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US-Wahl 2020: Joe Biden übernimmt Führung in Pennsylvania - Donald Trump will Wahlniederlage nicht einsehen

  • vonMirko Schmid
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Donald Trump wirft den Demokraten um Herausforderer Joe Biden Betrug bei der US-Wahl vor und will eine Wahlniederlage nicht akzeptieren. Joe Biden übernimmt derweil auch in Pennsylvania die Führung.

  • Die USA* haben die Wahl zwischen Donald Trump* und Joe Biden* - Wer setzt sich im Rennen ums Weiße Haus durch?
  • Joe Biden hat den Sieg bei der Präsidentschaftswahl* zum Greifen nahe. Die endgültige Entscheidung hängt an Swing States* wie Pennsylvania.
  • US-Wahl 2020*: Alle Nachrichten rund um die Präsidentschaftswahl sowie die Kongresswahlen im Überblick.

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+++ 14:53 Uhr: Donald Trump hat „keine Pläne seine Niederlage einzusehen“, berichtet Nachrichtensender CNN. Der Präsident glaube weiter an eine Verschwörung, mit der ihm die Wahl gestohlen worden sei. In Kreisen der Republikaner wird nach Informationen des TV-Senders nach Personen aus dem engsten Kreis um Trump gesucht, die ihm klarmachen, dass er keine Chance mehr auf eine zweite Amtszeit im Weißen Haus habe. Joe Biden geht derweil in Pennsylvania wie erwartet in Führung - ein Sieg dort wäre de facto gleichbedeutend mit einem Wahlsieg bei der US-Wahl.

+++ 13:30 Uhr: Joe Biden kommt einem Wahlsieg bei der US-Wahl 2020 immer näher. In Georgia, wo Biden bereits knapp in Führung liegt und als erster demokratischer Kandidat seit Bill Clinton vor 24 Jahren gewinnen könnte, werden die zuständigen Offiziellen um 16.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit vor die Kameras treten und, aller Wahrscheinlichkeit nach, einen Sieger verkünden. Unterdessen wird auch in Pennsylvania und Nevada weiter ausgezählt, in Nevada führt Biden ebenfalls, in Pennsylvania könnte es jederzeit ebenfalls soweit sein. Es wird allgemeinhin in den US-Medien erwartet, dass der Demokrat auch im größten noch zu vergebenden Bundesstaat gewinnen könnte. Alles in allem wird die Straße zum Sieg im Rennen um die US-Präsidentschaft für Donald Trump immer schmaler.

Republikaner gehen mit Donald Trump ins Gericht - Joe Biden dreht Rennen in Georgia

+++ 10.50 Uhr: Im Rennen ums Weiße Haus hat Joe Biden im hart umkämpften Bundesstaat Georgia nach einer Aufholjagd die Führung übernommen. Laut CNN liegt Biden derzeit 917 Stimmen vor Amtsinhaber Donald Trump.

Biden würde sich die für einen Wahlsieg nötigen 270 Stimmen der Wahlleute sichern, sollte er Georgia gewinnen und sich sein Erfolg in Arizona bestätigen. Die Nachrichtenagentur AP und der TV-Sender Fox News hatten Arizona bereits dem Demokraten zugeschlagen. Andere Medien hielten sich noch zurück.

Trump konnte sich 2016 in Georgia mit gut fünf Prozentpunkten vor Hillary Clinton die Stimmen der 16 Wahlleute sichern. Der südöstliche Bundesstaat gilt als „Swing State“. Seit Bill Clinton im Jahr 1992 hatte kein Demokrat Georgia gewinnen können.

US-Wahl 2020: Joe Biden liegt in Georgia und Pennsylvania auf Kurs

Update vom Freitag, 06.11.2020, 09.50 Uhr: Während Donald Trump mit Betrugsvorwürfen weiter kräftig Zweifel am Wahlprozess in den USA schürt, liegt sein Herausforderer Joe Biden bei der Auszählung in den letzten verbliebenen Bundesstaaten auf Kurs zum Sieg bei der Präsidentenwahl.

In Pennsylvania und Georgia holt Biden immer weiter den anfänglichen Vorsprung von Trump auf, während dort die per Post eingegangenen Stimmzettel ausgezählt wurden. In Georgia lag Biden zum Stand 5.00 Uhr MEZ noch knapp 1800 Stimmen hinter Trump zurück, in Pennsylvania waren es noch gut 26.000. In Arizona holte derweil Trump auf. Zum Stand 5.00 Uhr MEZ lag Biden noch gut 46.700 Stimmen vor Trump. Die Nachrichtenagentur AP und Fox News behielten ihre Prognose aufrecht.

US-Wahl 2020: Donald Trump prangert Manipulation an

Donald Trump prangerte bei seinem Auftritt im Weißen Haus ohne jegliche Belege eine Reihe angeblicher Manipulationen der Abstimmung an. Dabei sieht er sich weiterhin und trotz noch laufender Auszählung in einer Reihe von Staaten als legitimer Sieger. „Wenn man die legalen Stimmen zählt, gewinne ich mit Leichtigkeit“, sagte Trump. „Wenn man die illegalen Stimmen zählt, dann können sie versuchen, uns die Wahl zu stehlen.“

Donald Trump steht kurz vor der Abwahl.

US-Wahl 2020: Republikaner kritisieren Donald Trump

Donald Trump musste sich scharfe Kritik von Mitgliedern seiner Partei für sein Vorgehen gefallen lassen. „Es gibt keine Rechtfertigung für die Äußerungen des Präsidenten heute Abend, die unseren demokratischen Prozess untergraben“, schrieb der republikanische Gouverneur von Maryland, Larry Hogan, auf Twitter.

