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USA: Distanzierung vom Vater? Ivanka Trump will sich drücken

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Von: Nadja Austel

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Eine „Schlüsselperson“ sei Ivanka Trump im Betrugsfall der Trump Organization – doch sie versucht, mit dem Gericht in New York einen eigenen Deal auszuhandeln.

New York – Ivanka Trump, die älteste Tochter des ehemaligen Präsidenten der USA, Donald Trump, versuchte in der vergangenen Woche erfolglos, sich der Überwachung ihrer Finanzen zu entziehen. Die New Yorker Staatsanwaltschaft befürchtet, dass die Trump Organization und ihre Führungskräfte in Erwartung von Strafverfolgungsmaßnahmen Vermögenswerte verlagern könnten. 

Generalstaatsanwältin Letitia James hatte daher die Kontrolle der Finanzströme des Trump-Unternehmens angeordnet. Sie beantragte hierfür die Ernennung eines unabhängigen Prüfers „zur Überwachung der Übermittlung bestimmter Finanzinformationen an Dritte, einschließlich Wirtschaftsprüfer, Kreditgeber und Versicherer“.

Es gebe „allen Grund zu der Annahme, dass sich die Angeklagten bis zum Prozess“ weiterhin „an betrügerischen Verhaltensweisen beteiligen“ würden, wenn das Gericht dies nicht überprüfe.

Ivanka Trump priorisiert ihre eigene Familie, nicht mehr Donald Trumps politische Karriere
Ivanka Trump priorisiert ihre eigene Familie, nicht mehr Donald Trumps politische Karriere. (Archivbild) © a katz/Shutterstock

USA – Donald, Junior, Eric und Ivanka Trump wegen Betrug angeklagt

James hatte im September eine umfangreiche Klage wegen Betrugs eingereicht, die sich gegen Trump, das nach ihm benannte Unternehmen und seine drei Kinder Donald Junior, Eric und Ivanka richtet. Sie sollen im großen Stil und über mehrere Jahre den Firmenwert der Trump Organization manipuliert haben.

Den Vorwürfen zufolge sollen die Trumps ihre Finanzen je nach Bedarf größer oder kleiner gerechnet haben, um beispielsweise einfacher an Kredite zu kommen oder weniger Steuern zu zahlen. James zielt mit der Klage unter anderem auf eine Zahlung von 250 Millionen US-Dollar (umgerechnet etwa 255 Millionen Euro) als Wiedergutmachung ab.

Nun gab es von Ivanka Trumps Anwälten in privaten Briefen Ersuche, sie – und nur sie – von der Kontrolle der Finanzströme in den kommenden Monaten auszuschließen, wie The Daily Beast berichtet.

USA: Auch Ivanka muss für Trump Organization gerade stehen

Der Richter Arthur F. Engoron hatte der Trump Organization zwei Wochen Zeit gegeben, um der pensionierten Bundesrichterin Barbara S. Jones „eine vollständige und genaue Beschreibung der Unternehmensstruktur“ vorzulegen und sie zu ermächtigen, „alle finanziellen Offenlegungen des Unternehmens gegenüber Personen oder Einrichtungen“ zu überprüfen.

Die Trumps müssen die Richterin 30 Tage im Voraus über die Verlagerung von Vermögenswerten informieren, um sicherzustellen, dass sie der 250-Millionen-Dollar-Klage der New Yorker Generalstaatsanwaltschaft nicht entgehen können.

Trotz Ivanka Trumps nachdrücklichem Plädoyer dafür, von der Kontrolle ausgeschlossen zu werden, zeigte sich Richter Engoron unbeeindruckt. In der Anordnung wird sie nicht ausgenommen.

USA – Ivanka Trump will Deal auf eigene Faust machen

Laut The Daily Beast war Ivanka Trump die einzige Angeklagte, die versuchte, auf eigene Faust einen besseren Deal auszuhandeln. Die Trump Organization gehe derzeit in Berufung. Ivanka Trumps Anwalt habe am vergangenen Freitag nicht auf Fragen in der Angelegenheit geantwortet.

Ivankas Schritte im Gerichtsverfahren und ihr Rückzug aus den politischen Ambitionen ihres Vaters werden von einigen Beobachter:innen als Zeichen dafür gedeutet, dass Trumps älteste Tochter versucht, sich vom seinem Erbe zu distanzieren. Andere vermuten, dass sie und ihr Mann Jared Kushner möglicherweise dem FBI Informationen zugespielt hatten und „Maulwürfe“ bei den Ermittlungen gegen ihren Vater seien könnten.

Letzten Dienstag hatte sie sich geweigert, bei der lang erwarteten Ankündigung ihres Vaters für seine Präsidentschaftskampagne in 2024 zu erscheinen. „Ich liebe meinen Vater sehr. Dieses Mal möchte ich meinen kleinen Kindern und dem Privatleben, das wir als Familie führen, den Vorrang geben“, sagte sie in einer Erklärung gegenüber Fox News. „Ich habe nicht vor, mich in die Politik einzumischen“.

USA: Ivanka Trump gilt als eine „Schlüsselperson“ im Betrugsfall

Das war nicht von Anfang an so. Ivanka Trump machte 2016 an der Seite ihres Vaters Wahlkampf und geriet schließlich in die Kritik, weil sie seine Amtseinführung 2017 nutzte, um das Familienunternehmen zu bereichern. 

Ivanka ist laut Angaben von The Daily Beast weitestgehend „untergetaucht“, und agiert nicht weiter als politische Unterstützerin ihres Vaters. Allerdings ziele die New Yorker Klage darauf ab, sie für ihr Handeln als Führungskraft bei der Trump Organization zur Rechenschaft zu ziehen. Die Generalstaatsanwaltschaft nennt sie als „Schlüsselperson bei vielen der untersuchten Transaktionen“, da sie an der Abwicklung von Geschäften beteiligt war, die auf gefälschten Dokumenten beruhten. (na)

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