl 2020: Joe Biden und Kamala Harris ziehen nach Sieg ins Weiße Haus ein

Ihre Büros im Weißen Haus beziehen wird dann auch Kamala Harris. Die 56 Jahre alte und noch als US-Senatorin des Bundesstaates Kalifornien tätige Harris war als Vizepräsidentschaftskandidatin von Biden an seiner Seite in den Wahlkampf gezogen. Sie ist nicht nur die erste Frau in der Geschichte der USA, die jemals in das zweithöchste Amt des Landes gewählt wurde, sondern auch die erste Schwarze, der das gelang.

Nach der US-Wahl

Die Entscheidung bei der US-Wahl 2020 ist gefallen. Doch zahlreiche Fragen bleiben offen. Was macht Donald Trump nach einer Niederlage, wie reagieren seine Anhänger:innen, und wen beruft Joe Biden in sein Kabinett? All das sowie Hintergründe, Analysen und Kommentare finden Sie auf unserer Themenseite zur US-Wahl 2020.

Donald Trump macht die Niederlage zum erst fünften US-Präsidenten der vergangenen 100 Jahre, dem nur eine Amtszeit vergönnt war. Dem 74-Jährigen steht es als „One Term President“ zu, in vier Jahren noch einmal für das Präsidentenamt zu kandidieren. Die politischen Ambitionen seiner Kinder aus erster Ehe, Donald Trump Jr., Ivanka Trump und Eric Trump, dürften durch die Niederlage ihres Vaters zumindest vorübergehend einen Dämpfer erhalten haben.

„One Term Presidents“ - Liste der US-Präsidenten mit nur einer Amtszeit der vergangenen 100 Jahre

NameAmtszeitParteiVerloren gegen
Donald Trump2017-2021RepublikanerJoe Biden
George H.W. Bush1989-1993RepublikanerBill Clinton
Jimmy Carter1977-1981DemokratenRonald Reagan
Gerald Ford1974-1977RepublikanerJimmy Carter
Herbert Hoover1929-1933RepublikanerFranklin D. Roosevelt

Für Joe Biden ist der Sieg bei den US-Wahlen der Höhepunkt einer fast 50 Jahre dauernden politischen Karriere. Ihren Anfang nahm sie 1973, als der damals 31-jährige Joseph Robinette Biden Jr. begann, den US-Bundesstaat Delaware im US-Senat zu vertreten. 36 Jahre lang war Biden als demokratischer Senator in Washington tätig, bis ihn 2008 Barack Obama zu seinem Vizepräsidentschaftskandidaten ernannte. Das Duo gewann die Wahl, und Biden konnte in acht Jahren als Vizepräsident die Räumlichkeiten des Weißen Hauses bereits von innen kennen lernen.

Joe Biden wird nach Wahlsieg der älteste Präsident in der Geschichte der USA

Zum Zeitpunkt seiner Amtseinführung im kommenden Jahr wird Joe Biden 78 Jahre alt sein und damit der älteste Präsident, der den Vereinigten Staaten von Amerika je gedient hat. Ob er in vier Jahren noch einmal antreten wird, ist allein deshalb fraglich. Biden selbst hatte sich vor der US-Wahl als „transition figure“, seine Rolle also als die einer „Übergangsfigur“, bezeichnet. Aus seinem Umfeld war zu vernehmen, dass Biden ohnehin nur für eine Amtszeit zur Verfügung steht.

Darauf direkt angesprochen, hatte der damalige Kandidat und nun designierte Präsident aber weniger eindeutig reagiert. ABC-Moderator David Muir hatte Joe Biden gefragt, ob es die Möglichkeit gebe, dass er im Falle eines Wahlsieges gegen Donald Trump eine zweite Amtszeit anstreben würde. Biden antwortete: „Absolut.“

Joe Biden wird ungeachtet der Störfeuer von Donald Trump nun damit beginnen, aus seinem Schattenkabinett für den Fall eines Wahlsiegs eine echte Regierungsmannschaft zu formen. Im Vorfeld war bereits viel über Personalien spekuliert worden, und alle Anzeichen deuten darauf hin, dass Biden und Harris das „diverseste Kabinett in der Geschichte der USA“ (Axios) vereinen. Sehr wahrscheinlich ist auch, dass Biden auf etliche politisch erfahrene Kräfte zurückgreifen wird, die bereits unter Barack Obama in Regierungsverantwortung standen.

Außerdem gilt als sicher, dass der Polit-Veteran Joe Biden eine alte Tradition der US-Politik wieder beleben wird: die Berufung von politischen Akteuren des jeweils anderen politischen Lagers ins eigene Kabinett. Als Anwärterin gilt unter anderem die Managerin und Milliardärin Meg Whitman sowie der Republikaner John Kasich, der von 2011 bis 2019 Gouverneur des Bundesstaates Ohio war. Beide waren auf dem Nominierungsparteitag der Demokraten als Fürsprecherin und Fürsprecher Bidens aufgetreten.

US-Wahl: Kandidatinnen und Kandidaten für das Kabinett unter Joe Biden und Kamala Harris

  • Elizabeth Warren: Die demokratische Senatorin des Bundesstaates Massachusetts bewirbt sich laut US-Medien für den Posten der Finanzministerin. Sie war in den Vorwahlen der Demokraten als Kandidatin gegen Joe Biden angetreten.
  • Bernie Sanders: Joe Bidens härtester Konkurrent in den Vorwahlen und die Führungsfigur der links-progressiven Strömung innerhalb der demokratischen Partei interessiert sich laut US-Medien für die Position des Arbeitsministers im Kabinett Biden/Sanders.
  • John Kerry: Wie der US-Sender Fox News mutmaßte, könnte Kerry als neuer „Minister für den Klimaschutz“ in der Biden-Regierung tätig werden. Auch eine Rückkehr auf den Posten als Außeneminister, den Kerry von 2013 bis 2017 innegehabt hatte, scheint möglich.
  • Sally Yates: Die 60 Jahre alte Juristin könnte erneut Justizministerin der USA werden. Den Posten hatte sie bereits von 2015 bis 2017, ehe sie sich gegen Donald Trumps Dekret stellte, das Menschen aus bestimmten muslimischen Ländern die Einreise in die USA verwehren sollte.
  • Pete Buttigieg: Der 38 Jahre alte Nachwuchs-Star der demokratischen Partei verzichtete im Vorwahlkampf auf seine Kandidatur und sprach sich öffentlich für eine Wahl von Joe Biden aus. Es gilt als fast sicher, dass Buttigieg im Gegenzug einen Posten im Kabinett unter Biden zugesichert bekommen hat. Sowohl der in den USA als wichtig geltende Posten des UN-Botschafters wie auch die Rolle des Handelsministers würden zu Buttigiegs Profil passen.

Mit dem Wechsel im Weißen Haus nach der US-Wahl erwarten nahezu alle Beobachter:innen einen Wandel in der Politik der USA. Joe Biden hatte bereits erklärt, sein Plan für die großen Krisen unserer Zeit unterscheide sich in vielen Bereichen erheblich von dem Donald Trumps. Dazu zählen sicherlich die Corona-Krise, der Klimawandel und die Beziehungen der USA zu Europa. (Von Daniel Dillmann)

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