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2022 ist das „Jahr der verpfuschten Hinrichtungen“ in den USA

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Von: Vivian Werg

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Laut dem Jahresbericht des Informationszentrums für Todesstrafe kam es 2022 bei jeder dritten Hinrichtung in den USA zu Komplikationen.

Washington – Im Jahr 2022 wurde in den USA bisher bei 18 Menschen die Todesstrafe vollstreckt. Bei einem Drittel der Hinrichtungen seien jedoch Komplikationen und Probleme aufgetreten. Dies ist aus einer am Freitag (16.12.) veröffentlichten Studie der Organisation Death Penalty Information Center (DPIC) hervorgegangen. Insgesamt sei die Todesstrafe in den USA aber auf dem Rückzug. Zum Vergleich: 1999 seien 98 Hinrichtungen vollzogen worden.

Sieben der 20 Hinrichtungsversuche seien „sichtlich problematisch“ gewesen. Gründe hierfür seien „die Inkompetenz der Hinrichtenden, die Nichteinhaltung von Protokollen oder Mängel an den Protokollen selbst“. Im Juli etwa habe ein Hinrichtender bei einer Exekution in Alabama drei Stunden gebraucht, um einen Infusionsschlauch zu legen. Dies sei die längste verpfuschte Hinrichtung per Giftspritze in der Geschichte der USA gewesen.

USA: Verpfuschte Hinrichtungen mit der Giftspritze

Die Todeszelle in einem Gefängnis in Texas. Insgesamt sei die Todesstrafe in den USA aber auf dem Rückzug.
18 Hinrichtungen wurden in diesem Jahr in den USA vollstreckt © Paul Buck/ dpa

„Die Bundesstaaten haben bewiesen, dass sie nicht in der Lage sind, tödliche Injektionen durchzuführen, ohne dass das Risiko besteht, dass diese verpfuscht werden“, sagte DPIC-Direktor Robert Dunham. „Die Familien der Opfer und Gefangenen, andere Hinrichtungszeugen und das Vollzugspersonal sollten nicht dem Trauma einer schief gelaufenen Hinrichtung ausgesetzt werden.“

Die Hinrichtungen seien in sechs Bundesstaaten durchgeführt worden: Texas, Oklahoma, Alabama, Arizona, Mississippi und Missouri - wobei die beiden erstgenannten die meisten Hinrichtungen vollstreckten. In Oklahoma waren Hinrichtungen mit Giftspritzen nach Pannen seit 2015 ausgesetzt worden. 

Donald Trump hatte 2021 die Todesstrafe auf Bundesebene wieder eingeführt.

USA: Unterstützung der Todesstrafe auf dem Tiefstand

Der Vollzug der Todesstrafe in den USA ist immer wieder Ziel heftiger Kritik und Gegenstand von Auseinandersetzungen. In 37 der 50 US-Bundesstaaten sei die Todesstrafe abgeschafft oder seit mehr als einem Jahrzehnt keine Hinrichtung mehr stattgefunden. In Staaten, in denen es noch welche gibt, ist die Verabreichung einer Giftspritze die gängige Methode.

Von den 18 in diesem Jahr hingerichteten Menschen wiesen mehrere psychische Erkrankungen auf oder seien Opfer von Vernachlässigung oder Missbrauch gewesen, einige begingen ihre Verbrechen als Jugendliche, hieß es im Bericht.

Meinungsumfragen im Jahr 2022 zeigten laut Bericht, dass die Unterstützung für die Todesstrafe in den USA trotz steigender Kriminalitätswahrnehmung auf einem Tiefstand war. (dpa/ Vivian Werg)

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