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USA schneiden bei UN-Ranking schlecht ab und landen hinter Kuba

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Von: Johanna Soll

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Kuba liegt beim UN-Nachhaltigkeitsranking 2022 vor den USA
Kuba liegt beim UN-Nachhaltigkeitsranking 2022 vor den USA © Imago

Die USA liegen bei Nachhaltigkeitszielen noch hinter Ländern wie Kuba und der Ukraine? Laut dem Nachhaltigkeitsbericht der UN ist das der Fall.

New York City – Im Ranking des jährlich veröffentlichten UN-Nachhaltigkeitsberichts schneiden die USA schlecht ab: Sie landen aktuell auf Platz 41 – einen Platz hinter einem Erzfeind der US-Konservativen und Rechten, Kuba. „Die Vereinigten Staaten mögen sich selbst als ‚Anführer der freien Welt‘ betrachten“, aber der Entwicklungsindex der UN platziert die USA deutlich weiter unten auf der Liste, schreibt die Politikhistorikerin Kathleen Frydl von der Johns Hopkins Universität in The Conversation.

Im vergangenen Jahr belegten die USA noch Platz 32, jetzt liegen sie hinter Rumänien (Platz 30), Belarus (Platz 34) und der Ukraine (Platz 37). Russland rangiert auf Platz 45. Die ersten vier Plätze belegen Finnland, Dänemark, Schweden und Norwegen. Deutschland befindet sich auf Platz 6.

USA: Lebenserwartung sinkt, wirtschaftliche Ungleichheit nimmt zu

Die siebzehn UN-Nachhaltigkeitsziele hat der Wirtschaftswissenschaftler Jeffrey Sachs mit seinem Team entwickelt. Bei einem Wert von 100 gilt ein Ziel als vollständig erreicht. Zu den Zielen gehören unter anderem das Fehlen von Armut und Hunger, eine gute Gesundheit und Bildung, die Gleichstellung der Geschlechter, eine saubere Umwelt, Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen.

Der US-Autor und Politikberater Richard Eskow schreibt in Common Dreams in Reaktion auf das schlechte Abschneiden der USA beim UN-Nachhaltigkeitsbericht 2022: „Andere Bewertungen und Berichte platzieren die USA möglicherweise nicht hinter Kuba oder Serbien, aber die meisten wichtigen Messwerte scheinen in eine Richtung zu weisen: nach unten. Die Lebenserwartung sinkt, die wirtschaftliche Ungleichheit nimmt zu.“

Das Einkommensgefälle ist in den USA in den letzten 30 Jahren deutlich gestiegen. Nach der Bemessung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) haben die USA das größte Wohlstandsgefälle unter den G7-Staaten.

USA: Zwei Rechtssysteme – eines für Weiße und eines für Schwarze

Nach Ansicht von Kathleen Frydl spiegeln diese Ergebnisse strukturelle Ungleichheit in den USA wider, die bei der afroamerikanischen Bevölkerung am stärksten ausgeprägt ist. Die Ungleichbehandlung bestehe weit über das Ende der Sklaverei und die Aufhebung der Jim-Crow-Gesetze (Gesetze zur „Rassentrennung“) hinaus.

In einem 2021 veröffentlichten Bericht einer Kommission international führender Anwältinnen und Anwälte für Menschenrechte aus elf Ländern, beschäftigte sich diese mit Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA. Laut ihrem Bericht verstößt die massive Polizeigewalt, der Schwarze in den USA ausgesetzt sind, gegen internationales Recht und stellt in manchen Fällen sogar ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit dar. Die Kommission kommt zu dem Ergebnis, dass in den USA zwei Rechtssysteme existieren: „Eines für weiße Menschen und ein anderes für Menschen afrikanischer Abstammung“.

Demokratie in den USA nimmt ab

Der jährlich von der Zeitschrift The Economist herausgegebene Demokratieindex bemisst den Grad der Demokratie in 167 Ländern. Beim aktuellen Index von 2021 liegen die USA auf Platz 26 und sind somit eine „unvollständige Demokratie“. Der Demokratieindex unterscheidet zwischen „vollständigen Demokratien“, „unvollständigen Demokratien“, „Hybridregimen“ und „autoritären Regimen“.

Richard Eskow hält fest: „Länder wie die USA und Großbritannien sehen immer weniger aus wie der Endzustand der Geschichte und mehr und mehr wie im Niedergang begriffene Weltmächte, wie so viele, die ihnen vorausgegangen sind.“ (Johanna Soll)

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