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Fans von Donald Trump

USA: Rechtsextreme „Proud Boys“ rufen zum bewaffneten Widerstand gegen Demokraten auf

  • vonMirko Schmid
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Die rechtsextremen „Proud Boys“ weigern sich, den Wahlsieg von Joe Biden über ihr Idol Donald Trump anzuerkennen, und wollen sich wehren. Notfalls mit Waffengewalt.

  • Die „Proud Boys“, eine rechtsextreme, paramilitärische Schlägergruppe, kämpft für Donald Trump.
  • Genau wie der abgewählte US-Präsident akzeptieren die „Proud Boys“ den Sieg von Joe Biden bei der US-Wahl 2020 nicht.
  • Alle Informationen und Neuigkeiten rund um den abgewählten Präsidenten finden Sie in den Trump News.

Update vom Dienstag, 01.12.2020, 08.30 Uhr: Am gestrigen Montag (30.11.2020) kamen in Raleigh, der Hauptstadt von North Carolina verschiedene rechtsextreme Gruppen zusammen, um gegen den Wahlsieg bei der US-Wahl 2020 von Joe Biden zu demonstrieren. Nun, einen Tag später, gibt es auch in Phoenix Proteste gegen die Corona-Einschränkungen und für einen Wahlsieg von Donald Trump. In einem Twitter-Video ruft ein Anhänger der rechtsextremen Schlägertruppe „Proud Boys“ zum bewaffneten Widerstand gegen Demokraten auf. „Wir werden nicht zurückstehen und tatenlos zusehen“, so der Sprecher.

USA: Rechtsextreme „Proud Boys“ bedrohen Linke: „Wir rotten euch aus“

Erstmeldung vom Montag, 30.11.2020: Raleigh - In der Hauptstadt von North Carolina sind verschiedene rechtsextreme Gruppen zusammengekommen, um gegen den Wahlsieg von Joe Biden, gegen Corona-Einschränkungen und für Donald Trump zu demonstrieren. An der von Joshua Flores, einem Anführer der „Stop the Steal“-Bewegung, mitorganisierten Demonstration nahmen laut übereinstimmenden Medienberichten unter anderem die „Latinos for Freedom“ und die rechtsextreme Schlägertruppe „Proud Boys“ teil.

Die rechtsextremen „Proud Boys“: Frauenfeindlich, rassistisch, paramilitärisch und 100% hinter Donald Trump.

„Proud Boys“, „QAnon“ und Corona-Leugner zusammen für Donald Trump

Auch mit dabei: Die Bewegung „Reopen NC“, die verlangt, dass die Corona-Restriktionen im durch einen massiven Anstieg von Neuinfektionen gebeutelten Bundesstaat North Carolina aufgehoben werden. Die Motive der Maskengegner ähneln jenen der deutschen „Querdenker“-Bewegung. Auch unter den rechten Demonstrierenden: Anhänger des rechtsextremen Verschwörungskultes „QAnon“, die im Glauben sind, dass eine liberale Elite Kinder entführen, foltern und ihr Blut trinken soll, um ewige Jugend zu erhalten. Sie glauben auch, dass nur Donald Trump dazu in der Lage sei, diese Kinder zu retten.

Die Schlägertruppe hatte Joshua Flores im Vorfeld der Demonstration in einem Facebook-Livevideo als seine „private Security“ bezeichnet. Und diese „Security“ ließ sich nicht lumpen: Nicht weniger als 50 „Proud Boys“ waren in Raleigh vor Ort und nahmen prominente Plätze an der Spitze des Demonstrationszuges für Donald Trump ein. Und auch wenn Flores die rechtsextremen und frauenfeindlichen Paramilitärs aufforderte, sich “wenn Sie nichts dagegen haben“ mir Schimpfwörtern zurückzuhalten, sparten die „Proud Boys“ nicht mit martialischer Rhetorik.

„Proud Boy“: „Wir werden euch ausrotten wie die Ratten, die ihr seid. Wir werden euch vernichten!“

Jeremy Bertino, einer der Köpfe der „Proud Boys“, nahm nur wenige Minuten nach dem offiziellen Beginn der Demonstration ein Megafon zur Hand, um die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gegendemonstration zu provozieren, die sich auf der anderen Straßenseite gesammelt hatten. Bertino: „Amerika wird niemals eine kommunistische Nation sein - niemals! Eure Seite wird verlieren. Wir werden euch ausrotten wie die Ratten, die ihr seid. Wir werden euch vernichten!“ Kurz darauf stimmte er einen „Fuck Antifa!“-Sprechchor an. Auch Donald Trump schießt schon seit den landesweiten Unruhen, die ausgebrochen waren, nachdem eine Reihe Schwarzer von der Polizei getötet worden war, gegen die Antifa.

