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Rechtsextreme in den USA

Proud Boys machen sich bereit und drohen mit Gewalt bei Amtseinführung von Joe Biden

  • Marcel Richters
    vonMarcel Richters
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Die rechtsextreme Gruppe der „Proud Boys“ bringt sich für die Amtseinführung von Joe Biden in Stellung. Auch Gewalt gehört zur Agenda der Fans von Donald Trump.

  • Die rechtsextreme Gruppe der „Proud Boys“ ruft dazu auf, zur Amtseinführung von Joe Biden nach Washington, D. C. zu kommen.
  • Bereits in der Vergangenheit sind die Proud Boys in den USA mit Gewalt und Hetze aufgefallen.
  • US-Präsident Donald Trump kann auf die Unterstützung der Proud Boys zählen.

Washington – Drohen zur Amtseinführung von Joe Biden gewalttätige Auseinandersetzungen? Äußerungen der rechtsextremen „Proud Boys“ lassen das vermuten. Einem breiteren Publikum wurden die „Proud Boys“ wohl durch die Worte von Noch-US-Präsident Donald Trump bekannt. Im ersten TV-Duell zur US-Wahl 2020 sagte dieser nach seiner Meinung zu weißen Milizen und „White Supremacist Groups“: „Proud Boys – stand back and stand by“. Auf Deutsch etwa: haltet euch zurück und haltet euch bereit. Nun scheint es mit der Zurückhaltung vorbei zu sein. Denn in sozialen Netzwerken rufen die Vordenker der Proud Boys, insbesondere der Vorsitzende Enrique Tarrio und Joe Biggs offen zur Gewalt bei der Amtseinführung von Joe Biden auf.

Drohungen durch Proud Boys-Vordenker in sozialen Netzwerken

Während YouTube bereits entsprechende Videos gesperrt hat und auch Facebook und Instagram die Proud Boys ausschließen, bieten rechte alternative Kanäle weiterhin eine Plattform für die Ideen der Rechtsextremen. Auf der Plattform „Parler“ postete Biggs am 15. Dezember: „We will be back to DC on Inauguration! bigger and stronger than ever.“ In Videos auf der Plattform „Dlive“ bestärken sich Proud Boys gegenseitig in dem Gedanken, dass ihre Anhängerschaft wächst. Die Erzählungen sind dabei stets dieselben: Donald Trump hat die Wahl nur verloren, weil diese gestohlen wurde, den USA droht der Untergang durch „die Antifa“ und liberale Linke.

Zurück nach Washington zur Amtseinführung von Joe Biden, größer und stärker als je zuvor: Das ist das Ziel von Proud Boys-Führer Joe Biggs.

Für Proud Boys gehört Gewalt zu ihren Grundprinzipien

Geld spielt dabei für die Führer der Proud Boys nach eigenen Angaben keine Rolle. So sagt Joe Biggs in einem seiner Video-Podcasts, hochgeladen am 18. Dezember: „Lieber sterbe ich aufrecht kämpfend und arm für dieses Land, als auf meinem Hintern zu sitzen und den Tastatur-Krieger zu spielen“. Es brauche Mut, um raus zu gehen und zu kämpfen, so Biggs.

Wie ernst ihnen diese Rhetorik ist, zeigt ein Vorfall vom 12. Dezember, der sich ebenfalls in Washington D. C. zugetragen haben soll. In einem Video bei Twitter ist zu sehen, wie Proud Boys – zu erkennen an der gelben und schwarzen Kleidung – ein Paar angreifen, das sie offenbar als Gegner einer Demonstration gegen den von Donald Trump kolportierten Wahlbetrug ausgemacht haben. Nach Angaben des Time Magazine sollen bis zu 15.000 Menschen an der Demonstration beteiligt gewesen sein, ein großer Teil von ihnen Proud Boys. Allerdings: Offenbar griffen nicht nur die Rechtsextremisten bei dieser Demonstration zu Waffen. Vier Menschen wurden bei den Auseinandersetzungen durch Messersteche verletzt, auch Proud Boys sollen darunter sein.

Gewalt zur Amtseinführung von Joe Biden durch Proud Boys?

Auch bei anderen Demonstrationen der Proud Boys kam es zu Gewalt. Und diese Gewalt ist nach Ansicht der stellvertretenden Leiterin des „Anti-Defamation League’s Center on Extremism“, Joanna Mendelson, eines der zentralen Elemente der Proud Boys-Bewegung. „Proud Boys haben für sich diese Nische rechter Fight Club und freiwillige Sicherheitskräfte für die Republikaner ausgemacht“, erklärt Mendelson im Gespräch mit der LA Times. Genauso gehört das offene Zurschaustellen von Waffen dazu.

Wie groß ist also die Gefahr, dass Extremisten wie die Proud Boys Ernst machen mit ihren Aufrufen zu Gewalt? Und welche Rolle könnte eine Anweisung von Donald Trump spielen, dass sich die Proud Boys nicht mehr zurückhalten sollen? Die Antwort darauf werden wohl erst die kommenden Wochen liefern. Denn selbst für seinen engsten Kreis scheinen die Entscheidungen des US-Präsidenten kaum vorherzusehen. Das Gewaltpotential der Proud Boys ist jedoch enorm, wie die Vergangenheit bereits gezeigt hat und so ist es wohl auch nicht auszuschließen, dass auch in Zukunft, beispielsweise bei der Amtseinführung von Joe Biden, mit Auseinandersetzungen zu rechnen ist. (Marcel Richters)

Rubriklistenbild: © Stephanie Keith/AFP

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