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„Es geht wieder los“ – Trump jammert über die Wahl in Pennsylvania

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Von: Nadja Austel

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US-Präsident Donald Trump wird vielleicht bald wieder via Twitter seine Meinung in der Welt verbreiten.
US-Präsident Donald Trump wird vielleicht bald wieder via Twitter seine Meinung in der Welt verbreiten. © Alex Brandon/AP/dpa

Donald Trump sieht bei den Vorwahlen in den USA einmal mehr Betrug am Werk. Seinem Favoriten in Pennsylvania rät er jetzt, den eigenen Sieg zu verkünden.

USA – „In Pennsylvania sind sie nicht in der Lage, die Briefwahlstimmen zu zählen“, verkündet Donald Trump am Mittwoch (18. Mai) über seinen persönlichen Twitter-Ersatz „Truth Social“. Ein „großes Durcheinander“ gebe es bei den Vorwahlen des Bundesstaates – wohl ähnlich wie er es bei seiner erfolglosen Wahl 2020 vermutet hatte.

Teilweise stimmt das in diesem Fall sogar, allerdings eben nur teilweise. Am 17. Mai kam es zur republikanischen Vorwahl in Pennsylvania. Wie die BBC berichtet, mussten im USA-Wahlkreis Lancaster County Tausende von Briefwahlstimmen neu bearbeitet werden: Aufgrund eines Druckfehlers wird die Auszählung der Stimmen wiederholt. Trump geht das offenbar zu langsam. Wenn es nach ihm ginge, könnte man auf die restlichen Stimmen wohl auch verzichten.

Der von Trump unterstütze Kandidat Mehmet Oz liegt laut Informationen der BBC in der Hochrechnung derzeit knapp vor Konkurrent David McCormick. Für Trump Grund genug, die Wahl als entschieden zu deklarieren. Sein Protegé habe gewonnen, oder zumindest solle der das behaupten, wenn es nach Trump geht: „Oz sollte den Sieg erklären“, schrieb er auf Truth Social weiter. „Das macht es viel schwieriger, mit den Stimmzetteln zu betrügen, die sie ‚zufällig‘ gefunden haben.“ Natürlich lieferte er keine Beweise für seine Behauptungen.

USA: Trump erkennt Realität auch in Pennsylvania nicht an

Dass Oz von Trumps Anhängern in Pennsylvania ohnehin nicht gerade herzlich empfangen wurde, lässt der Ex-Präsident der USA dabei anscheinend außer Acht. „Bestenfalls eisig“ sei die allgemeine Haltung gegenüber Oz gewesen, hatte der Rolling Stone berichtet. Die Ansichten des Arztes waren vielen Republikanern nicht konservativ genug.

Trump sieht andere Mächte am Werk und vergleicht die Auszählung der Briefwahlstimmen mit seiner eigenen gescheiterten Wahl 2020. „Unser Land sollte zu Papierwahlen mit Wahl am selben Tag übergehen. Das wurde gerade in Frankreich gemacht, null Probleme. Get Smart America,“ so sein Statement.

USA – Trump ist ein Mann der Zahlen, die ihm gefallen

Den Stand der Wahlen in den USA würde er zumindest in Pennsylvania womöglich gerne einfrieren: Der ehemalige Hedgefonds-Manager und Oz-Konkurrent Dave McCormick lag am Mittwochmorgen noch mit 1.395 Stimmen hinter Dr. Oz, so die Informationen von The Independent. McCormick habe jedoch einen deutlichen Vorsprung bei den Briefwahlstimmen: 38.607 Wähler gaben ihre Stimme per Post für ihn ab, gegenüber 27.375 für Dr. Oz. Ob Donald Trump wohl aus diesem Grund gegen Briefwahlen ist?

So oder so wäre eine Siegeserklärung von Oz allerdings voreilig: Wahlsiege, die mit einem Vorsprung von bis zu 0,5 Prozent entschieden werden, müssen nämlich automatisch nachgezählt werden. Und derzeit liegt McCormick mit knappen 0,1 Prozent der Stimmen hinter Oz zurück. Der Gewinner der Vorwahlen wird gegen den Vizegouverneur John Fetterman antreten, der die Nominierung der Demokraten gewonnen hat. Donald Trump kündigt mit Blick auf die Präsidentschaftswahlen 2024 in den USA derweil an, möglicherweise wieder kandidieren zu wollen. (na)

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