Republikanische Partei in den USA

Republikaner: Wofür steht die Partei in den USA?

Bei der Präsidentschaftswahl 2020 in den USA stellt sich Präsident Donald Trump für die konservativen Republikaner zur Wiederwahl.

  • Die bewegte Geschichte der Republikanischen Partei – die konservative Kraft in den USA.
  • Die Präsidenten der Republikaner und wofür sie standen.   
  • News zur Wahl 2020: Alle Neuigkeiten und Hintergrundinformationen zu den Präsidentschaftswahlen in den USA

Die Republikaner sind die Verfechter des amerikanischen Konservatismus im 21. Jahrhundert. Die markantesten politischen Ziele der Republikanischen Partei werden auch bei den USA Wahlen 2020 immer wieder betont in den Vordergrund gestellt. Dazu gehören insbesondere:

  • niedrigere Steuern
  • freier Marktkapitalismus
  • eine starke nationale Verteidigung
  • liberale Waffenrechte
  • Reduzierung gesetzlicher Regulierungen
  • Beibehaltung der Todesstrafe
  • Ablehnung der Abtreibungsrechte
  • sowie die Beschränkungen der Machtbefugnisse für Gewerkschaften

Damit sind die Republikaner wirtschaftlich rechts angesiedelt, während Regierung und Behörden eher liberal gesehen werden. In sozialen Fragen zeigen sich die Republikaner strikt konservativ.

Die bewegte Geschichte der Republikaner

Vier Jahre lang, von 1864 bis 1868, nannten sich die Republikaner National Union Party, bevor sie zum alten Namen zurückkehrten, so wie bei deren Gründung am 20. März 1854 beschlossen. Auch als Grand Old Party (GOP) bekannt, entstand die Republikanische Partei aus Anlass verschiedener politischer Vorgänge, die einem Großteil der US-Amerikaner missfielen. Dazu gehörte vornehmlich der Kansas-Nebraska Act. Eigentlich eine Verordnung zur Festlegung der Grenzen zwischen diesen Bundesstaaten, wurde der Act von demokratischen Senatoren auch dazu genutzt, die Sklaverei nach Norden auszudehnen. Als diese Absicht bekannt wurde, strömten aus beiden ideologischen Lagern Menschen in die Region. Es kam zu zahlreichen bewaffneten Konflikten, was als Bleeding Kansas in die US-Geschichte einging. Vor diesem Hintergrund kam es zur Gründung der Republikanischen Partei, wobei Protestanten, wohlhabende Farmer, Facharbeiter, Geschäftsleute und ab 1866 auch befreite Sklaven das Gros der Mitglieder stellten.  

Zerschlagung der Südstaaten unter Führung der Republikaner

Mit Abraham Lincoln (56, 1865) stellte die Republikanische Partei ihren ersten Präsidenten der Vereinigten Staaten. Unter seiner Führung wurden im US-amerikanischen Bürgerkrieg die Konföderierten Staaten von Amerika zerschlagen, die von 1861 bis 1865 Bestand hatten. Im Anschluss daran wurde die Sklaverei in den gesamten Vereinigten Staaten abgeschafft. Lincoln wurde 1865 von einem Fanatiker aus dem Lager der Konföderierten während einer Theatervorstellung in den Kopf geschossen und verstarb Stunden später. Seither wird dem jeweiligen US-Präsidenten ein besonderer Schutz zuteil, was auch bei Donald Trump während der Wahlen in den USA 2020 zu beobachten ist.  

Wandel der politischen Schwerpunkte bei den Republikanern  

Es waren der Civil Rights Act im Jahr 1964 und der Voting Rights Act ein Jahr später, die den Startschuss zu einem Wandel der politischen Verhältnisse in den Vereinigten Staaten gaben. Zuvor konnten die Republikaner kaum Unterstützung aus den Südstaaten erwarten, was sich ins Gegenteil verkehrte. Dafür schwenkten die zuvor so treuen Nordstaaten auf den politischen Kurs der Demokraten um. Ab 1960 gaben immer mehr weiße Wähler der Republikanischen Partei ihre Stimme, während die Demokratische Partei einen Zulauf von farbigen Minderheiten aller ethnischen Gruppen verzeichnete. Im Prinzip ist dieses Bild auch bei den Wahlen 2020 aktuell, denn die Republikaner und Donald Trump bauen auf die Unterstützung durch die weißen US-Staatsangehörigen. 

