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Polizeigewalt USA: Schwarzer mit Kopfschuss getötet – Anklage noch ungewiss

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Von: Christoph Klaucke

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Tödlicher Polizeieinsatz in den USA - Grand Rapids
Tödlicher Polizeieinsatz in den USA, erneut wird ein Schwarzer Mensch erschossen. © dpa/Cory Morse

In den USA stirbt erneut ein Afroamerikaner bei einem Polizeieinsatz. Ein Beamter tötet den Schwarzen Patrick Lyoya. Ob der Täter vor Gericht kommt, bleibt offen.

+++ 18.21 Uhr: Das Opfer der brutalen Polizeigewalt war laut Bericht von CBS Vater zweier junger Töchter und Flüchtling aus der Demokratischen Republik Kongo. Der Anwalt der Familie, Ben Crump, forderte in einer Stellungnahme die Entlassung und anschließende Strafverfolgung des Polizisten. „Das Video zeigt klar, dass es sich um einen unnötigen, unverhältnismäßigen und schwerwiegenden Gewalteinsatz gegen einen nicht-bewaffneten Schwarzen Menschen handelt, der irritiert von der Situation war und um sein Leben fürchtete“, so Crump. Die Ermittlungen der Polizei Michigan liefen bereits. Nach Vorliegen deren Ergebnis lege es an der Staatsanwaltschaft, über eine Strafverfolgung zu entscheiden, so CBS.

USA: Schwarzer bei Polizeieinsatz mit Kopfschuss getötet

Erstmeldung vom 14.04.2022, 9.39 Uhr: Grand Rapids/Washington D.C. – Es sollte sich eigentlich nicht mehr wiederholen: Ein weißer Polizist tötet einen am Boden liegenden schwarzen Menschen. Doch selbst die Proteste der Anti-Rassismus-Bewegung Black Lives Matter nach der Ermordung von George Floyd vor knapp zwei Jahren können solche Szenen offenbar noch nicht vollends von den Straßen der USA verdrängen.

Einmal mehr sorgt ein tödlicher Polizeieinsatz in den USA für Aufregung, bei dem ein schwarzer Mann gewaltsam ums Leben kam. Die Polizei in Grand Rapids im Bundesstaat Michigan veröffentlichte am Mittwoch mehrere Videos von dem Einsatz, der sich am 4. April ereignet hatte. Ein weißer Polizist hielt an jenem Tag den 26 Jahre alten Patrick Lyoya in seinem Auto an – wegen einer Unregelmäßigkeit beim Nummernschild. Die beiden gerieten in eine körperliche Auseinandersetzung, an dessen Ende der Polizist dem Mann von hinten in den Kopf schoss, während dieser am Boden lag.

USA: Polizist tötet Afroamerikaner – Video zeigt schockierende Tat

Die Polizei machte mehrere Videos von dem Vorfall öffentlich: von der Körperkamera des Polizisten und der Kamera in dessen Wagen sowie von der Überwachungskamera eines angrenzenden Hauses und der Handy-Kamera des Beifahrers. Darauf ist der Ablauf der Szene zu sehen: Der Polizist fragte Lyoya demnach zunächst nach seinem Führerschein.

Nach einer kurzen Unterredung versuchte der 26-Jährige, sich zu entfernen. Der Beamte rannte ihm nach und warf ihn in einem angrenzenden Vorgarten zu Boden. Es kam zu einem längeren Gerangel, bei dem der Beamte zunächst seinen Elektroschocker einsetzte, was Lyoya jedoch abwehrte. Am Ende zog der Polizist seine Waffe, während Lyoya unter ihm auf dem Boden lag, und schoss diesem von hinten in den Kopf.

Brutaler Polizeieinsatz in USA: Schwarzer mit Kopfschuss getötet

Der Polizeichef von Grand Rapids, Eric Winstrom, sagte, die Untersuchung laufe. Bis zu deren Abschluss sei der Beamte beurlaubt. Nach bisherigen Erkenntnissen sei bei Lyoya keine Waffe gefunden worden. Auf die Frage eines Reporters, ob der Fall Lyoya nun Michigans Version des Falles Floyd sei, verwies Winstrom auf die laufenden Ermittlungen und sagte: „Ich sehe es als eine Tragödie.“

„Der Verlust eines Lebens ist unter jeglichen Umständen traurig, und ich weiß, dass dies Auswirkungen auf unsere Stadt haben wird“, sagte Winstrom. Vertreter der Stadt sprachen von einem „sehr bedauerlichen Ereignis“, das verständlicherweise Wut und Schmerz auslöse.

USA: Proteste nach Tod von Lyoya in Michigan

Der Tod von Lyoya bei dem Polizeieinsatz im US-Bundesstaat Michigan löste in der Stadt Grand Rapids Proteste aus. Im Zentrum der 200.000-Einwohner-Stadt versammelten sich am Mittwochabend (Ortszeit) dutzende Demonstranten mit Bannern mit der Aufschrift „Black Lives Matter“ (Das Leben von Schwarzen zählt). Einige der Protest-Teilnehmer riefen: „Keine Gerechtigkeit, kein Frieden“.

In den USA kommt es in trauriger Regelmäßigkeit zu tödlichen Polizeieinsätzen ähnlicher Art. Stellvertretend steht dafür der Fall von George Floyd: Im Mai 2020 war der Afroamerikaner bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis ums Leben gekommen. Videos dokumentierten, wie Polizisten den unbewaffneten Mann zu Boden drückten. Der weiße Beamte Derek Chauvin presste dabei sein Knie gut neun Minuten lang auf Floyds Hals, während dieser flehte, ihn atmen zu lassen. Floyds Klage „I can‘t breathe“ ging um die Welt und wurde zu einem Motto der Anti-Rassismus-Bewegung Black Lives Matter. Der Fall führte damals zu weltweiten Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus. (ck mit dpa/AFP)

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