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Die rechtsextreme, nationalistische Gruppe ist zunehmend bei Sitzungen von Schulräten und Stadträten im ganzen Land aktiv geworden.
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Die rechtsextreme, nationalistische Gruppe ist zunehmend bei Sitzungen von Schulräten und Stadträten im ganzen Land aktiv geworden.

Comeback-Versuch

USA: „Proud Boys“ sind wieder da - diesmal mit neuer Strategie

  • Ares Abasi
    VonAres Abasi
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Die rechtsextreme Gruppe „Proud Boys“ gruppiert sich in den USA neu und konzentriert sich auf Schulräte und Stadtverwaltungen. Ihre Taktik scheint Erfolg zu haben.

Washington D.C. – Die „Proud Boys“ werden wieder zunehmend aktiv. In den letzten Monaten sah man ihre Mitglieder vermehrt bei Versammlungen des Stadtrats, bei Präsentationen der Schulbehörde und bei Fragestunden des Gesundheitsamtes in weiten Teilen der USA. Ihre Anwesenheit bei diesen Veranstaltungen ist Teil eines Strategiewechsels, mit dem die Organisation ein größeres Ziel verfolgt: Sie will ihre bedrohliche Politik nun auf die lokale Ebene bringen, so die New York Times.

Letzten Monat protestierten sie vor dem Gebäude der Schulbehörde in Beloit, Wisconsin, gegen die Corona-Maskenpflicht in Schulen. Ein paar Tage später tauchten sie bei einer Schulratssitzung in New Hanover County auf, als es um die Abstimmung einer Maskenpflicht ging, so die New York Times. Sie nahmen auch an einer Versammlung in Downers Grove (Illinois) teil, wo Eltern versuchten, ein Buch eines nicht-binären Autors aus den öffentlichen Schulbibliotheken zu entfernen.

Rechtsextreme Gruppe „Proud Boys“: Lokale Gruppen neuer Fokus

Die Proud Boys waren auf den Kundgebungen vom ehemaligen Präsidenten der USA Donald Trump sehr präsent und boten sogar an, als private Miliz Trumps zu dienen. Am 6. Januar filmten sich einige Mitglieder der Proud Boys dabei, wie sie das US-Kapitol stürmten, um gegen eine Wahl zu protestieren, von der sie fälschlicherweise behaupteten, sie sei Trump gestohlen worden. Doch seit die Bundesbehörden wegen des Angriffs vom 6. Januar gegen die Gruppe vorgegangen sind und mehr als ein Dutzend ihrer Mitglieder verhaftet haben, hat sich die Organisation eher zurückgehalten. Zumindest schien es so, so die New York Times.

Die Proud Boys haben scheinbar ihre Aufmerksamkeit auf lokale Gruppen gerichtet, so einige Mitglieder und Forscher. In kleinen Gemeinden - in der Regel Vorstädte oder Kleinstädte mit Zehntausenden von Einwohnern - haben ihre Anhänger versucht, die Mitgliederzahl zu erhöhen, indem sie sich für lokale Belange einsetzten. Auf diese Weise, so sagten sie, kann die Gruppe rechtzeitig mehr Unterstützer gewinnen, um die Zwischenwahlen im nächsten Jahr zu beeinflussen.

Rechtsextreme Gruppe „Proud Boys“: Viele Mitglieder auf Telegram

„Der Angriffsplan, wenn man etwas verändern will, besteht darin, sich auf lokaler Ebene zu engagieren“, sagte Jeremy Bertino, ein prominentes Mitglied der Proud Boys aus North Carolina. Die Gruppe hatte ihre nationale Führung nach dem 6. Januar aufgelöst und wurde ausschließlich von ihren lokalen Gruppen geführt, sagte Bertino. Er fügte hinzu, dass die Gruppe ihre Mitglieder bewusst in lokale Angelegenheiten einbeziehe, so die New York Times.

Das neue Konzept der Proud Boys zeigt sich auch auf Telegram. Die Zahl der Mitglieder der Hauptgruppe der Proud Boys in den Vereinigten Staaten hat sich im letzten Jahr kaum verändert – sie hat etwa 31.000 Anhänger. Aber mehr als ein Dutzend neuer Telegram-Kanäle sind im gleichen Zeitraum für lokale Proud-Boys-Gruppen in Städten wie Seattle und Philadelphia entstanden, wie aus den von der New York Times gesammelten Daten hervorgeht. Diese lokalen Telegram-Gruppen sind schnell von Dutzenden auf Hunderte von Mitgliedern angewachsen.

Rechtsextreme Gruppe „Proud Boys“: Dezentralisierung hat Erfolg

Andere rechtsextreme Gruppen, die während Trumps Präsidentschaft aktiv waren, wie die Oath Keepers und die Three Percenters, folgten demselben Muster, so die Forscher. Sie haben auch ihre lokalen Gruppen in Staaten wie Pennsylvania, Texas und Michigan erweitert und sind auf nationaler Ebene weniger sichtbar.

„Wir haben gesehen, dass diese Gruppen nach dem 6. Januar neue Taktiken eingeführt haben, die es ihnen ermöglicht haben, sich neu zu gruppieren und zu organisieren“, sagte Jared Holt, ein Mitarbeiter des Atlantic Council‘s Digital Forensic Research Lab, der sich mit extremistischen Gruppen im Inland beschäftigt. „Eine der erfolgreichsten Taktiken, die sie anwenden, ist die Dezentralisierung.“ (Ares Abasi)

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