Die politische Zielsetzung der Republikaner bei den Wahlen 2020 in den USA  

Die Covid-19 Pandemie brachte die von Donald Trump initiierten Reformen ins Stocken. Statt eines wirtschaftlichen Aufschwungs, der sich bereits angedeutet hatte, muss nun gegen eine Wirtschaftskrise angekämpft werden. Dennoch konnten die Republikaner unter Trump eine Steuerreform durchsetzen. Überdies macht die Republikanische Partei ihre strikte Ablehnung von gleichgeschlechtlichen Ehen und der Abtreibung bei den USA Wahlen 2020 deutlich. Auch am Bau der Mauer zu Mexiko wird festgehalten, denn die Einwanderungspolitik ist ein zentraler Punkt im Wahlkampf. Überdies wird der Umweltschutz dem wirtschaftlichen Wachstum untergeordnet. Der Austritt aus dem Pariser Abkommen zum Klimaschutz und die Rücknahme des Clean Power Acts unter Trump untermauern dies. 

Das Symbol der Republikaner

Das Symbol der Republikanischen Partei mit Donald Trump als Kandidaten bei den USA Wahlen 2020 ist ein vom Karikaturisten Thomas Nast kreierter Elefant, der 2000 mit neuen Farben ausgestattet wurde. Auch die Demokraten mit Joe Biden als Präsidentschaftskandidat erhielten von Nast ein Symboltier zugedacht, allerdings wurde der Esel bislang nicht akzeptiert.

Landesweit agiert das Nationalkomitee der Republikaner als Organisator. Das Sammeln von Spenden zur Unterstützung von Donald Trump für die Wahlen 2020 und das Abhalten der Convention gehören zu den Aufgaben. Darüber hinaus setzt sich die Republikanische Partei aus Landesverbänden und solchen bestimmter Interessengruppen zusammen, darunter auch: 

  • College Republican National Committee
  • National Federation of Republican Women
  • Young Republican National Federation
  • National Teen Age Republicans

Die republikanischen Präsidenten der Vereinigten Staaten

Die Republikanische Partei kann bis zu den Wahlen 2020 auf insgesamt 19 Präsidenten inklusive Donald Trump verweisen, mehr als jede andere Partei in den Vereinigten Staaten. 

  • Abraham Lincoln (4. März 1861 bis 15. April 1865) gilt als einer der bedeutendsten Präsidenten der USA und der Republikaner. Grund dafür ist, dass er durch den siegreich geführten Bürgerkrieg gegen die Konföderierten Staaten eine Teilung der USA verhindern konnte.
  • Ulysses Simson Grant (4. März 1869 bis 4. März 1877) war General während des Sezessionskrieges. Der 18. Präsident der USA versuchte die Rechte der Afroamerikaner zu erweitern.
  • Rutherford Birchard Hayes (4. März 1877 bis 4. März 1881) wurde 1877 der 19. Präsident der USA und diente zuvor zwei Amtsperioden als Gouverneur im US-Bundesstaat Ohio.
  • James Abram Garfield (4. März 1881 bis 19. September 1881) wurde der zweite Präsident, der einem Attentat zum Opfer fiel.
  • Chester Alan Arthur (19. September 1881 bis 4 März 1885) übernahm als Vizepräsident nach der Ermordung von Garfield das Präsidentenamt.
  • Benjamin Harrison (4. März 1889 bis 4. März 1893) war der Enkel von William Henry Harrison, dem 9. Präsidenten der USA.
  • William McKinley, Jr. (4. März 1897 bis 14. September 1901) war politisch weit rechts angesiedelt, überaus konservativ und imperialistisch motiviert. Dies führte zur Annektierung von Hawaii, dem Spanisch-Amerikanischen Krieg und dem Philippinisch-Amerikanischen Krieg. McKinley fiel gleich zu Beginn seiner zweiten Amtszeit einem Attentat zum Opfer.