Und Donald Trump war auch irgendwie wieder mit vor Ort. Einer der „Proud Boys“ trug einen Aufnäher mit den Buchstaben „SBSB“. Das steht für „Stand back and stand by“, also die unverblümte Aufforderung, sich bereitzuhalten, die Donald Trump im Rahmen des ersten TV-Duells gegen Joe Biden gegenüber den rechtsextremen Schlägern ausgesprochen hatte, anstatt sich zu distanzieren. „Proud Boys“-Anführer Bertino trug die Buchstaben „RWDS“ aufgenäht, es steht für „Rechte Todesschwadronen“.

Die Teilnehmer der rechtsextremen Demo um die „Proud Boys“ stehen hinter Donald Trump

Aus den Reihen der Gegendemonstrierenden gab es Hohn und Spott für den Zusammenschluss der Rechten. Auf einem Transparent stand: „Stolze Schläger: Die Nazi-Braunhemden des 21. Jahrhunderts“. Ein anderes Transparent verband die Flagge der Konföderierten, also der Staaten, die im Amerikanischen Bürgerkrieg für die Beibehaltung der Sklaverei gekämpft hatten, ein Hakenkreuz und der Name von Donald Trump. Darunter der Schriftzug: „Drei Generationen von Verlierern“.

Gegen 13 Uhr Ortszeit führte MMA-Kämpferin Tara LaRosa, ein Voraus-Team der „Proud Boys“ auf die Straße, während die größere Gruppe der rechtsextremen Agitatoren um die Residenz des Gouverneurs von North Carolina, des Demokraten Roy Cooper, marschierte. Es ist unklar, ob sie eine Erlaubnis für den Marsch hatten. Die Rechten skandierten „Reopen NC“, „Keine Masken mehr“, „Wir sind die Republik“ und „Nicht mehr still“. Außerdem wiederholten sie konsequent die Behauptung, Donald Trump habe die US-Wahl im November 2020 klar gewonnen und sei Opfer eines „Wahlbetruges“. Dass es für einen solchen nicht die kleinsten Beweise gibt und reihenweise Gerichte entsprechende Klagen abschmetterten, spielt in der Welt der „Proud Boys“ keine Rolle.

Corona-Leugner will „töten“, um „Notbefehlen zu widerstehen“

Ashley Smith, Anführerin der Corona-Leugner von „Reopen NC“ rief den Rechtsextremen zu: „Ich bin einfach so dankbar, so viele Patrioten und Menschen zu sehen, die die Freiheit lieben und Amerika lieben.“ Sie fügte hinzu: „Ja, wir sind wieder hier, um uns der Tyrannei und all dem zu stellen, was alles zerstören würde, was wir lieben und lieben. Und ich bin wieder hier, um zu sagen: Nein, du kannst mein Amerika nicht haben. Du kannst mein North Carolina nicht haben.“

Smith spielt damit darauf an, dass Gouverneur Cooper, ein erklärter Gegner von Donald Trump, im Vorfeld von Thanksgiving verfügt hatte, dass sich in Innenräumen nicht mehr als 10 Personen aufhalten dürfen. Am 23. November ging Cooper noch einen Schritt weiter und führte eine Maskenpflicht für alle öffentlich zugänglichen Innenräume ein. Ihr Ehemann Adam Smith hatte bereits im Mai auf Facebook per Live-Video mitgeteilt, dass er bereit sei, Menschen „bei Bedarf zu töten, um Notbefehlen und Tyrannei zu widerstehen.“ Zu der Antifa-Aktivistin Lindsay Ayling soll Adam Smith gesagt haben: „Lindsey, ich werde dich töten.“ Trotz Zeugenaussagen streitet Smith diese Aussage ab.

„Proud Boys“: Am 12. Dezember 2020 soll es eine weitere Großdemonstration für Donald Trump geben

Die obskure Veranstaltung des rechtsextremen Bündnisses aus Neonazis, paramilitärischen Schlägern, Maskengegnern und Trump-Fans soll nur ein Vorgeschmack gewesen sein. Am 12. Dezember, zwei Tage bevor die Bundesstaaten ihre öffentlichen Endergebnisse der US-Wahl 2020 bekanntgeben, wollen die „Proud Boys“ erneut in auf die Straße gehen und die nach dem „Million MAGA March“ bisher größte Demonstration gegen den Wahlsieg von Joe Biden anführen.

Bereits anlässlich der Großdemonstration vom 14. November 2020, als sich tausende Rechte in Washington D.C. versammelt und für Donald Trump demonstriert hatten, fühlten sich die „Proud Boys“ als Sieger. Enrique Tarrio, der Vorsitzende der rechtsextremen Kampftruppe, soll gesagt haben: „Wir haben die Straßen rund um den „Back Lives Matter“-Plaza praktisch gereinigt. Wir haben sie eingepfercht. Das sind rund hundert Linke. Normalerweise sind das tausende. Wisst ihr, wem ihr dafür danken könnt? Uns allen. Das ist unsere Macht, wenn wir die Rechte vereinen.“ (Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © ImageSpace via www.imago-images.de

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