Joe Biden tritt bei der US-Wahl 2020 gegen den US-Präsidenten Donald Trump an.
+
Joe Biden tritt bei der US-Wahl 2020 gegen den US-Präsidenten Donald Trump an.

 Gegenpol der Konservativen

Die US-Wahl 2020 beschäftigt die ganze Welt: Demokraten wollen Trump ablösen

Zur US-Wahl 2020 fordert die größte amerikanische Partei Präsident Trump heraus. Die Demokratische Partei hat Millionen Mitglieder in den USA.

  • Der amerikanische Bürgerkrieg und die Frage der Sklaverei spalteten einst die Demokraten.
  • Grundsätzlich verstand sich die Demokratische Partei in den USA immer als Vertretung der Interessen einfacher Leute und bemühte sich um soziale Gerechtigkeit.
  • US-Wahl 2020 News: Alle Neuigkeiten und Hintergrundinformationen zur US-Präsidentschaftswahl 2020 in den USA.

Den politischen Alltag dominieren in den USA die beiden größten Parteien: die Republikaner und die Demokraten. Die Ziele beider Gruppierungen und ihrer jeweiligen Wähler sind nicht selten durch die Abgrenzung voneinander definiert. So zählen vor allem gesellschaftliche Themen zu den klassisch demokratischen Positionen, während die Republikaner das Kapital sowie das Wirtschafts- und Finanzwesen zu ihren Prioritäten zählen und insgesamt eher als konservativ gelten.

Der liberale Begriff, der die Demokratische Partei in den USA oft beschreibt, ist nicht mit dem Liberalismus, den die europäische Politik kennt, identisch. Die Fürsorge für Arme und das Eintreten für die Bürgerrechte von Einwanderern und ethnischen Minderheiten sorgen dafür, dass die Demokraten die beliebteste Partei bei diesen Bevölkerungsgruppen sind. Mit deren Stimmen darf der demokratische Kandidat zur US-Wahl 2020 daher rechnen. Umweltschutz ist ein weiteres Ziel, das demokratische Politiker bevorzugt verfolgen, während die Republikaner sich im Zweifelsfall eher den Interessen der Wirtschaft widmen. Das Engagement der Demokraten für soziale Absicherung, Bildung und Gesundheitsfürsorge aller Bürger fand seinen bisherigen Höhepunkt in der Krankenversicherungsreform, die Präsident Barack Obama durchsetzen wollte.

Zur US-Wahl 2020 treten die Erben von Thomas Jefferson gegen Donald Trump an

Die Geschichte der Demokraten begann mit der Abspaltung eines Teils der Partei der „Demokratischen Republikaner“, die Thomas Jefferson anführte. Die Demokraten der US-Wahl 2020 haben wenig gemeinsam mit Jeffersons Gefolgschaft im Jahr 1792. Neben Jefferson gilt ein weiterer US-Präsident als Mitbegründer und geistiger Vater der Demokraten: Andrew Jackson spaltete 1824 mit seiner Kandidatur für das Präsidentenamt die Demokraten um Jefferson, was eine komplette Neuordnung der Partei nach sich zog. Nicht wenige Experten datieren die Gründung der Demokratischen Partei deshalb auch auf das Jahr 1828.

Vor Beginn des Bürgerkriegs beherrschte der Zwiespalt über die Frage der Sklaverei die gesamte Partei. Eine Einigung ließ sich nicht herbeiführen und die Republikaner gewannen in der Folge die Präsidentenwahl mit Abraham Lincoln an der Spitze. Der Sezessionskrieg begann und hinterließ die Demokraten in desolatem Zustand. Obwohl die Partei gezielt liberale Positionen besetzte, um sich zu konsolidieren, hielten ihre Vertreter eisern an der Rassentrennung fest. Erst unter der Präsidentschaft des Republikaners Theodore Roosevelt erfolgte eine Wende hin zur Bekämpfung von Rassendiskriminierung. Diese offizielle Linie der Partei führte intern noch jahrzehntelang zu erbitterten Auseinandersetzungen, vor allem im konservativen Süden.

Die US-Wahl 2020 fordert eine klare Positionsbestimmung von den Demokraten

Dass die Mitglieder der Demokratischen Partei sich ursprünglich für die Rassentrennung einsetzten, kann sich angesichts der Ziele, denen sich die Partei inzwischen verschrieben hat, kaum noch jemand vorstellen. Zunehmend liberal und deutlich moderner als die konservativen Republikaner, bemühen sich die Demokraten um die Wählerstimmen bei der US-Wahl 2020. Sie finden deutlich mehr Anhänger bei Einwanderern und religiösen Minderheiten, was nicht zuletzt an den engen Verbindungen zwischen christlichen Fundamentalisten und den Republikanern liegt.

