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US-Repräsentantenhaus verbietet TikTok auf Diensthandys

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Von: Johanna Soll

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Chinesische Video-App TikTok: Die US-Regierung hat „eine Reihe von Sicherheitsrisiken“ festgestellt
Chinesische Video-App TikTok: Die US-Regierung hat „eine Reihe von Sicherheitsrisiken“ festgestellt © Fabian Sommer/dpa

Abgeordnete des US-Kongresses dürfen die App TikTok auf ihren dienstlich genutzten Handys nicht länger nutzen. Ein republikanischer Senator fordert noch mehr.

Washington, D.C. – Das US-Repräsentantenhaus verbietet Medienberichten zufolge die chinesische App TikTok auf Diensthandys von Abgeordneten und deren Mitarbeitenden. Cyberfachleute hätten befunden, dass die App „eine Reihe von Sicherheitsrisiken“ berge, zitierten US-Medien aus einem internen Memo der Verwaltungsleitung. Die Abgeordneten und Beschäftigten dürfen demnach die App nicht mehr auf ihre Diensthandys herunterladen beziehungsweise müssen sie löschen, wie die US-TV-Sender NBC und CBS unter Berufung auf das interne Schreiben meldeten.

Im August gab die Verwaltungsleitung einen Cyber-Warnhinweis heraus, in dem TikTok aufgrund „mangelnder Transparenz beim Schutz von Kundendaten“ als Hochrisiko-App bezeichnet wurde. TikTok, das dem in Peking ansässigen Unternehmen ByteDance gehört, „sammelt aktiv Inhalte für identifizierbare Daten“ und speichert einige Benutzerdaten in China. TikTok gibt an, seine Daten würden nicht in China, sondern in den USA und Singapur gespeichert.

TikTok: Chinesische Regierung hat laut FBI-Chef Kontrolle über den Algorithmus

Vergangene Woche hatte der US-Kongress ein Haushaltsgesetz im Umfang von 1,7 Billionen Dollar verabschiedet, das eine Bestimmung enthält, die die App auf Regierungshandys verbietet. Das Verbot tritt in Kraft, sobald US-Präsident Joe Biden das Gesetz unterzeichnet hat. Mindestens 19 Bundesstaaten sowie das US-Militär haben TikTok wegen Sicherheitsbedenken teilweise für Dienstgeräte verboten. In einer Erklärung, die nach Erlass des Verbotsgesetzes veröffentlicht wurde, teilte TikTok mit, der Schritt sei eine „politische Geste, die nichts dazu beitragen wird, die nationalen Sicherheitsinteressen voranzutreiben“.

Der Direktor der US-Bundespolizei FBI, Christopher Wray, hatte Anfang Dezember gesagt, seine Behörde habe Sicherheitsbedenken bezüglich der App. Die chinesische Regierung habe die Kontrolle über den Algorithmus, der den Nutzern Inhalte vorschlage. „Das gibt ihnen die Möglichkeit, den Inhalt zu manipulieren und, wenn sie wollen, ihn für Einfluss-Kampagnen zu nutzen“, sagte Wray bei einem Vortrag an der Universität von Michigan. Außerdem habe die chinesische Regierung über die App Zugriff auf die Software der Handys. Sie könne auch die Nutzerdaten abgreifen und sie für Spionagezwecke verwenden.

Im Dezember stellte der republikanische US-Senator Marco Rubio einen Gesetzentwurf vor, um TikTok vollständig aus den USA zu verbannen. Rubio sagte, es sei an der Zeit, „das von Peking kontrollierte TikTok für immer zu verbieten“. (jso/dpa)

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