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Sarah Palin verliert Sonderwahl in Alaska gegen Demokratin

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Von: Johanna Soll

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Die rechte Hardlinerin Sarah Palin hat bei einer Nachwahl in Alaska gegen die Demokratin Mary Peltola verloren. Doch Palin wird schon sehr bald erneut antreten.

Juneau – Die Demokraten haben bei einer Sonderabstimmung über einen Kongresssitz im Bundesstaat Alaska einen überraschenden Sieg eingefahren. Die Demokratin Mary Peltola setzte sich bei dem Rennen gegen Sarah Palin durch, die frühere republikanische Vizepräsidentschaftskandidatin und Anhängerin von Ex-US-Präsident Donald Trump. Dies verkündete die Wahlaufsicht in Alaska am Mittwochabend (31. August, Ortszeit). Mary Peltola kam demnach auf 51,5 Prozent der Stimmen, Sarah Palin auf rund 48,5 Prozent. Der Sitz war zuvor jahrzehntelang in republikanischer Hand gewesen.

Die außerplanmäßige Wahl war nach dem Tod des republikanischen Abgeordneten Don Young im März, der 49 Jahre für Alaska im US-Repräsentantenhaus in Washington, D.C. gesessen hatte, notwendig geworden. Die Abstimmung hatte bereits Mitte August stattgefunden. Weil bei der Auszählung am Wahltag niemand eine absolute Mehrheit erreichte, klärte sich der Wahlausgang erst mit Verzögerung. Alaska ist im Repräsentantenhaus nur mit einem Sitz vertreten, weil in dem Bundesstaat nur rund 737.000 Menschen leben.

Mary Peltola: Nach fast 50 Jahren gewinnen die Demokraten wieder in Alaska

Bei den anstehenden Midterm-Wahlen am 8. November in den USA wird der Sitz allerdings schon wieder neu vergeben. Dann wird das gesamte Repräsentantenhaus neu gewählt, wie auch ein Drittel der Sitze in der anderen Kongresskammer, dem Senat. Dann hat die 58-Jährige nach der schweren Wahlschlappe eine Chance zur Revanche. Mit der Nachwahl vom Mittwoch wurde das Abgeordnetenmandat nur bis Januar 2023 vergeben. Der Sonderabstimmung wird dennoch einige Bedeutung beigemessen. Mit Mary Peltola vertritt erstmals eine Indigene Alaska im Kongress – die 49-Jährige gehört zum Volk der Yupik.

Das Ergebnis ist eine herbe Enttäuschung für Sarah Palin. Der ehemalige, inzwischen verstorbene, republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain machte Sarah Palin 2008 überraschend zu seiner Kandidatin für die Vize-Präsidentschaft. Die rechte Außenseiterin und der erfahrene Senator unterlagen aber dem demokratischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und seinem damaligen Vize-Kandidaten Joe Biden. 2009 trat Sarah Palin als Gouverneurin von Alaska zurück.

Sarah Palins politisches Comeback ist gescheitert – vorerst

Sie galt als einstige Ikone der rechtspopulistischen Tea-Party-Bewegung innerhalb der republikanischen Partei. Sarah Palin ist zudem weitaus prominenter als die auf nationaler Bühne unbekannte Mary Peltola, und im republikanisch geprägten Alaska schien Palin eigentlich im Vorteil. Nach längerer Pause hatte die Republikanerin bei der Abstimmung ihr politisches Comeback hinlegen wollen. Das gelang nun nicht, zumindest nicht im ersten Anlauf. Bei der Wahl im November treten Mary Peltola und Sarah Palin beide erneut an.

Sarah Palin wurde von Donald Trump unterstützt – und verlor dennoch in Alaska
Sarah Palin wurde von Donald Trump unterstützt – und verlor dennoch in Alaska © Al Grillo/Imago

Der frühere US-Präsident Donald Trump hatte Sarah Palin im Wahlkampf unterstützt. Der Ex-Präsident hatte sich hinter die Ex-Gouverneurin gestellt und im Juli mit ihr einen gemeinsamen Wahlkampfauftritt absolviert. Ihre Niederlage ist daher auch eine Schlappe für Trump.

Trumps Republikaner hoffen, bei den Zwischenwahlen den Demokraten ihre Mehrheiten in Senat und Repräsentantenhaus abnehmen zu können. Bei den seit Monaten laufenden Vorwahlen versucht Donald Trump, seinen Einfluss auf die Republikanische Partei durch die Unterstützung rechtsextremer Kandidat:innen zu festigen, die ihm treu ergeben sind und unter anderem seine Falschbehauptung unterstützen, er habe die Präsidentschaftswahl 2020 durch massiven Wahlbetrug gegen US-Präsident Joe Biden verloren. (jso/dpa/AFP)

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