Präsidenten der Republikaner ab dem 20. Jahrhundert  

Ab dem beginnenden 20. Jahrhundert stimmten vorwiegend weiße Staatsbürger für die Republikaner, während die Unterstützung der Afroamerikaner nachließ. Und dies, obwohl es die Republikanische Partei war, die maßgeblich zur Abschaffung der Sklaverei beigetragen und als erste Partei auch farbige Mitglieder aufgenommen hatte. Grund dafür ist vor allem die deutliche politische Kursänderung nach rechts, was auch durch die Aussagen von Donald Trump vor den Wahlen 2020 deutlich wird.  

  • Theodore Roosevelt (14. September 1901 bis 4. März 1909) erhielt für seine Vermittlung im Japanisch-Russischen Krieg den Friedensnobelpreis.
  • William Howard Taft (4. September 1909 bis 4. März 1913) wurde nach seiner Präsidentschaft Oberster Richter in den Vereinigten Staaten.
  • Warren Gamaliel Harding (4. März 1921 bis 2. August 1923) setzte auf die Selbstregulierung der Märkte. Kaum 29 Monate im Amt, verstarb er auf einer Reise in San Francisco.
  • John Calvin Coolidge (2. August 1923 bis 4. März 1929) trat als Vizepräsident Hardings Nachfolge an. Er führte die Begrenzung der Zahl der Zuwanderer in die USA ein.
  • Herbert Clark Hoover (4. März 1929 bis 4. März 1933) trat das Präsidentenamt kurz vor dem Börsenzusammenbruch in New York an, der die Weltwirtschaftskrise auslöste.
  • Dwight David „Ike“ Eisenhower (20. Januar 1953 bis 20. Januar 1961) gilt als überaus weitsichtiger Präsident, der eine gemäßigte Nahost-Politik betrieb und die Gründung der NASA veranlasste.
  • Richard Milhous Nixon (20. Januar 1969 bis 9. August 1974) wurde 1969 der 37. Präsident der USA und der bislang einzige, der von seinem Amt zurückgetreten ist, in Folge von Watergate.
  • Gerald Rudolph Ford (9. August 1974 bis 20. Januar 1977) rückte auf, als Nixon zum Rücktritt gezwungen war.
  • Ronald Wilson Reagan (20. Januar 1981 bis 20. Januar 1989) war ein ehemaliger Western-Held aus Hollywood. Reagan stand für Antikommunismus und Abschreckung durch Aufrüstung.
  • George Herbert Walker Bush (20. Januar 1989 bis 20. Januar 1993) zeichnet für die Invasion in Panama verantwortlich und wurde nicht wiedergewählt, weil er entgegen seinem Versprechen neue Steuern einführte.
  • George Walker Bush (20. Januar 2001 bis 20. Januar 2009) wurde als Republikaner Präsidentschaftsnachfolger seines Vaters, lediglich unterbrochen durch die Amtszeit des Demokraten Bill Clinton.
  • Donald John Trump (seit dem 20. Januar 2017) wurde als bisher ältester Wahlsieger 2017 als 45. Präsident der USA vereidigt.

Die Republikaner stehen hinter Trump

Donald Trump musste beweisen, dass er ein echter Republikaner ist. Noch beim Wahlkampf 2016 hielt die Parteispitze Distanz zu ihrem Präsidentschaftskandidaten. Dies ist bei den Wahlen 2020 anders, denn Trump konnte etliche politische Ziele der Republikanischen Partei durchsetzen. Zudem hat der Präsident während seiner Amtszeit immer wieder seine Abneigung zu Themen wie Abtreibung und Homosexualität demonstriert, einer Kerneinstellung der Republikaner.

Was unterscheidet Demokraten und Republikaner bei den USA Wahlen 2020

DEMOKRATENREPUBLIKANER
wollen den Umweltschutz vorantreibenstellen wirtschaftliches Wachstum über Umweltschutz
Legalisierung gleichgeschlechtlicher Ehenstrikte Ablehnung von Homosexuellen Partnerschaften
liberale Abtreibungspolitikstrikte Ablehnung von Abtreibungen
Kontrolle der Wirtschaftsmechanismenfreie Wirtschaft
höhere Besteuerung von UnternehmenSteuersenkungen

Rubriklistenbild: © Justin Lane/dpa

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