US-Wahl 2020

„Regenbogen-Welle“ in den USA: Historischer Erfolg für LGBTQ bei US-Wahl

  • Elena Müller
    vonElena Müller
    schließen

In der US-Wahl verzeichnet die LGBTQ-Gemeinschaft große Erfolge. Noch nie gewannen so viele ein politisches Amt.

  • Die US-Wahl 2020 war für die LGBTQ-Gemeinschaft ein historischer Erfolg.
  • Donald Trump wurde abgewählt und die erste Transgender-Frau zieht in den Senat eines Bundesstaats ein.
  • In New York gewinnen zwei schwarze Homosexuelle und ziehen in den Kongress der USA.

New York - Die prophezeite „blaue Welle“ ist zwar ausgeblieben bei der US-Wahl, aber die Anhänger:innen der Demokraten haben immerhin für eine „Regenbogen-Welle“ gesorgt: Die Gay & Lesbian Alliance Against Defamation (Glaad), eine Nichtregierungsorganisation von LGBTQ-Aktivist:innen in den Vereinigten Staaten, zählt elf junge Frauen, Männer und Transmenschen, die am 3. November ein Amt gewinnen konnten und damit historische Ergebnisse erzielten.

Ob homosexuell, transgender oder nichtbinär: Im US-Kongress und in den Kommunal- und Landesparlamenten landauf und landab haben damit progressive jungen Menschen aus der LGBTQ-Community die Wählerinnen und Wähler überzeugen können.

LGBTQ-Aktivist:innen feiern den Wahlsieg von Joe Biden in Hollywood.

US-Wahl 2020: Erfolge für die LGBTQ-Community

Allen voran Sarah McBride aus Delaware, die erste Transgender-Frau, die nun einen Senatorinnen-Posten übernimmt. Die 30-jährige McBride ist damit nach Angaben von Glaad die „ranghöchste Transgender-Gesetzgeberin der Nation“ – ein Meilenstein für die LGBTQ-Community in den USA, die immer noch über den richtigen Umgang mit Menschen streiten, die nicht der binären Hetero-Normativität der Mehrheitsgesellschaft entsprechen. So wird in einigen Bundesstaaten etwa heftig darüber debattiert, welche öffentlichen Toiletten Transmenschen benutzen sollten.

Aufsehen erregten bei der US-Wahl auch die Erfolge zweier homosexueller Schwarzer Männer aus New York, die für die Demokraten in den Kongress einziehen werden – Ritchie Torres (32) als erster schwuler Afro-Latino und Mondaire Jones (33) als schwuler Afro-Amerikaner. Beide kommen laut „New York Times“ aus eher einkommensschwachen Familien und haben sich ihren Erfolg selbst erarbeitet. Torres konnte sich überdies bei den Vorwahlen in seinem Wahlkreis gegen den 72-jährigen demokratischen Lokalmatadoren Ruben Diaz Sr. durchsetzen, der als sehr konservativ und vor allem als homophob gilt – ein Sieg auf ganzer Linie also für die Regenbogen-Gemeinschaft.

US-Wahl 2020: Melania Trump warb bei der LGBTQ-Gemeinschaft um Stimmen

Doch auch im Lager des intoleranten Amtsinhabers Donald Trump gab es eine kleine Regenbogen-Welle: Obwohl die große Mehrheit der LGBTQ-Kandidat:innen von Anhängerinnen und Anhängern der Demokraten gewählt wurde, ist bemerkenswert, dass in der queeren Gemeinschaft auch einige für Donald Trump gestimmt haben: Laut den Nachwahlbefragungen des US-Senders CNN stimmten 27 Prozent der Wahlberechtigten, die angaben, schwul, lesbisch, bisexuell oder transgender zu sein, für den Republikaner Trump (Stand 10. November). Joe Biden holte in dieser Wähler:innengruppe 64 Prozent, bei der Wahl 2016 stimmten immerhin noch 78 Prozent der Mitglieder dieser Gruppe für die demokratische Kandidatin und Biden-Parteifreundin Hillary Clinton.

Der Zuwachs für die Republikaner wird auf die generell höhere Wahlbeteiligung sowie auf die gezielt an Schwule und Lesben gerichtete Werbung zurückgeführt. So warben unter anderen der schwule Republikaner und ehemalige US-Botschafter in Berlin, Richard Grenell, und First Lady Melania Trump um Stimmen queerer Wähler:innen. (Von Elena Müller)

Rubriklistenbild: © DAVID MCNEW/afp

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare