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Verwirrung um Pence: Er dementiert seine Präsidentschaftskandidatur 2024 – vorerst

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Von: Johanna Soll

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Dass Mike Pence, der Ex-Vizepräsident der USA, Präsidentschaftsambitionen hat, ist bereits bekannt. Doch nun sorgt eine mögliche offizielle Kandidatur für Verwirrung.

Washington, D.C. – Der ehemalige US-Vizepräsident unter Donald Trump, Mike Pence, hat offenbar doch nicht seine Kandidatur 2024 für das Weiße Haus offiziell gemacht. Zunächst hatte der britische Sender Sky News berichtet, der 63-jährige Republikaner hätte einen entsprechenden Antrag bei der Bundeswahlkommission, der Federal Election Commission (FEC), eingereicht – auf Twitter kursierten Screenshots. Anschließend äußerte sich Pences Sprecher Devin O’Malley, indem er twitterte, dass Pence „heute keine Unterlagen für die Präsidentschaftskandidatur eingereicht hat“.

Das Dokument auf der Website der FEC wurde für einen Mr. „Mike Richard Pence“ unter einer Anschrift in Anderson, Indiana eingereicht, dem Heimatstaat von Pence. Der vollständige Name des Ex-Vizepräsidenten lautet jedoch „Michael Richard Pence“ und laut dem Indianapolis Star hatte er mit seiner Familie zuletzt ein Haus in Carmel, Indiana gekauft. Wer hinter den eingereichten Unterlagen steckt, ist derzeit unklar. Ein Twitter-Nutzer fragte O’Malley, ob er glaube, dass jemand Pences Team mit der FEC-Anmeldung einen Streich gespielt habe, worauf der Sprecher antwortete: „Ich glaube, jemand hat Ihnen einen Streich gespielt.“

Dass Mike Pence mit einer Präsidentschaftskandidatur 2024 gegen seinen ehemaligen Chef liebäugelt, ist kein Geheimnis. Kürzlich befand sich der fundamentalistische evangelikale Christ auf Buch-Tour für sein neues Werk mit dem Titel „So Help Me God“ (So wahr mir Gott helfe). In den USA ist ein Buch, das umfangreich persönlich beworben wird, oftmals der Vorbote zu der Verkündung der eigenen Präsidentschaftskandidatur. Außerdem hatte Pence angegeben, er und seine Familie befänden sich „in andächtiger Erwägung“ darüber. Politico hatte berichtet, Pence und sein Team hätten im November damit begonnen, politisches Personal einzustellen.

Mike Pence, der ehemalige US-Vizepräsident, will möglicherweise zurück ins Weiße Haus – doch dann als Präsident
Mike Pence, der ehemalige US-Vizepräsident, will möglicherweise zurück ins Weiße Haus – doch dann als Präsident © Michael M. Santiago/AFP

Donald Trump: Welcher Republikaner wird es mit ihm aufnehmen?

Die bisher einzig offizielle Kandidatur für die nächste US-Präsidentschaft hat Donald Trump erklärt. Sein Amtsnachfolger Joe Biden will seine Entscheidung darüber, ob er 2024 erneut antritt, am Jahresanfang bekannt geben. Ein weiterer hoch gehandelter Anwärter für die Kandidatur aufseiten der Republikaner ist der rechtsradikale Gouverneur von Florida, Ron DeSantis. Er hatte seine Wiederwahl, die im Rahmen der Midterms stattfand, mit großem Abstand gewonnen.

Michael Richard „Mike“ Pence
Geboren7. Juni 1959
GeburtsortColumbus, Indiana
EhepartnerinKaren Pence (verh. 1985)
ParteiRepublikaner
Vorheriges AmtUS-Vizepräsident (2017 bis 2021)

Bei der MAGA-Basis steht Trump weiterhin hoch im Kurs und laut Umfragen ist DeSantis derzeit der einzige Republikaner, der es in den Vorwahlen mit Trump aufnehmen könnte. Je mehr Kandidat:innen gegen den Ex-Präsidenten antreten, desto besser sind seine Chancen, die Vorwahl für sich zu entscheiden, weil sich die Anti-Trump-Stimmen dann auf mehrere Konkurrent:innen verteilen. (Johanna Soll)

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