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US-Präsident auf Asien-Reise: Joe Biden richtet eine knappe Botschaft an Nordkoreas Diktator Kim Jong-un

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Von: Delia Friess

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Joe Biden beendet seine Asien-Reise in Japan. Der US-Präsident will mit seinem Besuch die westliche Allianz gegen Russland, China und Nordkorea stärken. 

Seoul - Es waren knappe Worte, die US-Präsident Joe Biden während seiner Asienreise an Nordkorea und dessen Machthaber Kim Jong-un richtete. Auf einer Pressekonferenz am Samstag (21. Mai) in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul beantwortete Biden die Frage, was seine Botschaft an den nordkoreanischen Diktator sei, mit: „Hallo. Punkt“. Das spielte wohl auf die diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und dem Einparteien-System Nordkorea an, die sich auf dem Gefrierpunkt bewegen.

Bemühungen um diplomatische Gespräche blieben von Machthaber Kim Jong-un weitgehend unbeantwortet, berichtet CNN. Stattdessen wurde von Verteidigungsexperten vermutet, dass Nordkorea während Bidens Asien-Reise neue Raketen- und sogar einen erneuten Atomtest durchführen könnte. „Wir sind auf alles vorbereitet, was Nordkorea tut. Wir haben durchdacht, wie wir auf alles reagieren werden, was sie tun. Ich bin also nicht besorgt“, sagte Biden. Die USA haben Truppenstationierungen in Südkorea, Japan und an anderen Orten in der Region. Zugleich bot Biden Nordkorea Hilfe wegen des dortigen Corona-Ausbruchs an. Pjöngjang sei darauf bislang aber nicht eingegangen, so Biden. Die Corona-Lage in dem Land soll sich stark verschärft haben.

US-Präsident Joe Biden spricht, bevor er in die Air Force One für eine Reise nach Japan auf dem Luftwaffenstützpunkt Osan einsteigt.
US-Präsident Joe Biden spricht, bevor er in die Air Force One für eine Reise nach Japan auf dem Luftwaffenstützpunkt Osan einsteigt. © Evan Vucci / dpa

Nordkorea: US-Präsident Joe Biden bietet Kim Jong-un Hilfe an

Die erste Station auf der Asien-Reise des Demokraten war ein Besuch bei Yoon Suk Yeo, dem neuen Präsidenten von Südkorea. Die USA und Südkorea planen, den aggressiven Norden mit gemeinsamen Militärübungen abzuschrecken. Dennoch schloss Biden auch ein Treffen mit Kim Jong-un nicht aus, sagte Biden zu Reporter:innen in Seoul. Sein Vorgänger Donald Trump hatte sich mehrmals mit dem nordkoreanischen Diktator getroffen - allerdings ohne nennenswerte Ergebnisse oder eine Demilitarisierung zu erzielen. Biden knüpfte ein Treffen mit Kim Jong-un daran, ob Kim „ehrlich“ agiere und es „ernst“ meine.

Die Reise von Joe Biden steht jedoch auch im Zeichen des Ukraine-Krieges: Biden versuchte auf seiner ersten Asien-Reise die Allianzen der USA mit seinen westlichen Partnern zu stärken. Es sei von entscheidender Bedeutung, dass die USA, Südkorea und Japan eine „sehr enge trilaterale Beziehung“ haben, so Biden. Die derzeitige Weltlage, in der autokratische Regime wie China und Russland demokratische Normen in Frage stellen, erfordere, dass der Rest der Welt trotz anhaltender Differenzen zusammenhält.

Joe Biden (r.), Präsident der USA, spricht neben Euisun Chung, dem Vorstandsvorsitzenden der Hyundai Motor Group, vor dem Grand Hyatt Seoul.
Joe Biden (r.), Präsident der USA, spricht neben Euisun Chung, dem Vorstandsvorsitzenden der Hyundai Motor Group, vor dem Grand Hyatt Seoul. © Evan Vucci

Joe Biden auf Asien-Reise: Ein Handelspakt soll Partnerschaften gegen China und Russland festigen

Die Dinge hätten sich geändert, sagte Biden außerdem. „Die Demokratien im pazifischen Raum sind sich einig, dass sie viel enger zusammenarbeiten müssen, nicht nur militärisch, sondern auch wirtschaftlich und politisch“. Wegen Pekings Bestreben, seine Dominanz in dem Pazifikraum auszuweiten, sind nicht nur Japan und Südkorea besorgt. Auch in Australien war im Vorfeld der Parlamentswahl am Samstag (21. Mai) der Umgang mit China ein zentrales Thema.

In Japan, wo Biden seine Reise beendet, stellte der US-Präsident einen Handelspakt vor. Das „Indo-Pacific Economic Framework“ (Ipef) soll Staaten im indo-pazifischen Raum durch Handelserleichterungen verbünden und wird als Versuch gewertet, sich langfristig von chinesischen Lieferketten unabhängig zu machen. (df, afp)

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