Der Kongressabgeordnete Adam Kinzinger forderte, für Betrugsvorwürfe Beweise vorzulegen und sie vor Gericht zu präsentieren. „Hören Sie auf, entlarvte Falschinformationen zu verbreiten ... Das wird langsam verrückt“, schrieb er auf Twitter. Der einflussreiche Vorsitzende des Justizausschusses im US-Senat, Lindsey Graham, stellte sich dagegen auf die Seite von Trump und spendete 500.000 Dollar für dessen Anwaltsfonds.

US-Wahl 2020: Joe Biden vor Sieg in Swing States - Donald Trump klagt vor Gericht gegen die Wahlen

+++ 19:35 Uhr: Während Joe Biden seinen Vorsprung in Nevada weiter ausbaut, traten Mitglieder des Teams Trump in Las Vegas vor die Kamera und verteidigten die dort eingereichten Klagen. Solange das Wahlkampfteam rund um Donald Trump die Wahlen im Wüstenstaat nicht selbst überwachen könne, sei eine „faire Auszählung nicht möglich“. Die Trump-Offiziellen fordern einen sofortigen Abbruch, außerdem soll in Nevada von vorn ausgezählt werden.

+++ 18:33 Uhr: Auf dem umkämpften Swing State Nevanda werden neue Zahlen gemeldet - und Joe Biden baut seinen Vorsprung gegenüber Donald Trump weiter aus. Lag Biden zuvor nur mit 7,647 Stimmen vor Amtsinhaber Trump, sind es nun mehr als 11.000. Damit entfallen auf den Demokraten Joe Biden nun 49,5 Prozent im Wüstenstaat, Trump liegt nur bei 48,5.

Donnerstag, 05.11.2020, 16:45 Uhr: USA - Joe Biden steht kurz davor, einen wohl entscheidenden Schritt in Richtung Präsidentschaft zu machen. Sowohl in Georgia als auch in Pennsylvania schmilzt der Vorsprung von Präsident Donald Trump* gefährlich zusammen. Die rasante „Aufholjagd“ des Demokraten* auf den letzten Metern der Auszählungen in den beiden Swing States liegt wohl darin begründet, dass dort nun vor allem Briefwahlstimmen sowie bereits vor dem Wahltag der US-Wahl abgegebene Stimmzettel („Early Voting“) ausgezählt werden.

Für Joe Biden ist die Präsidentschaft zum Greifen nahe - Donald Trump will US-Wahl abbrechen.

Briefwahlstimmen könnten Joe Biden in Pennsylvania vor Donald Trump bringen - und die US-Wahl entscheiden

Angesichts der Corona-Pandemie* hatten vor allem die Demokraten um Joe Biden dazu aufgerufen, von diesen vergleichsweise besser mit Abstandsregeln zu vereinbarenden Wahlmöglichkeiten Gebrauch zu machen. Die Republikaner* und ihr Präsident* Donald Trump hatten dagegen im Vorfeld der Wahl immer wieder versucht, die Legitimität der Briefwahlen* infrage zu stellen und versuchen aktuell, die Auszählung dieser Stimmen gerichtlich stoppen zu lassen, um die US-Wahl für sich zu entscheiden.

Besonders in Pennsylvania macht sich die demokratische Vorliebe für Briefwahlen bemerkbar. Der Vorsprung von Donald Trump, in der Nacht der US-Wahl noch komfortabel, ist merklich zusammengeschrumpft, Joe Biden holt mit großen Schritten auf. Der demokratische Senator Bob Casey aus Pennsylvania ist sich sicher, dass die Stimmen, die in Philadelphia, der größten Stadt Pennsylvanias, noch ausgezählt werden, ausreichen werden, um Joe Biden den Sieg bei der US-Wahl zu bescheren. „In Philadelphia sind erst rund 70 Prozent der Stimmen ausgezählt, da werden noch viele dazukommen heute Morgen. Die Stimmen alleine hier in Philadelphia könnten ausreichen, um Joe Biden in Führung zu bringen.“

Demokraten sind sich sicher, dass Joe Biden in Pennsylvania und somit die US-Wahl gewinnt - Donald Trump will die Auszählung beenden

Auch die Gemeinden rund um Philadelphia in Pennsylvania wie Montgomery, Bucks und Delaware würden Joe Biden in Richtung Sieg bugsieren, vermutet Bob Casey: „Präsident Barack Obama hat Philadelphia mit 500.000 Stimmen Vorsprung gewonnen. Da die Beteiligung bei dieser US-Wahl diesmal so viel höher ist, könnte Joe Biden das auch schaffen. Aber das wird er nicht einmal nötig haben.“ Donald Trump erneuert unterdessen seine Forderung, die Auszählung sofort abzubrechen. Auf Twitter fordert der Präsident in Versalien „Beendet die Abstimmung!“

Doch die Forderung von Donald Trump verhallt in Pennsylvania bisher genauso ungehört wie in Georgia, wo Joe Biden Donald Trump, der sich wie befürchtet* bereits am Dienstag, dem 3. November 2020* in der Nacht der US-Wahl zum Sieger erklärt* hatte, ebenfalls auf den letzten Metern einholen könnte. Bei noch rund 60.000 ausstehenden Stimmen wird erwartet, dass Georgia, das noch in der Wahlnacht als Brandmauer der Republikaner galt, schon zeitnah einen Sieger bekannt geben wird. Auch Arizona und Nevada haben angekündigt, weitere Ergebnisse der Auszählungen zu vermelden. Es ist somit nicht unwahrscheinlich, dass Joe Biden heute (05.11.2020) die erforderliche Mehrheit von mindesten 270 Wahlleuten* erreichen könnte. (Mirko Schmid) *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © MIKE THEILER via www.imago-images.de

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