Donald Trump, der gern im Kreis bibeltreuer Christen auftritt, warf seinem moderat katholischen Herausforderer Joe Biden sogar schon vor, er sei kein Christ. Religiöse Fragen haben außerdem Einfluss darauf, wie Frauen in den USA wählen. Zu den konservativ und christlich geprägten Republikanern gehört auch, dass sich dort die Abtreibungsgegner versammeln. Der offene Konflikt mit den Rechten der Frauen sorgt dafür, dass Frauen eher demokratisch wählen als Männer. Traditionell wählen der Norden und der Osten der USA demokratisch, der Süden gilt als republikanisch. Doch Swing States im Süden wie Florida oder Texas weichen die klaren Fronten auf und könnten den Demokraten helfen, Teile des nach dem Bürgerkrieg für sie verlorenen Südens zurückzuerobern.

US-Wahl 2020: Der Esel darf bei den Demokraten als Symbol nicht fehlen

Wie in jedem Wahlkampf ist auch bei den Vorbereitungen der USA Wahlen 2020 oft ein Esel auf den Fahnen und Plakaten der Demokratischen Partei zu sehen. Der Esel ist zwar kein offizielles Wappentier, aber dennoch das inoffizielle Symbol der Demokraten. Dahinter steckt ein Cartoon, den Andrew Jackson verwendete, nachdem man ihn in seinem Präsidentschaftswahlkampf als Esel verspottet hatte. Er übernahm den Scherz und später zeigte eine Karikatur einen Esel, der die als Elefant dargestellten Wähler der damals noch liberalen Republikaner angriff.

Einige Parteiverbände zeigen den Esel regelmäßig auf ihren Veröffentlichungen. Die wichtigste innerparteiliche Organisation der Demokraten ist das Democratic National Committee (DNC). Das höchste nationale Parteigremium sitzt in Washington und ist den Parteiführungen der Bundesstaaten übergeordnet. Zur Demokratischen Partei gehören außerdem eine Reihe von weiteren Organisationen, die verschiedene gesellschaftliche Gruppen von Mitgliedern vertreten:

US-Wahl 2020: Darf die Demokratische Partei den 20. Präsidenten ihrer Geschichte stellen?

Die liberalen Demokraten haben bisher mehr Präsidentschaftswahlen verloren als gewonnen. Dennoch haben Sie bisher 19 Präsidenten hervorgebracht. Zu den bekanntesten gehört Thomas Jefferson, der noch für die damals existierende Demokratisch-Republikanische Partei antrat und von 1801 bis 1809 amtierte. Sehr wichtig unter den US-Präsidenten der Demokratischen Partei waren auch die beiden, die während und unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg die Vereinigten Staaten von Amerika regierten: Franklin D. Roosevelt direkt gefolgt von Harry S. Truman. Zu trauriger Berühmtheit gelangte John F. Kennedy wegen der tragischen Umstände seiner Ermordung.

Zwei Präsidenten der letzten Jahrzehnte konnten sich gegen die Kandidaten der Republikaner durchsetzen, obwohl sie ihre politische Karriere in Südstaaten begannen: Jimmy Carter aus Georgia und Bill Clinton aus Arkansas gewannen die Präsidentenwahl auch in ihren Heimatstaaten. Eine herausragende Position nimmt außerdem Barack Obama als erster afroamerikanischer Präsident ein. Mit Joe Biden tritt zur US-Wahl 2020 sein Vizepräsident an und vielleicht auch in seine Fußstapfen.

US-Wahl 2020: Der Republikaner Donald Trump und der Demokrat Joe Biden gegeneinander an

Wenn die Frage auftaucht, ob Donald Trump ein Demokrat ist, geht es nicht um seine Parteizugehörigkeit, denn Trump ist natürlich kein Demokrat in diesem Sinne, sondern Republikaner. Doch gelegentlich werfen ihm politische Gegner vor, er sei kein Demokrat, weil er den Rechtsstaat und seine Vertreter nicht respektiere. Sein Herausforderer bei der US-Wahl 2020, der ehemalige Vizepräsident Joe Biden gilt dagegen als lupenreiner Demokrat. Er gehört seit mehr als 50 Jahren der Demokratischen Partei an und ist bisher nicht mit antidemokratischen Bestrebungen aufgefallen.

Joe Biden ist Jurist und liberaler Katholik. Er ist ein guter Redner, auch wenn es ihm gelegentlich an Sachkunde fehlt. Biden ist außerdem ein sehr erfahrener Politiker, der bereits 1988 seine erste Kandidatur für das Präsidentenamt verkündete. Mehrmals musste er sich erfolgreicheren Parteikollegen der Demokraten geschlagen geben – zuletzt im Jahr 2008, als Barack Obama ihn zu seinem Vizepräsidenten machte. Biden genießt großes Vertrauen bei den Afroamerikanern und bemüht sich um eine Verschärfung der Waffengesetze in den USA. Im Gespräch mit dem Fernsehsender NBC nahm er zu aktuellen Fragen Stellung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare